«Was für ein geiles Team»
24.12.2019 RingenRingen, NLA: Die Gemütslagen der beiden Trainer nach dem Ringer-Krimi im dritten Finalkampf
Bis zum allerletzten Kampf wurde der grosse Favorit Wil lisau gefordert. «Ich bin so riesig stolz auf mein Team», sagt RS-Freiamt-Trainer Marcel Leutert. ...
Ringen, NLA: Die Gemütslagen der beiden Trainer nach dem Ringer-Krimi im dritten Finalkampf
Bis zum allerletzten Kampf wurde der grosse Favorit Wil lisau gefordert. «Ich bin so riesig stolz auf mein Team», sagt RS-Freiamt-Trainer Marcel Leutert. Willisau-Coach Thomas Bucheli meint: «Die beiden Mannschaften war gleich stark.»
Stefan Sprenger
Der faszinierendste Moment der Saison ereignete sich schon vor Wochen. «Das hat mich so riesig stolz gemacht», sagt RS-Freiamt-Trainer Marcel Leutert. Der grosse Trainer mit der kleinen Zahnlücke erzählt von jener Szene in der Kabine der Ringer, als er von Randy Vocks Verletzung berichtete. Es war in der Zeit nach dem ersten Halbfinal-Sieg gegen Kriessern, als die Meldung kam, dass Leistungsträger Randy Vock nicht mehr mittun kann. «Niemand hat den Kopf nach unten gesenkt. Alle sagten sich: ‹Jetzt erst recht›», sagt Leutert. Er selber sagte damals zu seinen Jungs: «Wir schaffen es trotzdem in den Final.»
Fairer Verlierer, fairer Gewinner
Leutert sollte recht behalten. Und in jenem Final fordern sie den haushohen Favoriten Willisau bis ans Äusserste. «Am Ende war es krass, der Wahnsinn. Der letzte Kampf entscheidet, das ist so brutal», meint Leutert wenige Minuten nach dem Kampf. Wo hat die RS Freiamt den einen Punkt liegen gelassen, der zum Meistertitel fehlte? Leutert sagt: «Schlussendlich hätte jeder von uns noch einen Punkt holen können, ausser Michi Bucher.» Denn jener Bucher holt vor der Halbzeit einen grandiosen Schultersieg. «Das war unser bester Kampf», fügt Leutert an. Dass besonders in der zweiten Halbzeit einige fragwürdige Ringrichterentscheide zugunsten der Willisauer ausgehen, stört Leutert nicht. Er zeigt sich als fairer Verlierer und sagt: «Egal. Es ist entschieden und das Protokoll unterschrieben.»
Als fairer Gewinner zeigt sich auch Willisau-Trainer Thomas Bucheli. «Freiamt ist als Aussenseiter gestartet und hat tolle Leistungen gezeigt. Wir haben grössten Respekt vor den Freiämtern, sie haben uns bis zum Schluss gefordert», so Bucheli. Dass im entscheidenden Duell am Ende sein Kämpfer Jonas Bossert gegen Nico Küng siegte, sei auch der Erfahrung von Bossert zu verdanken. «Er ging hoch konzentriert in den Kampf und hat es souverän geholt», lobt Bucheli.
«Allerbeste Werbung»
Für Bucheli waren die Finalkämpfe – wie prophezeit – enorm knapp. «Zu knapp, wenn Sie mich fragen», sagt er lachend. «Es hat Nerven gebraucht, es war ein hochstehender und spannender Kampf gegen Freiamt. Und es war allerbeste Werbung für den Ringsport.» Bucheli fügt an, dass beide Teams ein junges Kader haben. «Die Zukunft gehört Willisau und Freiamt, beide leisten im Nachwuchsbereich starke Arbeit. Auch Kriessern ist nicht zu unterschätzen.» Bucheli gratuliert ins Freiamt zur gezeigten Leistung und meint: «Beide Teams waren gleichauf. Der Unterschied war am Ende minim», so Bucheli, bevor er mit der Ringergemeinde Willisau den Titel ausgiebig und bis in die Morgenstunden hinein feiert.
Auch die Freiämter können feiern. «Die Enttäuschung ist im Laufe des Abends der Freude gewichen», sagt Trainer Leutert. Und er beendet das Interview mit zukunftsgerichteten Worten: «Ich habe gesagt, dass wir in zwei bis drei Jahren wieder Meister werden wollen. Jetzt waren wir im ersten Jahr schon sehr nahe dran. 2020 werden wir noch stärker sein.» Nach der grossen Party geht es am 6. Januar weiter mit Training, damit dann Ende Dezember 2020 vielleicht der Titel möglich ist. In dieser Saison fehlte jedenfalls nur ein Hauch, ein «Pünktli» zum Titel. «Was für ein geiles Team», so Leutert.


