Kultur in Zeiten von Corona
25.08.2020 KulturDer Sternensaal startet Mitte September in die neue Saison
Mit dem Auftritt von «6 Handful of Blues» wagt der Verein am 19. September die Wiederaufnahme des Kulturbetriebs. Wegen der geltenden Vorgaben müssen sich die Besucher auf einige Änderungen ...
Der Sternensaal startet Mitte September in die neue Saison
Mit dem Auftritt von «6 Handful of Blues» wagt der Verein am 19. September die Wiederaufnahme des Kulturbetriebs. Wegen der geltenden Vorgaben müssen sich die Besucher auf einige Änderungen einstellen. Die wohl Gravierendste: Es inden maximal 48 Zuschauer Platz.
Chregi Hansen
Am 15. März trat der deutsche Schauspieler Volker Ranisch mit seinem Programm zum 200. Geburtstag von Theodor Fontane im Sternensaal auf. Was sich an diesem Sonntagmorgen erst andeutete, wurde 24 Stunden später Wirklichkeit. Am 16. März erklärte der Bundesrat die «ausserordentliche Lage» – ab sofort waren alle Kulturveranstaltungen verboten.
Inzwischen nimmt das Kulturleben langsam wieder Fahrt auf. Allerdings unter strengen Auflagen. Das gilt auch für den Sternensaal Wohlen, der in rund drei Wochen in die neue Saison startet. Diese Woche wird darum nicht nur das neue Programm verschickt, sondern auch die «Spielregeln» für die kommenden Wochen. Dabei müssen sich die Zuschauer auf einige Neuerungen einstellen.
Einbahnregelung im Saal
Damit die Sicherheit des Publikums gewährleistet und eine Ansteckung möglichst vermieden werden kann, wurden verschiedene Massnahmen ergriffen. Die Auffälligste: Die Bestuhlung wird in die Breite gezogen, unterteilt in vier Sektoren mit Zwischengängen. Um genügend Abstand wahren zu können, wird die Gesamtzahl der Besucher auf maximal 48 Plätze limitiert. Um die wenigen Plätze optimal ausnutzen zu können, ist der Verein froh, wenn möglichst der Vorverkauf genutzt wird, entweder online über die Website oder telefonisch. Der Sitzplatz wird vor Ort zugeteilt.
Aufgrund der engen Verhältnisse im Saal selber wird die Kasse ins Parterre verlegt. Dort müssen sich alle Besucher registrieren lassen. Im Saal selber wird ein Einbahnverkehr eingeführt. Vom Eingang her kommt man zuerst an der Bar vorbei, wo man sich etwas zu Trinken bestellen und an seinen Platz mitnehmen kann. Verlassen wird der Saal über die Metalltreppe beim Notausgang. Bei Vorstellungen mit Pause wird das Publikum vor Beginn instruiert, wie der genaue Ablauf aussieht. Zudem stellt der Verein den Zuschauern Desinfektionsmittel und Masken zur Verfügung. «Wir freuen uns, dass unser Theater wieder belebt wird – wenn auch zumindest in der nächsten Zeit nicht mehr so ungezwungen wie in der Zeit vor Corona», schreibt der Verein in seinem Begleitbrief.
Musikalischer Auftakt
Auch wenn die Umstände alles andere als optimal sind, am Programm selber macht der Verein keine Abstriche. Das erste Saisondrittel bringt wieder eine wunderbare Mischung aus Musik, Theater, Geschichten und sogar Film in den Sternensaal. Los geht es am 19. September mit einem Konzert. «4 Handful of Blues» – das sind die Gebrüder Paul (Bass) und Patrik Schneider (Gitarre, Gesang). Um zwei Hände erweitert werden daraus «6 Handful of Blues»; die zusätzlichen Hände gehören dem Schlagzeuger und Sänger Imad Barnieh. Zur Saisoneröffnung mit viel Bluesmusik gibt es zudem einen geselligen Apéro im Freien, ein passendes Nachtessen und die Einweihung des Schaukastens, der neu gestaltet wurde von der Wohler Künstlerin Heidi Widmer.
Musikalisch geht es weiter. Am 17. Oktober präsentiert das international besetzte Morgenthaler/Breinschmid Sextett – dem der Wohler Schlagzeuger Martin Meyer angehört – grosse Hits der Jazzgeschichte. Zu hören sind Kompositionen ganz grosser Namen. Einen Tag später, am 18. Oktober, lädt der Sternensaal zu einer Matinee ganz im Zeichen der Aargauer Mundart. Im Zentrum steht Jakob Hunzikers Aargauer Wörterbuch aus dem Jahr 1877, ein Werk voller sprachlicher Kostbarkeiten. Es ist eine Schatzkiste, die prall gefüllt ist mit Mundartwörtern, Redewendungen, Kinderversen und Gedichten, welche die Lebenswelt der damaligen Zeit dokumentieren.
Theaterkunst und Clownerie bietet das Ensemble «Les Diptik» mit seinem Programm «Poscriptum» am 24. Oktober. Das Stück spielt im Sortierungszentrum der Gedächtnisabteilung – es geht um Beschleunigung und Überforderung: schräg, komisch und poetisch. Mangels eines Kinos in Wohlen muss der Filmklub auf eine eigene Saison verzichten. Am 25. Oktober ist er darum im Sternensaal zu Gast und zeigt dort «The Bookshop». Und am 31. Oktober gastiert das Vorstadttheater Basel mit seinem Stück «Das dritte Leben» in Wohlen – ein poetischer Reigen über den letzten Lebensabschnitt.
Kindertheater und Stubengeschichten
Theater für Kinder haben im Sternensaal eine lange Tradition. Am 8. November ist es wieder so weit, dann präsentiert Jörg Bohn sein Stück «Bruno und das Hasenvelo». Bohn ist Stammgast in Wohlen, Text und Regie hat diesmal Paul Steinmann übernommen, der Sternensaal selber ist Co-Produzent.
Am 14. November dreht sich alles um Erik Satie – geboten werden seine Musik, seine Texte, seine Zeichnungen und seine Verrücktheiten. Zum Abschluss des ersten Drittels kommt der Sternensaal dann zu seinem Publikum nach Hause. Am 21. November finden die traditionellen Stubengeschichten statt. Autoren und Autorinnen kommen mit Texten zu privaten Gastgebern, die wiederum Freunde, Verwandte oder Nachbarn einladen. Auskunft für interessierte Gastgeber gibt Andreas Weber, 056 621 03 51 / 079 621 37 08 / a.weber-hasler@bluewin.ch, Anmeldung ab sofort möglich.
Alle Infos: www.sternensaal-wohlen.ch.



