Endlich wieder ein Sieg
05.11.2024 Sport, FussballFussball, 1. Liga classic: SV Muttenz – FC Wohlen 1:2 (0:1)
Der FC Wohlen verteidigt stark. Und Nathan Kisisa trifft doppelt. So erkämpfen sich die Freiämter den ersten Meisterschaftssieg seit zwei Monaten. «Das war eminent wichtig», sagt Trainer ...
Fussball, 1. Liga classic: SV Muttenz – FC Wohlen 1:2 (0:1)
Der FC Wohlen verteidigt stark. Und Nathan Kisisa trifft doppelt. So erkämpfen sich die Freiämter den ersten Meisterschaftssieg seit zwei Monaten. «Das war eminent wichtig», sagt Trainer Piu. Einziger Makel waren fünf haarsträubende Minuten gleich nach dem Seitenwechsel.
In der Schlussphase haut Schlusslicht Muttenz die Bälle lang und weit nach vorne. Prinzip Hoffnung. Die Basler wollen das 2:2 erzwingen. «Es war ein Zittern. Aber wir haben dieser Schlussoffensive souverän standgehalten und keine Grosschance mehr zugelassen», sagt Trainer Piu. Alban Pnishi, Santiago Brunner und Sangoné Sarr sind die führenden Spieler bei dieser tollen Abwehrleistung. Die Wohler bringen den 2:1-Sieg – nach sieben Minuten Nachspielzeit – über die Runden. Und dieser war verdient.
Unerklärlicher Start in die zweite Halbzeit
Besonders im ersten Durchgang zeigt der FC Wohlen eine nahezu perfekte Vorstellung. Die Freiämter bestimmen die Gangart und das Tempo. Muttenz hat keine einzige Torchance. «Wir standen sehr stabil, sehr diszipliniert. Wir haben mit aller Kraft verteidigt und keinerlei Geschenke gemacht», lobt Trainer Piu. Und im Angriff wirbelten die beiden Nathans. Nach 20 Minuten vergibt Nathan Tayey eine Grosschance alleine vor dem Tor. Nach 39 Minuten macht er es besser. Am Ende einer herrlichen Kombination lanciert Nathan Tayey seinen Offensivpartner Nathan Kisisa. Der 26-Jährige erzielt eine wunderbare Kiste. Wohlen führt 0:1. Einziger Makel der ersten Halbzeit: Die Pausenführung hätte höher ausfallen sollen.
Und das rächt sich gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs. Wohlen spielt passiv, steht plötzlich auf wackligen Abwehrbeinen. Muttenz kommt innert weniger Minuten zu drei Torchancen. Und bereits in der 49. Minute fällt der Ausgleich. Nach einem Eckball steht Till Estermann völlig blank. 1:1. «Wir haben den Start komplett verschlafen und waren überhaupt nicht im Spiel.
Für mich ist das unerklärlich», sagt Trainer Piu. Die gute Nachricht: «Wir haben danach den Tritt wieder gefunden». Der FC Wohlen übernimmt wieder die Kontrolle.
Glück bei Lattenkopfball
Und wird sogleich belohnt. 59. Minute. Nathan Kisisa, der wenige Minuten zuvor mit einem Kopfball am Muttenzer Goalie scheiterte, macht es nun besser. Eckball. Luca Nascimento – der im Spiel viele Zweikämpfe gewinnen kann – verlängert per Kopf. Kisisa trifft ebenfalls mit Köpfchen. Tor. 1:2. Es ist der achte Saisontreffer des Franzosen. In diesem Spiel ist er enorm effizient. Schlusslicht Muttenz (erst zwei Siege) riskiert dann immer mehr. Die beste Gelegenheit zum Ausgleich haben sie in der 75. Minute. Ein Kopfball landet an der Latte. «Da hatten wir Glück», sagt Piu. Es war der Startschuss für eine Basler Schlussoffensive. In der letzten Viertelstunde hauen die Wohler Verteidiger aber alles hinten weg und ersticken jegliche Angriffsversuche im Keim. Die Kontergelegenheiten, die sich den Freiämtern nun bieten, werden nicht verwertet. Der eingewechselte Sandi Sulejmanagic – der sein Comeback nach langer Verletzungspause gab – hatte gleich zweimal die Chance auf 1:3 zu stellen. Doch er verpasst die definitive Entscheidung. So wird es eine Zitterpartie, bei der am Ende die Wohler dennoch jubeln dürfen. Der FC Wohlen war die bessere Mannschaft. Muttenz spielte nicht wie ein Tabellenletzter und hätte mit ein wenig mehr Glück einen Punkt holen können. «Wir haben den Sieg mehr verdient», sagt Piu. «Es gab viele positive Dinge in diesem Spiel», sagt er weiter. Nicht nur die drei Punkte sind wichtig, wie er betont. «Sondern auch die defensive Stabilität und auch, dass die beiden Sorgenkinder im Angriff wieder besser in Form sind.» Er meint damit Nathan Tayey und Nathan Kisisa, die nach zuletzt mässigen Auftritten wieder Fahrt aufzunehmen scheinen. Auch erfreulich: Die Verletztenliste wird kürzer. Sulejmanagic gab sein Comeback gegen Muttenz – und Noah Jappert und Javi Gabathuler braucht es nicht mehr viel Zeit, bis sie wieder mittun können. Mileta Matovic fehlte krankheitsbedingt gegen Muttenz. Die einzigen Verletzten sind Goran Karanovic und Leart Haliti.
Am Samstag in Courtételle
Der FC Wohlen gewinnt erstmals seit dem 7. September (1:2 in Bassecourt) wieder ein Meisterschaftsspiel. Von den letzten sieben Saisonspielen (inklusive Cup) ging nur eine Partie verloren (0:5 gegen Solothurn). Piu sagt: «Dieser Sieg stärkt den Glauben an uns selbst. Und er kann Kräfte freisetzen». Kräfte, die man beispielsweise nächsten Samstag (15 Uhr) auswärts gegen Courtételle benötigen wird. --spr

