TRIBÜNEN GEFLÜSTER
21.06.2024 Sport, KolumneEs ist ein dickes Ding für das Freiamt und allen voran für Sarmenstorf. Unter den ersten sieben Schwingern am Nordwestschweizerischen Schwingfest in Lausen sind drei Sarmenstorfer klassiert. Die Döbeli-Brüder Lukas und Andreas und Pascal Joho. Sarmenstorf ist das ...
Es ist ein dickes Ding für das Freiamt und allen voran für Sarmenstorf. Unter den ersten sieben Schwingern am Nordwestschweizerischen Schwingfest in Lausen sind drei Sarmenstorfer klassiert. Die Döbeli-Brüder Lukas und Andreas und Pascal Joho. Sarmenstorf ist das erfolgreichste Schwingerdorf in der Schweiz. Dies ist aber «nur» eine Momentaufnahme. Gemäss einer Analyse von 2022 war die «böseste» Gemeinde des Landes Rothenthurm mit 245 gewonnenen Kränzen (seit 2008), gefolgt von Nesslau und Diemtigen. Im Freiamt war Sarmenstorf damals schon Spitzenreiter mit 45 Kranzgewinnen, gefolgt von Aristau mit 31. Joel Strebel, der Saison-Dominator aus Aristau, er hat in den letzten zwei Jahren etwas aufgeholt für sein Dorf, aber auch die «Sarmi»- Jungs haben fleissig Kränze ergattert. So kann man auch 2024 mit gutem Gewissen sagen, dass Sarmenstorf die erfolgreichste Schwinggemeinde im Freiamt ist.
Am Nordwestschweizerischen setzen die Freiämter ein Ausrufezeichen und holen sich vier Kränze für den Schwingklub Freiamt. Kaum auszudenken, was passiert wäre, wenn Joel Strebel dabei gewesen wäre. Der Aristauer, der sich letzte Woche das Kreuzband riss, hätte dieses Fest wohl gewonnen, so mutmasst es die Sportredaktion. «Das Nordwestschweizerische wäre mit Joel ganz anders verlaufen, er wäre definitiv vorne anzutreffen gewesen», sagt Lukas Döbeli. Meinrad Baur, Sarmenstorf Gemeindeammann, blickt voraus auf das «Eidgenössische» im nächsten Jahr: «Gespannt bin ich auf das ESAF 2025 und hoffe, dass bis da nebst Strebel auch die Sarmenstorfer Philipp Joho und Janis Furter wieder fit sind.» Das hoffen wir auch und wünschen allen verletzten Schwingern gute Besserung.
Niklas Stocker, 19 Jahre jung, Metzger, Boswiler. Am Nordwestschweizerischen holt er sich seinen ersten Kranz und das gleich an einem Teilverbandsfest. Ab sofort weht ihm ein anderer Wind an den Schwingfesten entgegen. Am Abend des grössten Erfolgs seiner jungen Karriere hatte er keinen Akku mehr. Das Handy war tot. «Als ich es wieder geladen habe und es einschaltete, klingelte es 10 Minuten am Stück», sagt er lachend. Es haben ihn viele Glückwunsch-Nachrichten erreicht, worüber er sich sehr freute.
Auch das Handy von Jan Gelpke vibrierte ordentlich. Der Webmaster und Vereinsfotograf von Handball Wohlen und freier Mitarbeiter dieser Zeitung war zur besten Sendezeit während der Fussball-EM im Bild. Auf ARD, SRF2 und vermutlich auf allen anderen Kanälen, die das Spiel der Schweiz gegen Schottland (1:1) zeigten, war Gelpke-Time angesagt. In der Nachspielzeit des Spiels der Schweizer war der Wohler erst mit etwas enttäuschter Miene zu sehen – um nur Sekunden später leidenschaftlich die Nati anzufeuern (siehe Bild). «Mein Handy ist danach explodiert», sagt Gelpke.
Stefan Sprenger