Duell gegen den Stammclub
10.04.2026 Sport, Fussball1. Liga classic: Nik Dubler gastiert mit Buochs beim FCW (Samstag, 17 Uhr, Niedermatten)
Nik Dubler begann beim FC Wohlen mit dem Fussball und war auf dem Weg zum Profi. Jetzt spielt der Kallerer beim SC Buochs. Morgen Samstag trifft er auf seinen Stammverein. Geschenke ...
1. Liga classic: Nik Dubler gastiert mit Buochs beim FCW (Samstag, 17 Uhr, Niedermatten)
Nik Dubler begann beim FC Wohlen mit dem Fussball und war auf dem Weg zum Profi. Jetzt spielt der Kallerer beim SC Buochs. Morgen Samstag trifft er auf seinen Stammverein. Geschenke will er keine verteilen.
Josip Lasic
Nik Dubler ist die Lebensversicherung des SC Buochs. Mit elf Toren hat er massgeblich dazu beigetragen, dass der Aufsteiger die Abstiegsränge der 1. Liga classic verlassen hat. Die Mannschaft startete furios in die Rückrunde. In den ersten sechs Pflichtspielen erzielte sie vier Siege und ein Unentschieden. Buochs kletterte nicht nur über den Abstiegsstrich, sondern qualifizierte sich auch für den Schweizer Cup der kommenden Saison. Zuletzt verlor das Team jedoch dreimal in Serie gegen Courtételle, Münsingen und Zug 94. «Wir hatten zuletzt einige englische Wochen. Das spüren wir. Deshalb haben wir teilweise auch in Spielen, in denen wir das bessere Team waren, Punkte liegen gelassen.»
Trotz Müdigkeit will Dubler morgen Samstag mit seinem Team wieder auf die Erfolgsspur zurückkehren. Auch er spürt die intensiven Wochen. Der Spielmacher hat ein angerissenes Aussenband. «Aber mit etwas Tape geht das schon. Ich werde spielen.» Die Partie gegen Wohlen will er sich nicht entgehen lassen. Mit acht Jahren begann der Kallerer beim FC Wohlen mit dem Fussball. Heute lebt er in Luzern und arbeitet in Sursee, der Bezug zum Freiamt ist aber geblieben. «Meine Familie lebt da, viele Freunde ebenfalls. Sie werden am Spiel sein. Ich freue mich.»
Mit 18 Jahren ein Profivertrag
Im Nachwuchs des FC Wohlen bewies er sein Talent. Der FC Aarau holte ihn, er erhielt Aufgebote für die U-Nationalteams und unterschrieb mit 18 Jahren einen Profivertrag beim Challenge-League-Verein. Nachdem er zuerst zum SC Kriens in die Promotion League und anschliessend an den FC Schötz in die 1. Liga classic ausgeliehen worden war, kam es zu keiner weiteren Vertragsverlängerung bei den Aarauern. «Mir wurde signalisiert, dass ich vermutlich wieder verliehen werden würde und es noch nicht für die Challenge League reicht. Ich habe mich gefragt, ob ich nach wie vor alles dem Fussball unterordnen will, und habe mich dann dafür entschieden, dass es das Beste ist, wenn ich den Vertrag nicht verlängere», sagte er damals gegenüber dieser Zeitung. Während seiner Zeit bei Aarau absolvierte er eine Sportler-KV-Lehre und entschied sich für die Arbeit bei einer Bank. Er ging zum SC Buochs, weil dort Kollegen von ihm spielten.
