«Der blaue Faden zieht sich durch»
21.01.2020 MuriIm Provisorium der Verwaltungsabteilungen im Fremo-Nord-Gebäude wächst man nun zusammen
Das Raumkonzept der Murianer Verwaltungsabteilungen im Neubau der Fremo Interdrink AG wird als gelungen empfunden. Auch die Nähe zum Bahnhof und die guten ...
Im Provisorium der Verwaltungsabteilungen im Fremo-Nord-Gebäude wächst man nun zusammen
Das Raumkonzept der Murianer Verwaltungsabteilungen im Neubau der Fremo Interdrink AG wird als gelungen empfunden. Auch die Nähe zum Bahnhof und die guten Parkmöglichkeiten sprechen für das Provisorium. Jetzt geht es nur mehr um den letzten Feinschliff.
Susanne Schild
Für den künstlerischen Feinschliff des neuen Fremo-Nord-Gebäudes hat der Murianer Graffiti-Künstler Pirmin Breu bereits gesorgt. Im Treppenhaus des Fremo-Neubaus weisen seine typischen Figuren den Weg, auch zu den Toilettenanlagen. Im Eingangsbereich hat Breu die alte Ansicht des Gebäudes mit dem Kamin verewigt. «Für mich ist der Fremo-Kamin das eigentliche Wahrzeichen von Muri gewesen. Ich hatte hier ja einmal mein Atelier und dadurch noch einige Fotos von der ursprünglichen Ansicht vor dem Abriss», so der Künstler weiter. Da sei es naheliegend gewesen, dieses Motiv zu wählen. Bewusst hat sich der Sprayer auch für die Farbe Blau entschieden: «Blau ist die Farbe der Fremo», begründet er den Entscheid. «Durch alles sollte sich sozusagen ein blauer Faden ziehen», so Breu weiter.
Gearbeitet hat er in der Nacht. «Da hat mich keiner gestört und ich konnte meiner Kreativität freien Lauf lassen.» Er sei schon einige Nächte beschäftigt gewesen, denn das Treppenhaus sei extrem lang. «So lang, dass ich irgendwann meine eigenen Männchen selbst nicht mehr sehen konnte», scherzt Breu.
Eine neue Einstellzelle und ein helles Grossraumbüro
Auch im zweiten Stock, wo die Regionalpolizei untergebracht ist, arbeitet man noch am letzten Feinschliff. «Wir sind noch fleissig am Umherschieben, bis alles wirklich passt und seinen Platz gefunden hat», meint Sonja Stettler, Sekretariat Regionalpolizei Muri. Insgesamt sind in dem Stockwerk 12 Polizeibeamte und 2 Sekretariatsangestellte untergebracht. Neben dem Grossraumbüro gibt es in diesem Stockwerk noch zwei Ruheräume für die Beamten, zwei Vernehmungsräume und eine Einstellzelle. «Ist das jetzt das Gefängnis, Herr Orsi?», wurde Renato Orsi, Leiter der Regionalpolizei Muri an diesem Abend des Öfteren gefragt. Er selbst findet, dass sich sein Team hier gut eingelebt hat und mit den neuen Räumlichkeiten zufrieden ist. Für die Zukunft wünscht er sich und seinen Mitarbeitern mit einem Schmunzeln im Gesicht «viel Vergnügen und wenig Arbeit».
Nachbesserungen gehören immer dazu
Für das Planungskonzept war Peter Hegi, Inhaber der bbo planungen AG, zuständig. Mit ihm konnte man einen «alten Hasen» für das Projekt gewinnen. Im Kanton Aargau hat Hegi über 30 Konzepte für Gemeindeverwaltungen entwickelt. Im Dezember 2018 begann er die ersten Konzepte für das Fremo-Nord-Gebäude auszuarbeiten. «Ich bin zufrieden mit dem, was entstanden ist. Wir werden da und dort noch akustisch etwas nachbessern müssen, aber das ist völlig normal», unterstreicht er. Aber das werde man in den Griff kriegen, ist Hegi überzeugt. Eine grosse Herausforderung seien die Sicherheitsbedingungen gewesen. «Ein Gemeindehaus ist eben kein normales Bürogebäude», betont der Fachmann. Hier sei ein ganz spezifisches Wissen gefragt gewesen.
Auch im dritten Stock, der Abteilung Finanzen und Steuern, ist man bereits seit dem 18. Dezember wieder produktiv. «Wir sind insgesamt zufrieden mit der aktuellen Situation, meine Mitarbeiter und ich fühlen uns hier wohl», erklärt Patrick Lang, Leiter Finanzen. Natürlich muss noch das ein oder andere angepasst werden, aber die Grundlage für ein konstruktives Arbeiten sei gelegt. Das kann seine Mitarbeiterin Anita Kuhn nur bestätigen: «Ich fühle mich hier sehr wohl. Alles ist hell, freundlich und sehr grosszügig. Jetzt kann man zusammenwachsen.»
Einen weiteren Beitrag zu einem gelungenen Zusammenwachsen leistet sicherlich der futuristisch gestaltete Aufenthaltsraum im zweiten Stock. Küche und Farbgestaltung wurden von Peter Hegi selbst entworfen. Die ausgelagerten Murianer Verwaltungsabteilungen haben sich in ihrem Provisorium also gut eingelebt. Offen bleibt lediglich die Frage, wie lange man dort verweilen wird.
Denn der Wunsch vieler Murianer ist nach wie vor der, den auch Freddi Andermatt an diesem Abend äusserte: «Vor dem Verkauf des Singisenflügels war alles am besten. Es wäre schön, wenn alles eines Tages wieder beieinander unter einem Dach vereint wäre.»



