«Wünsche uns allen Weitsicht»
21.01.2020 FinanzenAntrittsrede des neuen Einwohnerratspräsidenten Meinrad Meyer: Finanzen und Investitionen sind ihm wichtig
Wohlen steht vor grossen Herausforderungen. Dies hat auch der neue Einwohnerratspräsident erkannt. Er sprach in seiner Antrittsrede die Wichtigkeit der ...
Antrittsrede des neuen Einwohnerratspräsidenten Meinrad Meyer: Finanzen und Investitionen sind ihm wichtig
Wohlen steht vor grossen Herausforderungen. Dies hat auch der neue Einwohnerratspräsident erkannt. Er sprach in seiner Antrittsrede die Wichtigkeit der Finanzen und der Infrastruktur an. Meinrad Meyer erhofft sich vom Parlament Weitsicht und Mut.
Daniel Marti
Er freut sich auf die zwei kommenden Jahre als Präsident. Das nimmt man Meinrad Meyer ab. Und er betont es immer wieder, dass es für ihn eine ehrenvolle Aufgabe ist. Diese Freude und Ehre sprach er auch bei seiner Antrittsrede an. Zusammen mit seinem Vize Cyrille Meier und dem ganzen Ratsbüro werde er «mit aller Kraft versuchen», das in ihn gesetzte Vertrauen zu erfüllen.
Er habe sich zum Ziel gesetzt, den Rat sachlich fair und bestimmt zu leiten, erklärte er. Und es sei ihm eine besondere Ehre, «den Einwohnerrat gegenüber der Bevölkerung zu vertreten und unsere Entscheidungen auch erklären zu dürfen».
Meinrad Meyer strich in seiner Ansprache wichtige bevorstehende Entscheidungen heraus: die Gemeindefinanzen mit dem Budget 2020, neue Turnhalle und neue Schulräume, die Stärkung des Mittelstandes und die Digitalisierung.
«Notwendigkeit der Investitionen ist allen bekannt»
«Das neue Jahr wird für den Gemeinderat, den Einwohnerrat und die Verwaltung zur grossen Herausforderung. Wir versuchen seit mehreren Jahren die Gemeindefinanzen ins Lot zu bringen. Mit dem von uns beschlossenen Budget 2020 mit dem Kompromiss des Steuerfusses von 113 Prozent hoffe ich persönlich auf mehr Verständnis in der Bevölkerung», sagte der höchste Wohler. Es wäre laut Meyer schön gewesen, wenn eine «möglichst einstimmige Empfehlung aus dem Einwohnerrat zur Annahme des Budgets 2020 zustande gekommen wäre». Die Notwendigkeit der bevorstehenden Investitionen sei allen Parteien bekannt und diese Investitionen müssten auch breit abgestützt sein.
Damit leitete er genau zu diesen dringend benötigten Investitionen über. Gemeint sind eine neue Turnhalle, neuer Schulraum oder die Infrastruktur von Strassen, beispielsweise Zentralstrasse oder Nutzenbachstrasse. Solche Investitionen seien unabdingbar. Die neue Turnhalle sollte noch dieses Jahr im Einwohnerrat und vom Volk bewilligt werden können. Der neu zu schaffende Schulraum ist «ein Grossprojekt, wo viele Personen intensiv am Arbeiten sind. Auf diese Debatten freue ich mich speziell und ich wünsche uns allen die notwendige Weitsicht.»
Schere darf sich nicht weiter öffnen
Neben der Bildung bezeichnet der neue Einwohnerratspräsident die soziale Wohlfahrt als «grössten Kostentreiber». So wichtig wie die Bildung für die Zukunft sei, «ebenso wichtig ist es, der sich immer weiter öffnenden Schere unserer Zweiklassengesellschaft Einhalt zu gebieten. Wir brauchen einen stabilen Mittelstand, der die Verantwortungen tragen will, aber auch kann.» Superreiche seien bekanntlich in Wohlen rar. Deshalb: «Die Wirtschaft und die Gesellschaft, also wir, sind gleichermassen gefordert, den Mittelstand zu stärken.»
Weiter fordert er, dass der Überregulierung und der Bürokratie in der Verwaltung entgegengetreten wird. «Die steigenden Verwaltungskosten sind unübersehbar.» Meyer sieht in der Digitalisierung eine Chance, diese Verwaltungskosten besser in den Griff zu bekommen. Als Beispiel nannte er die digitalen Baugesuche. Zurzeit werde in anderen Kantonen darüber diskutiert. Der neue Einwohnerratspräsident: «Viele Gemeinden machen schon heute positive Erfahrungen damit. Ich bin überzeugt, dass in Zukunft mit einer sinnvollen Digitalisierung Abläufe vereinfacht sowie Personal und Kosten eingespart werden können.»
Meinrad Meyer ist sich eines bewusst: «Veränderungen brauchen Mut. Doch den Mutigen gehört die Welt.»








