An Zündstoff mangelte es nicht
17.02.2026 Muri, FasnachtReunion der Fasnachtsgesellschaft Muri-Neuenburg erstmals im Ars Anima – ein Erfolg
Ars Anima und Veritas. Nur noch zwei Standorte. Und nur vier Schnitzelbank-Gruppen, die auftraten. Dafür mangelte es nicht an Themen: Tempo 30, Badi, Windpark Lindenberg, ...
Reunion der Fasnachtsgesellschaft Muri-Neuenburg erstmals im Ars Anima – ein Erfolg
Ars Anima und Veritas. Nur noch zwei Standorte. Und nur vier Schnitzelbank-Gruppen, die auftraten. Dafür mangelte es nicht an Themen: Tempo 30, Badi, Windpark Lindenberg, Zürcherstrasse, Gemeinderatswahl – die Region bot den Schnitzelbänklern ganz viel Stoff.
Annemarie Keusch
Als Kamel, samt Prinz und Kameltreiberinnen, waren «sWiniges» unterwegs – mit KI, Kamel-Intelligenz. Schnitzelbänke müssen sich nicht zwingend reimen, um zu unterhalten.
Jojo, die Oberdealer vom Bondeshus und de Wertschaft send jo ohni eus of Amerika. Debi händ mehr 2000 Johr Erfahrig met Goldgschenk gha. Halleluja de Beschränkti, äh Beschänkti, hed emmer no s Gfühl, er sigi de neu Gott. Und eusi chnünlid vor dem Lappi, bes mehr kei Chole me händ.
S Steuramt wott jo is Chloster. Das loht mehr imm Fall gar kei Ruhe. Wieso? Vileich händs dete en göttlichi Igebig. Träum wieter. Nei, das esch doch es schlechts Omen. De goldig Engel pfifft scho set 1000 Johr usem letschte Loch use.
Send echt die drü neue Gmeindröt immer noch de gliche Meinig? Aber die drü Neue machid mer schochli Angst. Wieso? Weisch was die weder abrechnid, wenn sie so öbermotiviert drischüssid. Nor kei Panik, das send jetzt Politiker. Die hend ehri Verspreche scho lang vergesse und s Arbeitstempo isch flächedekend langsam.
De Strubig und s Lotti blickten wie gewohnt eloquent und mit viel Tempo auf das Geschehen zurück. Und mit viel Erfahrung. S Lotti ist seit ganzen 44 Jahren als Schnitzelbänklerin in Muri unterwegs.
Im Spätsommer no hämmer gmeint, das eus das Mal werdet d Theme fehle. Doch dänn send d Gmeindsversammlige cho und mir händ quasi e fertigi Schnitzbank übercho. D Stühl hend ned glängt, vo de Ziit wämmer gar ned rede. D Traktandelisschte hät’s gschafft, d Murianer z bewege.
Badi Muri samt PV, en riesige Kredit. D Parkplatzbewirtschaftig Bachmatte, mit em Mehrverchehr im Blick. Tüüri Landchäuf fürs Bahnhofareal und 4 Prozänt meh Stüüre, das isch niemetem egal. Au Tempo 30 generell und Spielgruppe-Subventione provoziere schnell. Mer chönnt jetzt säge, d Traktandelischte isch überlade, doch euse Gmeindrat schmeisst de Lade. De Hampi bringt mol einisch meh es Lehrstück i Basisdemokratie. Die esch fascht so suuber, wie bir neue ARA d Reinigungsstufe gsi.
Tri tra trallalla, s Chaspar-Theater isch wieder da. Äs isch scho fascht e Tradition, de jährlich Wächsel vom Chaspar s iner Direktion. Und demit die Tradition ja au wiitergaht, händs e bsunderi Lösig gfunde im Verwaltigsrat. Di neu Direktorin, d’Yasmin Cachemaille Grimm, hät zwar en Vertrag, doch nor ad interim. Villicht sötti s Päärli Christe und Gut bi de Nachberin luege, wie mer wirte tuet. Und Untersützig bi de Vereine bueche, dänn die wüssed, für was d Murianer ihres Gäld usgänd. S chunnt no sowiit, dass, wänn d’Yasmin kei Verbesserig anebringt, de Stern de Adler übernimmt.
Kreisel gesperrt, s Milly nöm im Amt, der Durchgangsverkehr is Quartier verbannt. Dä Schlamssel brengt Gwohnheite zu Tag, wien ech die Umfahrig jetzt scho ned mag. Buess verteiles wäge fahre dur d Grindelstross. Ich frog mech, wer kenni det bloss. Mäldige vo Durchfahrts zyte erziele andri Richwyte. Muri schaffts is Radio, händ das ächt au d Detailiste mitbecho. Jetzt chöntet neui eri Buuchläde eröffne, heisse Tee, Karte, es Bluemli für die wo müned warte. So würd weder öbis a de Luzernerstross laufe und d Bevölkerig würd im Dorf go ichaufe.
Die Golden Boys unterhielten mit Schnitzelbänken, passenden Zeichnungen und einem Refrain. Statt «S Buurebüebli mag i nid», hiess es «D Golden Boys mag i nid». Der Rest bleibt: Nach vorne, nach hinten, nach rechts, nach links...
