Michelle Andres zieht positive EM-Bilanz
Die Hägglingerin Michelle Andres trat bei der Radbahn-EM in Konya in allen drei Olympia-Disziplinen an. Trotz eines Sturzes im Omnium ist sie mit ihren Ergebnissen zufrieden.
Die EM begann vielversprechend ...
Michelle Andres zieht positive EM-Bilanz
Die Hägglingerin Michelle Andres trat bei der Radbahn-EM in Konya in allen drei Olympia-Disziplinen an. Trotz eines Sturzes im Omnium ist sie mit ihren Ergebnissen zufrieden.
Die EM begann vielversprechend für Michelle Andres. In der Teamverfolgung brach sie mit ihren Kolleginnen zweimal den Schweizer Rekord und erreichte Platz 5. «Wir verpassten den kleinen Final nur knapp, aber fuhren starke Zeiten, auch im Hinblick auf die Olympischen Spiele in zwei Jahren.»
Dass sie mit diesem Auftritt zufrieden ist, ist nicht grossartig überraschend. Einen Tag später startete die Hägglingerin im Omnium. Auch dort konnte sie mit dem 8. Platz ein gutes Ergebnis einfahren. Allerdings ist sie während des Ausscheidungsfahrens gestürzt «Zuerst ärgerte mich das, doch rückblickend und nach einigen Analysen bin ich mit dem Auftritt im Omnium trotzdem zufrieden.» Der Sturz führte zu leichten Schürfungen und Verbrennungen. Dennoch beendete Andres danach das Ausscheidungsfahren und absolvierte noch das zum Omnium gehörende Punktefahren. «Es gelang mir gut, den Kopf auszuschalten und weiterzumachen. Generell hatte ich im Omnium nicht meinen besten Tag. Es war aber mein erster EM-Auftritt in dieser Disziplin. Wenn man das und den Sturz berücksichtigt, ist das Ergebnis okay.»
Die Lockerheit ist weiterhin da
Zum Abschluss der EM fuhr sie mit Lorena Leu im Madison auf den 7. Platz. Normalerweise absolviert sie das Zweier-Mannschaftsfahren mit Aline Seitz. «Lorena Leu hat mich an der letzten WM in dieser Disziplin ersetzt. Sie ist eine starke, junge Athletin und hat sich den Startplatz mit ihren Leistungen verdient. Ich bin auch mit unserem Ergebnis zufrieden», so Andres. «Ich fühlte mich während des Rennens gut und hatte die Beine, die ich mir im Omnium gewünscht hätte. Zwar musste ich mich auf Dinge konzentrieren, die mit Aline selbstverständlich sind. Dafür konnte ich eine Mentorin-Rolle für Lorena übernehmen. Das war eine neue und spannende Erfahrung.» Vor den Wettkämpfen sagte Andres, dass sie nach ihrem abrupten Saisonende letztes Jahr, bedingt durch eine Eileiterschwangerschaft, lockerer geworden ist und weniger verkopft in die Rennen geht. Das scheint ihr auch an der EM gelungen zu sein. «Es fällt mir mittlerweile leichter, mich auf das Positive zu fokussieren», erklärt die Olympiateilnehmerin von 2024. «Natürlich war ich nervös. Aber es war eine positive Nervosität. Ich durfte erstmals in allen drei Olympia-Disziplinen starten. Das zeigt, dass die Trainer mich als eine der besten Fahrerinnen des Landes sehen. Die Konkurrenz in diesen Disziplinen ist aber dementsprechend stark. Viele der Fahrerinnen haben mehr Erfahrung darin, ein solches Programm an einer Europameisterschaft zu absolvieren. Im Vergleich zu ihnen hatte ich insbesondere wenig Routine, wenn es darum geht, sich die Kräfte einzuteilen. Das Tempo im Madison war beispielsweise nur an den Olympischen Spielen in Paris höher. Gemessen an all diesen Umständen ziehe ich insgesamt ein positives Fazit.» --jl