Das nächste Turnier wartet
07.06.2024 Sport, KampfsportKarate: Die Jonerin Anina Suter startet im November an der WM in Pamplona
Die direkte WM-Qualifikation ist Anina Suter und ihren Teamkolleginnen Melinda Mark und Elena Blaser an der EM in Kroatien nicht gelungen. Umso glücklicher war das Trio, als es erfahren hat, ...
Karate: Die Jonerin Anina Suter startet im November an der WM in Pamplona
Die direkte WM-Qualifikation ist Anina Suter und ihren Teamkolleginnen Melinda Mark und Elena Blaser an der EM in Kroatien nicht gelungen. Umso glücklicher war das Trio, als es erfahren hat, dass es am Turnier in Spanien doch noch vertreten sein wird.
Josip Lasic
Es war ein Hoffen und Bangen für Anina Suter und ihre Teamkolleginnen nach den Europameisterschaften. Die erste Runde im Teamkata hatte das Trio noch erfolgreich überstanden und das Team aus Deutschland aus dem Wettbewerb geworfen. Im Viertelfinal folgte dann das Aus gegen Frankreich. «Und da die Französinnen wiederum im Halbfinal ausgeschieden sind, gab es für uns in diesem Turnier keine Möglichkeit mehr, uns über die Repechage zurückzukämpfen. Weder auf die Podestplätze noch auf die Ränge, die zu einer WM-Teilnahme berechtigen.»
Da einige der Teams, die den Wettkampf auf den Qualifikationsplätzen beendeten, ihr WM-Ticket bereits an den letzten Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr gesichert haben, gab es am vergangenen Montag einen erfreulichen Telefonanruf für die Freiämterin und ihre Kolleginnen. Sie werden am Turnier, das vom 22. bis zum 24. November im spanischen Pamplona stattfindet, ebenfalls mit von der Partie sein.
Das Ende einer Leidenszeit
Vor einem Jahr gab die mittlerweile 21-Jährige mit ihrem Team das WM-Debüt. In Budapest landete das Trio auf Rang 17. Eine gute Leistung, gemessen daran, dass zum ersten Mal in der Geschichte ein Frauen-Kata-Team aus der Schweiz überhaupt an einer Weltmeisterschaft teilgenommen hat. Und für Suter eine Genugtuung. Sie hätte ihre WM-Premiere 2019 in Chile bereits an der Weltmeisterschaft der Junioren feiern sollen. Ausgerechnet zu dieser Zeit finden im südamerikanischen Staat Proteste, Unruhen und Ausschreitungen statt und führen dazu, dass die Schweizer Delegation aus Sicherheitsgründen vor dem Turnier abreist.
Lange hat das an der Jonerin genagt. Es schien, als wäre ihr eine einmalige Gelegenheit genommen worden. Bis der WM-Traum im vergangenen Jahr doch noch in Erfüllung gegangen ist. Und jetzt, wo ihre zweite Teilnahme an einer Weltmeisterschaft ansteht, ist die Leidenszeit definitiv vorbei. «So, wie es sportlich momentan läuft, ist Chile kein Thema mehr. Wir waren an der WM dabei, an der EM und jetzt wieder an der WM. Es gibt keinen Grund mehr, irgendetwas nachzutrauern.»
Ziel: So lange wie möglich gemeinsam antreten
Für den Sport investiert Suter viel Zeit. Die Medizinische Praxisassistentin lebt in Jonen, arbeitet in Zürich und trainiert mit ihren Kolleginnen in Schwamendingen, Biel und Bern. «Zu Beginn dachte ich, dass das stressig werden könnte. Aber es funktioniert sehr gut mit dem Pendeln. Alles fliesst ineinander hinein, ohne dass ich mir viele Gedanken darüber machen muss. Darüber bin ich wirklich sehr glücklich.»
Sie bestätigt auch, dass sie diesen Aufwand trotzdem nicht auf sich nehmen würde, wenn die Teamchemie innerhalb des Trios nicht so gut wäre. «Wir verstehen uns untereinander ausgezeichnet und haben Freude am Sport. Das ist das Wichtigste.» Deshalb will sich das Kata-Team auch nicht unter Druck setzen. Ihr Ziel ist in erster Linie, möglichst lange miteinander trainieren und an Wettkämpfen antreten zu können. «Und dabei Spass zu haben.» Deshalb fixieren sie sich auf keine Platzierung an der Weltmeisterschaft in Pamplona.
Tatsache ist, dass vor der letzten WM ein Wettkampf auf diesem Niveau Neuland für die Freiämterin und ihre Kolleginnen war. Nach dem 17. Rang in Budapest sagte Suter gegenüber dieser Zeitung: «Um uns weiter vorne zu klassieren, fehlt uns auch ein wenig die Erfahrung.» Ziel war danach, mehrere internationale Turniere zu besuchen, um künftig mental besser auf solche Grossanlässe vorbereitet zu sein.
Elite-Weltcups im Fokus
Nach der ersten WM-Teilnahme und der EM in Kroatien sind die drei Karatekas bereits deutlich routinierter. Und trotz allem sind auch sportliche Ambitionen vorhanden. «Wir wollten an der EM in Kroatien das Direktticket für die WM lösen, aber waren uns bewusst, dass das schwer wird. Jetzt nehmen wir die nächsten Wettkämpfe in Angriff.» Neben Europa- und Weltmeisterschaften sind die Elite-Weltcups im Teamkata sehr prestigeträchtige Turniere. «Dort ist nicht jedes Land vertreten, dafür besteht aber die Möglichkeit, dass mehr als ein Team pro Nation antritt. Die Qualität und das Niveau der Wettkämpfe sind also trotzdem sehr hoch», erklärt Suter. «Wenn wir an einem solchen Turnier ein Wörtchen um die Medaillenplätze mitreden könnten, wäre das schon ein sehr grosser Erfolg. Aber das ist noch Zukunftsmusik.»
Nachdem sie an der letzten WM als erstes Frauen-Kata-Team aus der Schweiz Geschichte geschrieben haben, konnten die drei jungen Frauen mit der EM- und der erneuten WM-Teilnahme jetzt nachlegen. Die Leistungskurve zeigt aufwärts und man darf gespannt sein, wohin die Reise für Anina Suter und ihre Teamkolleginnen Melinda Mark und Elena Blaser noch geht und was für Ergebnisse sie bereits im kommenden Herbst in Spanien einfahren können.