Erstes Winter-Open-Air-Kino auf dem Murianer Klosterhof war klein, aber fein
Statt in warmen Sommernächten präsentieren die Murianer Kinofreunde Filme in der Kälte. «Ein Wagnis», wie Reto Holzgang vom Kino-Mansarde-Team zugibt. «Aber auch ein ...
Erstes Winter-Open-Air-Kino auf dem Murianer Klosterhof war klein, aber fein
Statt in warmen Sommernächten präsentieren die Murianer Kinofreunde Filme in der Kälte. «Ein Wagnis», wie Reto Holzgang vom Kino-Mansarde-Team zugibt. «Aber auch ein Erlebnis.» Und so genossen «Hartgesottene» gut eingepackt zwei winterliche Filme in einem einmaligen Ambiente.
Sabrina Salm
Mit Liegestühlen und Campingstühlen ausgestattet, dem Lammfell unter dem Arm und den Skianzug montiert, kamen erste Gäste am Samstagabend auf den Klosterhof. «Es ist etwas anderes», sagt Jvan Fadi aus Merenschwand. Die Idee gehöre unterstützt und deshalb kam er warm eingepackt ans Winter-Open-Air-Kino. Es sei wortwörtlich eine «coole» Idee. Das findet auch Daniel Troll. «Und ausserdem gibt es nur schlechte Kleidung und kein schlechtes Wetter.» Die Filme waren passend zum Winter-Kino ausgewählt. Gezeigt wurden der mit zwei Oscars ausgezeichnete Thriller «Fargo» und der Schweizer Klassiker «Das gefrorene Herz».
Warm eingehüllt in Decken oder gar im Schlafsack machten es sich die Kinogänger in ihren eigenen mitgebrachten Stühlen bequem. Es war gut 1 Grad kalt, aber das lange Sitzen trug dazu bei, dass es sich kälter anfühlte. Aufwärmen konnte man sich mit Glühwein und Suppe oder an der Feuerschale. «Wir machen es aus Plausch, egal wie viele Leute kommen», sagt Reto Holzgang, Leiter vom Murianer Kino. Das Team vom Kino Mansarde war völlig offen, wie es werden sollte. Deshalb hat es sich auch entschieden, im hintersten Winkel des Klosterhofs die Leinwand aufzustellen. Ganz nach dem Motto «klein, aber fein».
Heutzutage müsse man neue Wege gehen. Früher habe der Filmklub Muri, der hinter dem Kino Mansarde steht, grosse Sommer-Open-Air-Kinos veranstaltet. «Wir waren 1979 die Ersten in der Region», erzählt Holzgang. Vor allem in den 90er-Jahren haben sie mit «Muri Nights» grosse Erfolge gefeiert. «Bei Sister Act hatten wir über 900 Zuschauer auf dem Klosterhofplatz.» In den letzten Jahren wurde es immer schwieriger. Der Aufwand für den Verein wurde zu gross und es lohnte sich nicht mehr, den Open-Air-Event zu organisieren. Die letzten «Muri-Nights» veranstalteten sie im Sommer 2018.
Ein Experiment
Knapp 100 Leute waren gesamthaft da und sahen sich einen oder beide Filme an. «Das ist zwar nicht unbedingt viel, aber diejenigen, die da waren, denen hat es gefallen», berichtet Reto Holzgang. «Es war ein Experiment», sind sich die Vereinsmitglieder einig. Ob es eine Wiederholung gibt, bleibt noch offen. «Herausgefunden haben wir, dass die Location geeignet ist, um verschiedene Projekte anzupeilen.» So könnten sie sich vorstellen, ein Sommer-Open-Air-Kino im kleineren Rahmen oder einen Mitternachts-Kino-Event auf die Beine zu stellen. «Wir müssen über die Bücher, um herauszufinden, was Lust macht und Anklang finden könnte.» Nach wie vor ist sich die Kinocrew aber einig: «Kino darf auch einmal ganz anders sein.» So kann man auf die weiteren Projekte gespannt sein.