Seine Qualität hat er nicht verloren. In der vergangenen Saison trug er mit 15 Toren massgeblich zum Aufstieg der Nidwaldner bei. «In der Vorrunde haben wir uns manchmal etwas unter Wert verkauft. Als Aufsteiger konnten sich einige Spieler noch nicht in der Liga zurechtfinden. Aber wir hatten eine gute Wintervorbereitung. Ich spüre eine Aufbruchsstimmung im Team.» Nach den drei Niederlagen zuletzt beträgt der Vorsprung auf die Abstiegsplätze aber nur noch einen Punkt. Entsprechend klar ist das Ziel ein Sieg gegen Wohlen. Er kennt einige Spieler des Teams. Im Gespräch mit dieser Zeitung fragt Dubler, wer am Samstag voraussichtlich im Tor stehen wird. Joel Bonorand kennt er aus der Aarau-Zeit. Mit Nico Ammann hat er hingegen noch eine Rechnung offen. Im Hinspiel bekamen die Wohler in der ersten Halbzeit Dubler nicht in den Griff. Er sorgte mit einigen Distanzschüssen für Gefahr. Ammann konnte alle entschärfen. In der zweiten Halbzeit sorgten dann Stefano Cirelli und Nicola Assaiante mit zwei Jokertoren für den Wohler Sieg. «Ein Tor wäre in der ersten Halbzeit nicht unverdient gewesen. Aber der Goalie hat wirklich ein paar Schüsse gut rausgeholt.»
Eine Rückkehr zum FCW wäre denkbar
Dass sich das wiederholt, will Nik Dubler morgen Samstag verhindern. Auf die Frage, ob er sich eine Rückkehr zum FCW vorstellen könnte, antwortet er: «Sag niemals nie. Wie gesagt habe ich nach wie vor viele Freunde und natürlich auch Familie im Freiamt. Wenn ich mal zurückkehre, um Fussball zu spielen, wäre sicher der FC Wohlen meine Wahl. Aber aktuell spiele ich für Buochs. Und im Duell jetzt gibt es keine Geschenke.»
Defensiv dezimiert
Wohlen-Trainer Piu hofft auf den zweiten Sieg in Serie
Der FC Wohlen zeigte in der Rückrunde ansprechende Leistungen, doch die Ergebnisse blieben überschaubar. Aus sieben Spielen holten die Freiämter drei Siege und zwei Unentschieden. Besonders in den vier Heimspielen in Serie wäre mehr möglich gewesen. Zuletzt ging es aufwärts. Der FCW konnte auswärts gegen Schlusslicht Old Boys mit 1:0 gewinnen. «Es wäre schön, wenn wir jetzt zweimal in Folge gewinnen könnten», sagt Wohlen-Trainer Piu. «Das ist unser Ziel, aber es wird nicht einfach.»
Das grösste Problem der Freiämter: die dezimierte Defensive. Leihspieler Berdan Senyurt wurde zum FC Aarau zurückbeordert. Captain und Abwehrchef Alban Pnishi ist verletzt. Nun fehlt auch Luca Nascimento, der für zwei Wochen in England einen Sprachaufenthalt absolviert. «Wir müssen in der Viererkette umdisponieren, die zuletzt gut funktioniert hat. Jetzt rückt Noah Jappert in die Innenverteidigung. Ich bin zuversichtlich.»
Auch Marlon Rizzo fehlt verletzt, Djellon Shahini ist aus familiären Gründen im Ausland. Zudem waren Dramane Sissoko und Michael Weber zuletzt angeschlagen beziehungsweise krank. «Die Personalsituation ist schwierig, aber wir haben noch genug Spieler.» Immerhin trainieren die Langzeitverletzten Stefano Cirelli und Nicola Assaiante wieder mit und könnten spielen. Ausgerechnet sie sorgten im Hinspiel gegen Buochs mit ihren Toren für den Sieg. «Es ist gut möglich, dass einige Spieler, die zuletzt weniger Einsatzzeit hatten, ihre Chance bekommen.» Piu hat sich die letzten Spiele des Gegners angesehen und hält Buochs für stärker, als die jüngsten Ergebnisse vermuten lassen. Dennoch glaubt er an den Sieg. «Wir haben noch acht Spiele. Am liebsten würde ich alle gewinnen. Aber jetzt konzentrieren wir uns auf diese Partie und versuchen, zwei Siege in Serie zu holen.» --jl

