Die U23 bleibt ein Sorgenkind
20.03.2026 Sport, Fussball2. Liga: Der FC Wohlen U23 startet gegen Schönenwerd-Niedergösgen in die Rückrunde (Fr, 20.30 Uhr, Niedermatten)
Der FC Wohlen U23 hat 13 Spiele lang Zeit, um den Abstieg zu verhindern. Gleichzeitig arbeitet der Verein daran, die zweite Mannschaft ...
2. Liga: Der FC Wohlen U23 startet gegen Schönenwerd-Niedergösgen in die Rückrunde (Fr, 20.30 Uhr, Niedermatten)
Der FC Wohlen U23 hat 13 Spiele lang Zeit, um den Abstieg zu verhindern. Gleichzeitig arbeitet der Verein daran, die zweite Mannschaft langfristig zu stabilisieren. Ob das gelingt?
In der Vorrunde holte die U23 nur zehn Punkte und steht auf Rang 12, einem Abstiegsplatz. Fünf Punkte fehlen zum rettenden Ufer. Die Voraussetzungen sind klar: Trainer Rino Luongo und sein Team kämpfen um den Klassenerhalt.
Plötzlich nur noch acht Spieler im Kader
Die Aufgabe ist anspruchsvoll. Zehn Spieler verliessen die Mannschaft im Winter, elf neue kamen hinzu. Luongo beginnt die Rückrunde mit einem fast komplett neuen Team. «Am Ende hatte ich noch rund acht Spieler im Kader», sagt der Trainer. «Einige mussten ins Militär, andere wechselten den Verein. Und manche habe ich aussortiert, weil sie Unruhe brachten. Das können wir uns in dieser Situation nicht leisten.» Unter den Neuzugängen sind Ex-Wohler wie Gabriel Prenaj (Suhr), Chris Wiederkehr (Spreitenbach) und Fabio Milazzo (Neuenhof), die Erfahrung aus höheren Ligen mitbringen. «Spielerisch sind wir stärker als in der Vorrunde», meint Luongo.
Die Situation ist nicht neu. Schon im Sommer gab es einen grossen Umbruch mit zahlreichen Ab- und Zugängen. Das Team brauchte Zeit, um sich zu finden – erschwert durch Spieler, die während der Vorrunde wieder gingen.
Vicedomini per sofort weg beim FC Schlieren
Ein Jahr zuvor sah es ähnlich aus: ein grosser Umbruch im Sommer und ein junges Team, das im Winter mit zehn Punkten auf einem Abstiegsplatz stand. Damals setzte der Verein im Endspurt sogar Leistungsträger der ersten Mannschaft in der 2. Liga ein, was doch ordentlich für Unmut sorgte. Diesmal verzichtet der FC Wohlen darauf und sucht langfristige Lösungen. Helfen soll dabei Alessandro Vicedomini, einst Spieler und Co-Trainer des FC Wohlen. Nach der Entlassung von Sportchef Carmine Viceconte wurde die Verantwortung neu verteilt: Sergio Colacino leitet das Fanionteam, Vicedomini koordiniert die U23 sowie die A- und B-Junioren. «Unser Ziel ist der Klassenerhalt der U23. Ich will dabei helfen, aber zaubern kann ich nicht», sagt Vicedomini. Übrigens: In dieser Woche wurde Alessandro Vicedomini nach fünf Jahren als Cheftrainer des NLB-Frauenteams des FC Schlieren entlassen. Was auf den ersten Blick vielleicht spektakulär klingt, ist eher eine friedliche Lösung. Denn im Sommer hätten sich die Wege von Vicedomini und dem FC Schlieren ohnehin getrennt. Weil sich Schlieren aktuell auf dem sicheren 4. Rang befindet, wurde entschieden, dass man sich schon jetzt trennt, damit beide Parteien mehr Zeit haben, um die Zukunft zu planen. «Es ist der richtige Moment», meint Vicedomini.
Die Sache mit dem Geld
Zurück zur U23. Trainer Luongo blickt optimistisch der Rückrunde entgegen. «Ich habe ein Team von rund 18 Spielern. Seit dem Vorbereitungsstart waren immer mindestens 16 Leute im Training. Die Jungs sind motiviert. Wir sind noch nicht bei 100 Prozent, aber besser eingespielt als in der Vorrunde.»
Der Trainer glaubt an das Team. Für den FC Wohlen ist aber ebenso wichtig, im Sommer einen weiteren grossen Umbruch zu vermeiden. Eine Schwierigkeit dabei: Andere Vereine in der 2. Liga zahlen ihren Spielern Spesen, die U23 des FCW nicht. Im Gegenteil: Die Spieler zahlen Mitgliederbeiträge. Das macht andere Clubs für junge Wohler attraktiver. Luongo war zuvor Trainer bei Baden II, ebenfalls ein 2.-Liga-Team mit einem Fanionteam in der 1. Liga classic. «Die Spieler der zweiten Mannschaft erhalten auch in Baden kein Geld und müssen Beiträge zahlen.
Diese sind aber etwas niedriger und enthalten gewisse Leistungen.» Auch Wohlen will seine U23 langfristig attraktiver gestalten.
«Keine finanziellen Mittel», aber andere Anreize
Sergio Colacino, der hauptsächlich für das Fanionteam verantwortlich ist, arbeitet ebenfalls an der Zukunft der U23 mit: «Wir können den Spielern kein Geld bieten, dafür fehlen uns die finanziellen Mittel.» Stattdessen will der Verein andere Anreize schaffen. Einigen Spielern kann die Perspektive auf die 1. Liga classic geboten werden. Zudem braucht es aus seiner Sicht erfahrene Führungsspieler, die fest zur zweiten Mannschaft gehören. «Nur mit jungen Spielern besteht man in dieser Liga nicht. Und wir brauchen Leute, die einfach gern für den FC Wohlen in der 2. Liga spielen.»
Eine erste Massnahme ist die Verpflichtung von Lothar Meyer als Technischer Leiter. Er soll die Trainingsqualität in allen Teams optimieren. Im Hintergrund arbeiten die Verantwortlichen an weiteren Ideen.
Vorerst zählt jedoch nur der Abstiegskampf. Heute Freitag, 20.30 Uhr, startet der FC Wohlen U23 zu Hause gegen Schönenwerd-Niedergösgen (aktuell auf dem 10. Rang) in die Rückrunde. Luongo sagt: «Wir haben 13 Sechs-Punkte-Spiele vor uns. Am Ende werden wir mindestens 25 bis 30 Punkte für den Klassenerhalt benötigen. Aktuell haben wir erst zehn, deshalb müssen wir ab sofort jedes Wochenende liefern.» --jl/spr