Die türschti Sanierig vo de ganze Wält, und vier Prozent meh Stüüre, das goht is Gäld. 12 Millione für die neuii Badi, e riiiiiese Zahl, sogar no meh als es Aquarium für en Wal. Mir freuied euis, uf en Treffpunkt voller Läbe und Reiz, für d Réunion 2028 gihts weder mol en neui Beiz.
Gmeind Beinwil isch vo de Grössi her e Zwerg und doch ide Schlagziile wäge de Windräder ufem Lindeberg. Mir händ noch de Niederlag mit em Gmeindrot Boiu telefoniert und bi ihne en neui Vor- schlag platziert. Sie sellid ihri Rädli echli gäge Norde bewege und is Beachvolleyball-Fäld vo de Badi Muri verlegge. Euis isch klar, das isch alles anderi als schön, aber wenigschtens spart d Badi so de Garderobe-Föhn.
D Stüre stiiged, s Budget bliibt rot, drum händ Goldenboys en Plan ide Not: D Zürcher zahlid en Badi-Zuesatz-Gebühr, vom Gmeindrot d Hälfti spicke, alles anderi wäri z tüür. Muri und Geltwil werdid zwangsfusioniert und de Hampi als Bonus früehpensioniert.
D Marlies, de Jögu und de Herbi zeiget, wies goht und sind sitt em Januar im Gemeinderot. De einti Muurer, de anderi Meister-Buur und natürli d Marlies, eusi Beizer-Frohnatur. De Fachkräftemangel macht au bi euisem Gmeindrot ned halt. Wie überall: die Junge wänd ned und die drü Neui sind alt. Oder andersch gseit: wenns brueflich nöme försi goht, wählsch di z Muri in Gemeinderot.
Die jüngsten Schnitzelbänkler sind «De Kevin und de Adi» – ehemalige Neuenburger Tambouren. «Muri isch in, schön ond modern», den Refrain übernahmen sie vom Vorjahr, und erneut klatschten und johlten die rund 150 Gäste im Ars Anima mit. Die Verse aber sind neu.
Bi de Wahle händ sich gnueg Lüt i Szene gsetzt, drom sind alli Stüehl am Gmeindrotstisch weder bsetzt. De Meier Hörbi, ehemalige Schuelpflägpräsidänt, isch im Sommer zum Gmeindrat ufegrännt. Bitte, liebe Hampi, gib mer als Gmeindrot din Säge, de muessi echli weniger buure im steinige Räge.
De Füürwehr-Kommandant het sis Zepter wiitergäh, dass er de Technisch Dienscht im Spital chan übernäh. De Umbou vode Gebäri esch voll am tue, drom sind d Töre för Schwangeri jetzt för immer zue. Gligli hets meh Platz för oisi Seniore, de chömmer luege, ob d Chend deheime werdid gebore.
E neue Badi-Igang, Garderobe ond Kiosk für es paar Millione, det es Glace go schläcke wird sich sicher lohne. Pommes frittes ide Badi send die allerbeschte, de Burkert duet alli einzel persönlich teschte. Vo neue Garderobe tüend alli profitiere, ob gross oder chli, für e Badi-Sanierig send alli debi.
Im GZ Muri chasch go läse ond Musig mache. Oder loh flicke, dini alte Sache. S Ars Anima chamer jetz für Ahläss bueche, muesch nömme de priiswerti Ochsesaal ufsueche. Multi-Pizza hed en neue Standort, ganz schön schlau. Chasch en Pizza hole, wennd stohsch im Stau.
Wenn wotsch in Muri vom Wey id Egg. Fahr ned z schnell, soscht esch s Billet rassig weg. De Weg bis in Früehlig 27 vo de Unterfüehrig wird steinig, vellecht sind sichs bes denn wegem Bahnhofareal au mol no einig. Parkplätz ond de Rächtsvortritt ide Klosterfeld send verschwonde. De Schlichweg öber d reformiert Chile wird au no onderbonde. Die 100 Stotz hättsch au chöne spare, oder diräkt grad rüehre usem Chare.
Neue Schnitzelbänkler fördern
Vier Schnitzelbank-Gruppen. Neue kommen kaum hinzu. Diese Herausforderung gehen die Vereinigten Fasnachtsgesellschaften nun an – mit entsprechenden Workshops. Am Donnerstag, 19. März, 19 bis 22 Uhr, findet ein erster Termin statt, am 17. September dann der Workshop für Erwachsene und am 18. November derjenige für Kinder. Die Teilnehmenden tauchen ein ins Reimen, Pointieren und Improvisieren. Die Organisatoren sind überzeugt: «Die Welt braucht mehr Menschen, die mutig, kreativ und schlagfertig sind.» Und Schnitzelbänke seien einfach zu schade, um sie nur zu hören, man müsse sie erleben. Angesprochen fühlen sollen sich alle. Anmeldungen sind bereits viele eingegangen, werden aber unter Tel. 079 391 44 74 weitere entgegengenommen. --ake





