Auch Fasnacht braucht Sicherheit
20.01.2026 Fasnacht, WohlenGekürzte Route des Fasnachtsumzugs erhitzt die Gemüter: Gemeinderat nennt Gründe für den Entscheid
Der grosse Umzug am Sonntag, 15. Februar, gilt als absoluter Höhepunkt der Wohler Fasnacht. Dann wird ganz Wohlen auf den Beinen sein. Heuer wird ...
Gekürzte Route des Fasnachtsumzugs erhitzt die Gemüter: Gemeinderat nennt Gründe für den Entscheid
Der grosse Umzug am Sonntag, 15. Februar, gilt als absoluter Höhepunkt der Wohler Fasnacht. Dann wird ganz Wohlen auf den Beinen sein. Heuer wird die fasnächtliche Stimmung im Vorfeld jedoch getrübt, denn die Route erfährt diverse Änderungen. Viele Fasnächtler ärgern sich, der Gemeinderat erklärt die unpopuläre Entscheidung.
Daniel Marti
Der Fasnachtsumzug von Mitte Februar erfährt in diesem Jahr eine wesentliche Änderung. Er findet auf einer verkürzten Strecke statt. Der Grund: Der Kirchenplatzkreisel kann für den Umzug nicht mehr gesperrt werden – der Verkehr muss fliessen. Der Kirchenplatz als solches bleibt als Festort bestehen. Dieser Beschluss der Regionalpolizei löste bei diversen Fasnachtsgruppen Unverständnis aus. Die Fasnachtsgesellschaften bedauern zudem, dass mit diesem Entscheid mit einer guten alten Tradition gebrochen wird.
Gemeinderat und Regionalpolizei werden von den Fasnachtsgesellschaften kritisiert. Die zentralen Fragen lauten dabei: Wie ist man zu diesem Entschluss gelangt? Welche Vorteile soll diese verkürzte Variante haben? Für das Ressort Sicherheit ist ab dieser Legislaturperiode Gemeindeammann Roland Vogt verantwortlich.
Umleitung bereits in Bremgarten?
«Die Strassensperrungen des letzten Fasnachtsumzugs führten zu erheblichen, zeitaufwendigen und kostenintensiven Strassensperrungen im Zentrum Wohlens», blickt der Gemeinderat zurück. Im Zentrum herrsche sonst schon täglich ein sehr grosses Verkehrsaufkommen. «Zudem führten die Sperrungen, insbesondere die Sperrung des Kirchenplatzkreisels, zu grossem Schleichverkehr in den Quartieren», erklärt der Gemeinderat auf Anfrage.
Und die gegenwärtige Verkehrssituation im Zentrum ist alles andere als ideal. Weil die Einfahrt von der Bremgarterstrasse in die Pilatusstrasse nicht möglich ist, müsste der Durchgangsverkehr durch Wohlen «bereits beim Kreisel in Bremgarten Fohlenweid umgeleitet werden, um den Schleichverkehr in den Wohler Quartieren Oberdorf, Halde und Luegisland zu verhindern», schreibt der Gemeinderat. Weiter sei die schmale Pilatusstrasse mit der Tempo-30-Zone nicht als Umleitungsstrecke geeignet. Die Pilatusstrasse wird zudem demnächst zum Teil zu einer Begegnungszone «20» umgebaut. Der Gemeinderat folgert daraus: «Eine totale Sperrung des Kirchenplatzkreisels mit den heutigen Strassengegebenheiten hätte zur Folge, dass der Verkehr von Bremgarten in Fahrtrichtung Wohlen komplett zum Erliegen kommt. Es bestehen keine Umleitungsmöglichkeiten. Ebenfalls bestünde keine Rettungsachse für Blaulicht-Fahrzeuge.»
Regionalpolizei und Gemeinderat sprechen in ihrer Analyse auch die Situation in den Quartieren an. Mit dem Bau von zwei Kaphaltestellen in der Allmendstrasse sei diese stellenweise nur durch ein Fahrzeug passierbar, «was bei erhöhtem Verkehrsaufkommen zu Rückstau bis in die Anglikerstrasse führt. Zudem wird die durch die Haltestellen beruhigte Allmendstrasse erneut durch Mehrverkehr belastet.»
Sicherheit auf Isler-Areal und Kirchenplatz gewährleisten
Mit der angepassten Umzugsroute müssen zudem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Kirchenplatzkreisel für das Fasnachtstreiben nicht überqueren. Dadurch, so die Regionalpolizei, könne die Sicherheit erhöht werden.
Mit der neuen Lösung macht der Gemeinderat weitere Vorteile geltend: «Zusätzlich bleiben die Bünzstrasse, das Isler-Areal und der Kirchenplatz während des gesamten Anlasses komplett gesperrt, um einerseits grosszügige Platzverhältnisse für die Umzugswagen und für sämtliche Teilnehmer zu schaffen und andererseits die Sicherheit gewährleisten zu können.»
Vor zwei Jahren gab es erste Informationen
Die Vorbereitungsarbeiten für den Fasnachtsumzug von Mitte Februar 2026 haben übrigens bereits vor zwei Jahren begonnen. «Bereits nach dem Umzug im Jahr 2024 wurden die Verantwortlichen des Fasnachtsumzugs durch die Regionalpolizei mündlich darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Umzugsroute beim nächsten Fasnachtsumzug im Jahr 2026 aus verkehrstechnischen Gründen geändert werden muss», heisst es in der Antwort des Gesamtgemeinderates. Auch eine Neubeurteilung für den Umzug im Jahr 2028 wurde bereits in Aussicht gestellt. Weiter fand nach dem Eingang des Gesuches ein persönliches Treffen zwischen der Regionalpolizei und den Verantwortlichen des Umzugskomitees statt. Dabei wurde die neue Umzugsroute ausführlich und im Detail besprochen. Repol und Komitee waren damals der Ansicht, «dass die angepasste Route eine Herausforderung für das Einordnen der Umzugswagen darstellt», gleichzeitig kam man zum Schluss, dass dies schon «mach- und durchführbar» sei.
«Massiv erhöhte Verkehrsbelastung» an den Umzugstagen
Grundsätzlich ist die Ausgangslage klar: Wegen des Kinderfasnachtsumzugs am Donnerstag, 12. Februar, und des grossen Fasnachtsumzugs am Sonntag, 15. Februar, sind erhebliche Verkehrsmassnahmen und Sperrungen in der Gemeinde Wohlen erforderlich. Dies führt laut Repol zu einer «massiv erhöhten Verkehrsbelastung. Mit der Massnahme, dass die stark befahrene Verkehrsachse Dottikon– Anglikon–Bremgarten beim Kinderfasnachtsumzug und beim grossen Fasnachtsumzug uneingeschränkt befahrbar bleibt, kann das Verkehrsaufkommen reduziert und der Schleichverkehr in den Quartieren minimiert werden», heisst es bilanzierend.
Die Geschäftsleitung der Gemeinde Wohlen stützt die angepasste Umzugsroute, nachdem die Co-Präsidenten des OK Wohler Fasnacht um eine schriftliche Stellungnahme ersucht haben. Dies ist laut Geschäftsleitung auch in einem Protokollauszug vom 16. Dezember 2025 festgehalten.


