Kinder aus den Flammen gerettet
18.10.2022 BüttikonErfolgreiche Hauptübung der Feuerwehr Büttikon-Uezwil
Um 19 Uhr ging der Alarm ein. Ein mittelschwerer Küchenbrand an der Villmergerstrasse 4. Zwei Kinder und ein Garagist mussten aus dem Gebäude gerettet werden. Die Übung stand unter der Leitung ...
Erfolgreiche Hauptübung der Feuerwehr Büttikon-Uezwil
Um 19 Uhr ging der Alarm ein. Ein mittelschwerer Küchenbrand an der Villmergerstrasse 4. Zwei Kinder und ein Garagist mussten aus dem Gebäude gerettet werden. Die Übung stand unter der Leitung von Dominic Schwegler und wurde mit einem «Erfüllt» abgeschlossen.
Susanne Schild
Dicker, beissender Rauch dringt aus dem Haus der Familie Kreitmeir in Büttikon. Es regnet in Strömen. Zwei kleine Jungen sind vor den Flammen auf den Balkon geflüchtet. Verzweifelt rufen sie um Hilfe. In der Küche ist ein Brand ausgebrochen. Das Treppenhaus ist voller Rauch. Aus der angebauten Werkstatt dringt ebenfalls Rauch. Um 19 Uhr geht bei der Feuerwehr Büttikon-Uezwil die Meldung ein, dass an der Villmergerstrasse 4 ein mittelschwerer Brand in der Küche des Einfamilienhauses ausgebrochen ist. Nur wenige Minuten später sind die Einsatzkräfte vor Ort. 43 Feuerwehrleute, das Tanklöschfahrzeug, das Pikettfahrzeug, das Verkehrsfahrzeug und das Mehrzweckfahrzeug sind an diesem Abend im Einsatz. Insgesamt gehören der Feuerwehr Büttikon-Uezwil aktuell 60 Personen an, wovon sechs Frauen, neun Offiziere und elf Gruppenführer sind.
Alles muss sehr schnell gehen
Kurz nach dem Eintreffen der Einsatzfahrzeuge muss vieles organisiert werden. Während der anfänglichen «Chaosphase» erklärt Kommandant Roger Weibel den Zuschauern das Szenario der diesjährigen Feuerwehrhauptübung. Während der Ausführungen des Kommandanten wird das Gelände beleuchtet und erkundet. Die Elektra schaltet die Stromversorgung des brennenden Gebäudes im Transformatoren-Haus auf der gegenüberliegenden Strassenseite ab. «Normalerweise wird der Strom im Gebäude abgestellt. Damit die Zuschauer einen Einblick in die Arbeit der Elektra erhalten, haben wir uns entschlossen, die Stromversorgung des Einfamilienhauses im Transformatoren-Haus abzuschalten», erklärt Weibel. Die Strasse wird gesperrt und der Verkehr umgeleitet. Die Sanitäter richten das Verletztennest ein, die Gerätschaften wie Leiter und Schläuche werden für den Einsatz vorbereitet. Alles geht sehr schnell und läuft routiniert ab. Jeder Handgriff sitzt.
Zwei Brände müssen gelöscht werden
Neben der Bekämpfung des Brandes in der Küche mussten als Erstes die Kinder der Familie Kreitmeir über den Balkon gerettet werden. Als der Garagist die Schreie der Kinder hörte und ihnen zu Hilfe eilen wollte, stolperte er über seine Schweissanlage und musste daher ebenfalls aus der Autowerkstatt geborgen werden. «Bei der Rettung des Garagisten kommt der Atemschutz zum Einsatz», sagt der Kommandant.
Da die Schweissanlage umgefallen war, fingen die gestapelten Reifen an zu qualmen. Somit mussten die Brände in der Küche und in der Garage gleichzeitig bekämpft werden. Um eine Explosion zu verhindern, wurden die Gasflaschen ins Freie gebracht, damit sich diese nicht erhitzen konnten. Kinder und Garagist konnten aus dem Gebäude gerettet werden und wurden ins Verletztennest gebracht, wo sie von Sanitätern versorgt wurden.
Zuschauer bekamen einen sehr guten Eindruck der Arbeit
Durch die Erklärungen des Kommandanten waren die Zuschauer über die Abläufe stets informiert. Daneben hatten sie die Möglichkeit, die Arbeit der Elektra, der Sanität, des Verkehrs, des Atemschutzes und der Maschinisten an dieser Hauptübung kennenzulernen.
Nach einem Übungshalt gab es eine kurze Übungsbesprechung durch den Übungsleiter Dominic Schwegler und den Einsatzleiter Philipp Binzegger. Die Übung wurde mit einem «Erfüllt» abgeschlossen. «Ich bin zufrieden mit dem Übungsverlauf», fasste Roger Weibel zusammen. Nach der Besprechung wurde das Material retabliert und in die Fahrzeuge eingeräumt.
Ehrungen und Beförderungen
Im Anschluss an die Übung blickte Kommandant Roger Weibel noch auf das Jahr zurück. «Ein ganz spezieller und ungewöhnlicher Einsatz war nach der Sprengung des Raiffeisen-Bankomaten in Büttikon am 10. August», erinnerte er sich zurück. Zwei Explosionen hatten damals die Anwohner aus dem Schlaf gerissen, am Tatort, einem frei stehenden Gebäude, blieb Verwüstung zurück. Insgesamt gab es in diesem Jahr zwei Brandeinsätze, drei Verkehrsregelungen und Abklärungen, eine technische Hilfeleistung, eine Alarmübung und sechs Wespeneinsätze.
Geehrt wurden an diesem Abend Michael Fust für zehn Jahre Dienst bei der Feuerwehr Büttikon-Uezwil, Michel Weibel, Franco Satraniti und Martin Stadelmann für jeweils 20 Jahre und Patrick Kaiser für 25 Jahre.
Martin Steiner wurde zum Gruppenführer, Marco Sax zum Feldweibel, Andreas Keusch zum Gefreiten, Patrick Meyer und Joel Rösch zum Atemschutz-Truppführer befördert. Ende des Jahres verlassen Christian Camenisch nach 14 Jahren Feuerwehrdienst und Ressortvertretung Gemeinde Büttikon sowie Franco Satraniti nach 20 Jahren Feuerwehrdienst im Atemschutz, bei den Maschinisten und der Elektra die Feuerwehr Büttikon-Uezwil.
Auch Martin Stadelmann legt nach fünf Jahren Feuerwehrdienst im Atemschutz seinen Dienst nieder. «Für die Zukunft wünschen wir euch beste Gesundheit und viel Glück. Für den Einsatz in der Feuerwehr Büttikon-Uezwil möchten wir uns mit einem Applaus herzlich bedanken», sagte Roger Weibel.



