Was im Freundeskreis begann
27.07.2021 MuriEin spezielles Jahr für das traditionelle Autokino Muri
Neuer Präsident, neuer Beamer und ein zusätzlicher Abend. Einiges war beim 24. Mal anders, doch vieles ist auch gleich geblieben. Das Autokino Muri ist weit über die Kantonsgrenzen bekannt und ...
Ein spezielles Jahr für das traditionelle Autokino Muri
Neuer Präsident, neuer Beamer und ein zusätzlicher Abend. Einiges war beim 24. Mal anders, doch vieles ist auch gleich geblieben. Das Autokino Muri ist weit über die Kantonsgrenzen bekannt und gehört bei einer grossen Zahl von Oldtimer-Liebhabern einfach zum Jahr dazu.
Richard Gähwiler
Das Autokino in Muri ist heute fester Bestandteil des kulturellen Angebots im Freiamt. Es war im Jahr 1997, als Pirmin Breu und Beat Baumann mit bescheidenen Mitteln, einem einfachen Video-Beamer und einem handelsüblichen Videogerät das erste Autokino in Form einer Open-Air-Privatparty realisierten. Dieser Event fand Gefallen, sodass die «Party im Freundeskreis» in dieser Art weitergeführt wurde. Standort war und blieb bis heute das Gelände beim Hof von Landwirt Hans-Peter Frey auf der Bergmatt.
Es war dann wahrscheinlich die Originalität dieses Anlasses, mit der speziellen Filmauswahl und dem originellen Food-Angebot, welche Fans der Ami- und Oldtimerszene aus der ganzen Schweiz anzulocken vermochte. So wurde der «Freundeskreis» bei jedem Anlass grösser.
Erfolgreich mit motiviertem Team
«Auf dem heutigen Gelände können wir rund 300 Fahrzeuge parkieren», erklärt Präsident Räber und zeigt auf einen grossen Blätz Wiesland, der nach dem mehrtägigen Regen gut abtrocknen und dann gemäht werden konnte. «Diesen perfekten Platz haben wir unserer ‹guten Seele›, dem Landwirt Hans-Peter Frey, zu verdanken, dem wir aufgrund seines Engagements die Ehrenmitgliedschaft unseres Vereins verleihen durften», ergänzt Räber. Auch Beat Baumann und Räbers Vorgänger Marco Stadler wurden an der Generalversammlung 2020 zu Ehrenmitgliedern ernannt. Ehrenmitglied Frey selbst wohnt «gleich um die Ecke», sagt Räber, und habe so die Vorbereitungen immer vor Augen. «Das ist natürlich eine ideale Konstellation.»
Aufgrund der langjährigen Erfahrungen und treuen Helferinnen und Helfer beginnt das Aufstellen von Bar, Festzelt und Abschrankungen zwei bis drei Tage vor dem Anlass. «Am Kinoabend sind dann 20 bis 25 Leute im Einsatz, inklusive der Einweiser von ‹Hoopers›, unserem befreundeten US-Car-Club», erklärt Räber, der, wie er selbst zugibt, nun ein paar Stunden vor Beginn langsam nervös wird.
Dadurch, dass man sich für einen zusätzlichen Tag entschieden habe, habe man weitere neue Helferinnen und Helfer suchen müssen. Doch das sei zum Glück kein Problem gewesen, informiert Cyrill Räber. «Sie sind jung, motiviert und tatkräftig und haben sich so schnell in das bestehende Team integrieren können.»
Neben dem Standardprozedere, welches das Autokino-Team nun aus dem Effeff kennt, galt es dieses Mal auch die Corona-Hygiene- und -Schutzmassnahmen zu berücksichtigen: Maskenpflicht an den Theken, Kassen und Toilettenwagen, Abstandsregel und Bezeichnung von Ein- und Ausgängen. Dies alles wurde mit einem Fachmann vom Kanton erarbeitet und entsprechend bezeichnet und umgesetzt. «Jeder hat sich an die Regeln gehalten, sodass alles reibungslos funktioniert hat», betont der Präsident. Auch die Abläufe in der Küche habe man optimiert, sodass lange Warteschlangen vermieden werden konnten.
Mehr Platz durch neuen Beamer
Schon vor der eigentlichen Eröffnung um 19.30 Uhr stauen sich rund ein Dutzend Autos in der Einfahrt zur Abendkasse. Doch es läuft speditiv. Über Funk sprechen sich die Einweiser ab und lotsen die Fahrzeuge an ihren Standplatz vor der Leinwand. Durch dieses «Tropfen-Prinzip» kann so jedes einzelne Fahrzeug bestaunt werden – und da gab es einiges zu sehen: ein Happening automobiler Schätze. Vom sportlichen Austin Healey, einer kobaltblauen Corvette Cobra, zahlreichen gepflegten Ford-Oldies sowie den elegant-wuchtigen Buick-, Cadillac-, Pontiac- und Dodge-Modellen, wie man sie nur noch in Kuba zu sehen glaubte. Über hundert wunderschöne Fahrzeuge aus allen Regionen der Schweiz gab es an diesem Abend zu bestaunen.
«Dank der neusten Technik können wir unseren Beamer jetzt hinter den parkierenden Autos aufstellen. Der Film kann mit einer Distanz von 100 Metern auf die Leinwand gebeamt werden», erklärt Cyrill Räber. Das habe den Vorteil, dass man dadurch, dass der Beamer nicht mehr vor der Leinwand platziert werden müsse, mehr Platz für die Autos zur Verfügung habe. «Die technische Zentrale ist jetzt kompakt in einem Baucontainer auf einem Lastwagenanhänger untergebracht. Das ist einfach perfekt», lobt er weiter.
Wie im «richtigen Kino»
Neben den deftigen Burgern sind es die Speed-Pommes, welche bei den Besuchern regen Zuspruch finden. Die Küchen- und Bar-Crew ist jedenfalls bis kurz vor Filmbeginn voll beschäftigt. Um 22 Uhr haben sich dann die meisten Besucher in ihren Kino-Sessel im Fahrzeug zurückgezogen und wie im «richtigen Kino» beginnt die Vorführung mit Werbung, Vorschau und dann «Dallas Buyers Club» – 117 Minuten Film. Es war kurz nach Mitternacht, als dieser mit dem erhofften Happy End sein Ende fand.
Problemlos und speditiv erfolgte dann das Ausparkieren, währenddem die Helfer mit einem Schlummertrunk einen erfolgreichen Abend abschlossen. Fazit und Grundtenor der abreisenden Besucher: «Es war ein faszinierend-gemütlicher Abend, wir sind nächstes Jahr wieder hier.»




