Die zweite farbige Unterführung
21.01.2020 BoswilDie Jungwacht und der Blauring Boswil beteiligten sich am schweizweiten 72-Stunden-Projekt
Über 30 000 Kinder und Jugendliche waren es in der ganzen Schweiz, 35 Kinder und 35 Leiterinnen und Leiter in Boswil. Sie bemalten im Rahmen des nationalen 72-Stunden-Projekts ...
Die Jungwacht und der Blauring Boswil beteiligten sich am schweizweiten 72-Stunden-Projekt
Über 30 000 Kinder und Jugendliche waren es in der ganzen Schweiz, 35 Kinder und 35 Leiterinnen und Leiter in Boswil. Sie bemalten im Rahmen des nationalen 72-Stunden-Projekts die Bahnunterführung beim Restaurant Terminus.
Annemarie Keusch
Klein und etwas Grösser. Alle sind sie gefragt. Die einen knien oder sitzen am Boden, andere nehmen auf der obersten Sprosse der Leitern Platz. Einen Pinsel oder einen Stift in der Hand haben sie praktisch alle. Und sie sind alle seit mehreren Tagen im Einsatz, 72 Stunden genau gesagt.
Am Donnerstagabend, punkt 18 Uhr gings los. Zusammen mit den Leiterinnen und Leitern bereiteten die Kinder die Unterführung vor. «Der Boden musste beispielsweise abgedeckt werden», sagt Eveline Hürlimann. Als OK-Chefin leitete sie das 72-Stunden-Projekt, das der Blauring zusammen mit der Jungwacht Boswil auf die Beine stellte.
Skeptisch, ob die Zeit reicht
Verschiedene Jugendgruppen in der ganzen Schweiz sind Teil des Projektes, das alle fünf Jahre stattfindet. Ziel der Aktion, die unter dem Dach der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände steht, ist es, während 72 Stunden, also während drei Tagen ein gemeinnütziges Projekt umzusetzen. Wichtig ist dabei der Aspekt, dass die Jugendgruppen dafür kein Geld ausgeben sollen. Das haben auch die Jungwacht und der Blauring Boswil geschafft. «Die Farbe wurde gesponsert», sagt Eveline Hürlimann dankbar.
Dass die Boswiler beim Projekt mitmachen, ist fast schon Tradition geworden. Einst bauten sie an der Bünz einen naturnahen Spielplatz, vor fünf Jahren gestalteten sie die Unterführung direkt beim Schulhaus. Und nun die nächste Idee. «Wir wollen etwas beitragen und machen darum bei diesem Projekt mit», sagt Hürlimann. Nachdem vor fünf Jahren «nur» die Jungwacht teilnahm, war nun auch wieder der Blauring mit im Boot.
Dass die Bahnunterführung angemalt werden soll, sei auf der Hand gelegen. «Es ist nicht einfach, ein passendes Projekt zu finden, das mit Kindern umgesetzt werden kann – erst recht im Winter nicht», sagt Eveline Hürlimann. Mit der Idee, die grosse und lange Unterführung zu bemalen, stiessen die beiden Jugendgruppen aber auch auf Skepsis, beispielsweise vonseiten der Gemeinde. «Ammann Michael Weber glaubte anfangs nicht, dass wir das Bemalen in 72 Stunden schaffen», weiss Hürlimann. Auch die Bewilligung, dass das Projekt überhaupt durchgeführt werden durfte, dauerte seine Zeit. Vor zwei Monaten aber starteten die intensiven Vorbereitungen innerhalb des Organisationskomitees.
35 Kinder beteiligten sich
Die Kinder, die Teil des 72-Stunden-Projekts waren, wurden dafür extra von der Schule dispensiert. So waren sie am Freitag, am Samstag und am Sonntag zuerst mit Zeichnen, später mit Ausmalen beschäftigt. Die Leiter projizierten vorher mit Beamern und Hellraumprojektoren die Bilder an die Wände, die am Schluss eine Globi-Geschichte erzählen. Schon während des Projekts zeigte sich, dass die Arbeit der Kinder und Jugendlichen gut ankommt. «Passanten waren begeistert von dem, was wir machen.» Und auch der anfangs skeptische Ammann Michael Weber zeigte sich am Eröffnungsapéro sehr zufrieden und positiv überrascht.
Seit sechs Jahren Leiterin und seit viel mehr Jahren dabei
Zufrieden sind auch die Organisatorinnen und Organisatoren. Dass 35 Kinder mitmachen, sei eine stattliche Zahl, auch wenn es längst nicht alle Kinder sind, die dem Blauring oder der Jungwacht angehören. «Es hat alles bestens geklappt», sagt auch eine zufriedene OK-Präsidentin. Selber noch im Kindesalter, erlebte sie 72-Stunden-Projekte mit, seit 2014 ist sie eine der Leiterinnen im Blauring und mittlerweile organisiert sie dieses dreitägige Grossprojekt. Boswil hat also dank der Jungwacht und dem Blauring eine zweite schöne Unterführung. Und die Ideen werden vermutlich auch in fünf Jahren nicht ausgehen, wenn das nächste 72-Stunden-Projekt ansteht – auch wenn es bis dann wohl keine dritte Unterführung im Dorf zu bemalen gibt.



