Abschied nach 37 Jahren
01.05.2026 Spitex, Region UnterfreiamtMitgliederversammlung der Spitex am Puls
Der kleine Saal im Restaurant Güggel in Dottikon kam am Mittwochabend an seine Kapazitätsgrenzen, als sich rund 100 Mitglieder zur diesjährigen Mitgliederversammlung trafen.
Walter ...
Mitgliederversammlung der Spitex am Puls
Der kleine Saal im Restaurant Güggel in Dottikon kam am Mittwochabend an seine Kapazitätsgrenzen, als sich rund 100 Mitglieder zur diesjährigen Mitgliederversammlung trafen.
Walter Minder
Der Grossaufmarsch lag wohl auch am angekündigten Vortrag von Wachtmeister Marco Dössegger von der Fachstelle für Verbrechensprävention der Kantonspolizei Aargau mit dem Titel «Augen auf vor Trickbetrügern und Co.».
Dössegger zeigte anhand aktueller Fälle, wie die kriminelle Abzockerei funktioniert. So sei einer 79-jährigen Frau am Telefon eine Anlagerendite von 20 Prozent versprochen worden. «Wenn Sie sich in ein Gespräch einlassen, laufen Sie Gefahr, in einen Kreislauf zu geraten und Ihre Vorsicht zu verlieren.» Und wenn der erste Betrag überwiesen ist, kommt schon der nächste Anruf mit dem Resultat, dass die Frau am Schluss 250 000 Franken verloren hat. «Sobald ein unbekannter Anrufer irgendwelche Versprechungen macht, gibt es nur eines: sofort auflegen», so Dössegger. Das Motiv für die Betrogenen sei oft die Aussicht auf viel Geld. Bekannt sind auch die Besuche von vermeintlichen Polizisten, die vor Einbrechern in der Umgebung warnen. «Die Polizei verlangt nie Geld oder Schmuck an Ihrer Haustüre!»
Dann zeigte er zwei kurze KI-Videos, in denen Roger Federer und Alt-Bundesrat Christoph Blocher für Investitionen hohe Renditen versprechen. «Alles Trug und Lug, überweisen Sie nie Geld auf ein Bankkonto, das Sie nicht überprüfen können.» Auch die Betrugsmasche «Romance Scam» thematisierte Dössegger. Wenn das Thema Geld angesprochen wird, ist die Beziehung trotz aller Liebesgefühle abzubrechen, «denn Ihr Geld landet in Ländern wie Ghana oder Nigeria». Unterstützung gibt es über die Nummer 117, im Flyer wie «Grosse Liebe? Grosse Lüge!» oder bei lokalen Polizeistellen. Für sein eindrückliches, auch nachdenklich machendes Referat dankten die Anwesenden Dössegger mit grossem Applaus.
Erfreuliches Geschäftsjahr, aber auch negative Entwicklungen
«Wir blicken auf ein erfreuliches Geschäftsjahr in einem schwierigen Umfeld zurück», so Präsident Fritz Schober in seinem Jahresbericht. «Zu viele verlassen den Pflegeberuf nach ihrer Ausbildung, die Attraktivität muss erhöht werden. Wir dürfen uns über ein stabiles Team und positive Rückmeldungen unserer Klientinnen und Klienten freuen.» Kritisch erwähnte der Präsident den überbordenden Datenschutz, positiv die Zusammenarbeit mit der Spitex Lenzburg im Bereich Palliative Care / Psychiatrie. Sorgen bereitet ihm das Thema «Bezahlung von pflegenden Angehörigen», das nicht zuletzt aus kommerziellen Gründen zu einem Kostensturm im Gesundheitswesen führen wird. «Dieser auch politisch begründete Wildwuchs muss bekämpft werden.» Zudem habe die Integration des Spitexverbandes Aargau in den Gesundheitsverband Aargau (vaka) die befürchteten negativen Auswirkungen zur Folge. «Die Leistungen stehen in keinem Verhältnis zu den Kosten.»
Matthias Wirth, zuständig für das Ressort Finanzen, präsentierte anschliessend die von der Versammlung genehmigte Erfolgsrechnung mit einem Kostenüberschuss von rund 61 500 Franken, der durch die Verbandsgemeinden Büttikon, Dottikon, Hägglingen, Uezwil und Villmergen ausgeglichen wird. Das ebenfalls einstimmig genehmigte Budget 2027 rechnet in Absprache mit den Verbandsgemeinden mit einem Plus von rund 15 000 Franken.
Entwicklung der Spitex massgeblich geprägt
Nach der Bestätigung der bisherigen Revisionsstelle BDO AG für das laufende Jahr erklärte Schober nach 13 Jahren seinen Rücktritt und bedankte sich für die grosse Unterstützung durch Vorstand und Mitarbeitende. Mit Thomas Naef (Bremgarten), seit 2024 im Vorstand aktiv dabei, konnte er der Versammlung erfreulicherweise einen perfekt passenden Nachfolger vorschlagen, der auch beruflich in beratender Funktion im Gesundheitswesen tätig ist. Einstimmig und mit Applaus wählte die Versammlung Naef als neuen Präsidenten der Spitex am Puls.
Mit einem «Machs guet!» übergab ihm Fritz Schober das Präsidentenamt, anschliessend bedankten sich Naef und die Versammlung bei ihm für das langjährige Engagement zugunsten des Vereins und der Klientinnen und Klienten. Unglaubliche 37 Jahre hat sich Fritz Schober für die Spitex eingesetzt, erst in der Spitex Hägglingen, nach der Fusion auch in der Spitex am Puls, wo er erst ein Jahr im Vorstand wirkte und 2013 dann zum Präsidenten gewählt wurde.
«Ein fast vier Jahrzehnte währendes Engagement im Dienste der Öffentlichkeit ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Fritz Schober hat die Entwicklung der Spitex in unserer Region massgeblich geprägt und ist eine Persönlichkeit, deren Treue und unermüdlicher Einsatz eine besondere Würdigung verdienen», sagt denn auch Spitex-Leiterin Karin Lachenmeier über den abtretenden Präsidenten.


