Ein Dorf im Trommler-Fieber
21.06.2022 MuriTrommeln und Dudelsäcke prägten das Bild am Samstag auf dem Klosterhof. Hinzu kamen über tausend begeisterte Gäste. Vor allem während dem Festumzug drängten sie sich auf der Klostermauer, als wenn die Temperaturen nicht sonst schon genug heiss wären. «Es ...
Trommeln und Dudelsäcke prägten das Bild am Samstag auf dem Klosterhof. Hinzu kamen über tausend begeisterte Gäste. Vor allem während dem Festumzug drängten sie sich auf der Klostermauer, als wenn die Temperaturen nicht sonst schon genug heiss wären. «Es passte alles», sagt OK-Präsident Marco Burkart. --ake
Eine grosse Show jagt die andere
Synchronität, Unterhaltung, Abwechslung: Das «Muri Tattoo» begeisterte die Massen
Zehn Formationen auf der Bühne. Eine Band, die für ausgelassene Stimmung sorgte. Ein Umzug der Marktstrasse entlang. Und zum Glück ein Brunnen und ein grosser Baum auf dem Klosterhof. Am «Muri Tattoo» passte alles. Auch das Geburtstagsfest der organisierenden Adelburger.
Annemarie Keusch
Für OK-Präsident Marco Burkart ist es die «Massed Band». Der Moment, als alle 140 Trommlerinnen und Trommler, Dudelsack-Spielerinnen und -Spieler auf oder vor der Bühne stehen. Es ertönen die Klänge zu «Highland Cathedral». «Ein totaler Tattoo-Klassiker. Diesen Moment werde ich lange nicht vergessen», sagt er. Die berührende Melodie, die Stimmung auf dem Klosterhof, das Gefühl des Miteinanders. «Es passte alles.» Aber auch die Vielfalt, die die verschiedenen Trommel-Corps präsentierten, ist eines von Burkarts Highlights. Die einen brachten grosse Unterhaltung und Show-Elemente mit, wie die «Cliffhangers» Burgdorf/ Thun. Andere stellten perfekte Synchronität ins Zentrum, wie der Tambourenverein Oberentfelden Muhen. Wieder andere, etwa die «Hot Sticks» Ittigen, zeigten, dass es längst nicht Trommeln sein müssen, um rhythmisch zu klingen – auch PET-Flaschen oder Becher könnens sein. Oder andere, wie die Trommelakademie Basel, zeigen, wie gut ausgebildet schon junge Trommlerinnen und Trommler sein können.
Highlights gibt es verschiedenste zu nennen. Etwa den Umzug, als eine Formation nach der anderen die Marktstrasse empor läuft und die Massen am Strassenrand begeistert. Oder «The Led Farmers», die nach ihrem Auftritt am Turnfest vor fünf Jahren zum zweiten Mal das Murianer Publikum begeistern. Oder als die 140 Musikanten den «Adelburger» von Theo Bittel anstimmten. «Unsere Hymne», sagt Marco Burkart.
Die grosse Show des Heinz Loher
Und dann ist da noch die Kleinformation «Blächreiz», die das «Muri Tattoo» quasi zu ihrem Fest machte. Frontmann Heinz Loher zeigte überhaupt keine Scheu, gab als Rapper die Rampensau auf der Bühne und präsentierte auch ein selber geschriebenes Stück. Er sprang umher, er sang, er und seine Bandmitglieder begeisterten. Bei den lauten Liedern genauso wie bei leisen wie «Amazing Grace» oder «You raise me up», die sie zusammen mit den Freiämter Zwillingen Jasmin Döbeli und Jenny Strebel und einem Dudelsack-Spieler präsentierten. Und auch beim Festumzug unterhielten sie das Publikum bestens, mit Choreografien und einer selber gestalteten, etwas anderen Gitarre.
Für OK-Präsident Marco Burkart ist es ein Fest der Superlative. «Wir sind einfach nur beeindruckt», sagt er. Und meint beispielsweise die grosse Unterstützung, die sie im Dorf erhielten. Oder die vielen Helferinnen und Helfer, die im Einsatz standen. Oder die vielen Besucherinnen und Besucher, die auf den Klosterhof pilgerten. «Wie viele es waren, ist schwer zu sagen, viele kamen, gingen und kamen wieder», weiss er. Mit so vielen Gästen hätten sie nicht gerechnet. «Dass am Abend viele kommen, das dachten wir. Dass das Gelände aber schon ab 14 Uhr so stark bevölkert war, das hatten wir nicht budgetiert.» Entsprechend ging schon am frühen Abend das eine oder andere Essensangebot aus, «verhungern musste aber bis nach Mitternacht niemand».
Gelungener Jubiläumsabend
Und auch den Abend der Adelburger Tambouren, ihr Geburtstagsfest quasi, wertet der OK-Präsident als Erfolg. «Es war eine entspannte, fröhliche Atmosphäre. Mit 150 geladenen Gästen, gutem Essen und abwechslungsreichem Programm.» Dass die Mehrheit der Gäste schon kurz nach Mitternacht ging, darüber sei er im Nachhinein nicht traurig gewesen. «So konnten wir Energie sparen für am Samstag. Und die brauchten wir, ganz dringend.»








