Tränen, Cupfeste und Party pur
31.12.2019 SportRückblick auf das Freiämter Fussballjahr 2019
Neben dem Abstieg des FC Wohlen war das Fussballjahr 2019 in erster Linie von Cuphighlights und einer guten Vorrunde der meisten regionalen Teams geprägt.
Josip ...
Rückblick auf das Freiämter Fussballjahr 2019
Neben dem Abstieg des FC Wohlen war das Fussballjahr 2019 in erster Linie von Cuphighlights und einer guten Vorrunde der meisten regionalen Teams geprägt.
Josip Lasic
Das Freiamt. Eine fussballverrückte Region. Zu Beginn des Jahres musste sie einen Dämpfer hinnehmen. Ein Jahr nach dem Rückzug des FC Wohlen aus der Challenge League stiegen die Wohler aus der 1. Liga Promotion ab.
Drei Spiele in der Rückrunde, drei Niederlagen. Die FCW-Führung musste eine schwere Entscheidung treffen. Vereinslegende Piu wurde als Trainer entlassen. Thomas Jent sollte mit der Mannschaft die Klasse halten. Es gelingt nicht. Am zweitletzten Spieltag der Saison ist es so weit. Der direkte Konkurrent im Abstiegskampf, YF Juventus Zürich, gewinnt durch einen verschossenen Elfmeter von Ex-Wohler Jordi Nsiala bei Stade Nyonnais. Gleichzeitig verliert Wohlen in Yverdon mit 0:2. Ex-FCW-Spieler Janko Pacar erzielt das zweite Tor. Zwei ehemalige Wohler besiegeln das Schicksal des Teams. Die höchstklassierte Mannschaft aus dem Freiamt spielt nur noch in der vierthöchsten Klasse des Landes. FCW-Ikone Alain Schultz beendet seine Karriere mit seinem ersten Abstieg.
Cupparty: Teil 1
Im Aargauer Cup gibt es Freiämter Fussballfeste zu feiern. Im Halbfinal stehen Sarmenstorf und Mutschellen. Sie kämpfen auf dem Bühlmoos um den Finaleinzug. 650 Zuschauer werden Zeugen, wie das Spiel in die Verlängerung geht.
Dort schlägt die Stunde von Kevin Kempter. Er kickte nur noch zum Plausch bei Mutschellen III in der 4. Liga. FCM-Trainer Sergio Colacino erkennt seine Fähigkeiten und holt ihn in die erste Mannschaft. Kempter dankt es mit einem Doppelschlag in der Verlängerung. Mutschellen gewinnt 2:0 und steht im Cupfinal.
Die Freiämter Fussballparty geht am Aargauer Cupfinaltag weiter. Der FC Mutschellen pilgert mit vier Fancars nach Windisch. Über 300 Zuschauer begleiten das Team. Insgesamt 2950 Menschen wohnen dem 2:1-Sieg der Mutscheller gegen Othmarsingen bei. Blerim Pnishi erzielt das entscheidende Tor für den FCM. Er sichert dem Club die Qualifikation für den Schweizer Cup. Windisch versinkt in einem Meer aus grünen Fahnen und Trikots.
Sarmenstorfer Feierbiester
Der FC Sarmenstorf findet schnell Trost für das Cup-Aus. Er qualifiziert sich für die Aufstiegsspiele zur 2. Liga. Im ersten Spiel gewinnt «Sarmi» mit 7:5 im Penaltyschiessen auswärts beim FC Rupperswil. Im Endspiel um den Aufstieg geht es gegen den FC Brugg. Vor 500 Zuschauern auf der Kleinzelg in Tägerig erzielt Sarmenstorfs Marco Steiner das einzige Tor des Abends. «Sarmi» steigt in die 2. Liga auf und freut sich, dort auf die Lokalrivalen Wohlen U23 (Absteiger aus der 2. Liga inter), Mutschellen und Niederwil zu treffen.
Die Freude ist gewaltig. Die «Sarmi»-Jungs feiern eine ganze Woche durch. Die Party geht quer durch die Region. Im «Wave» in Muri, in der «Seerose» in Meisterschwanden, in der «Zanzibar» in Wohlen oder im «Ruckli» und im «Adler» in Sarmenstorf. Die Sarmenstorfer Feierbiester feierten überall.
Das Beste aus der Region
Das Jahr 2019 stand im Zeichen der Rückkehr. Ronny Minkwitz kam von Muri zum FC Wohlen zurück. Davide Giampà wechselte aus Cham zurück nach Wohlen. Im Winter wurde bekannt, dass zwei weitere Comebacks folgen. Der Dottiker Momo Seferi kommt von Rapperswil-Jona zu Wohlen. Der Wohler Luca Thaler kommt von Wettswil-Bonstetten zum Stammverein zurück.
Der FC Muri verstärkte sich mit Rexhep Thaqi und Marko Bicvic. Beide spielten mit Wohlen in der Challenge League. Der Königstransfer fand in der 3. Liga statt. Der FC Bremgarten konnte Salvatore Romano als Trainer verpflichten. Der ehemalige Super-League-Spieler war unter Ciriaco Sforza Co-Trainer bei Luzern und GC. Er bringt eine Menge Erfahrung an die Seitenlinie der Bremgarter.
Cupparty: Teil 2
In der ersten Runde des Schweizer Cups standen vier Teams aus dem Kanton Aargau. Neben dem FC Aarau waren das drei Freiämter. Wohlen, Muri und Mutschellen. Die Wohler konnten sich gegen Wettswil-Bonstetten mit 2:1 durchsetzen. 590 Zuschauer sahen Mutschellen im Duell mit Stade Nyonnais zu. Die Freiämter verloren mit 0:3. Sie verkauften aber ihre Haut teuer gegen den drei Ligen höher klassierten Verein. Muri konnte gegen Rapperswil-Jona einen 0:2-Rückstand ausgleichen. Die Klosterdörfler verloren knapp mit 2:3. Für Muri und Mutschellen waren die Cupspiele jeweils ein Fussballfest mit guter Leistung der eigenen Mannschaft.
Wohlen wurde für den Sieg in der 1. Runde belohnt. Super-Leag ue-Team Luzern war im Freiamt zu Gast. 4000 Zuschauer und starke Wohler sorgten für ein weiteres Cuphighlight. Am Ende gewann der Superligist mit 4:0. Wohlen konnte ein 0:0 in die Pause retten. Der FCW war dem Superligisten über weite Strecken mindestens ebenbürtig.
Vorfreude auf Rückrunde
Sechs Derbys fanden in der 2. Liga statt. Die beste Derbybilanz hat Wohlen U23 mit zwei Siegen und einem Unentschieden. Es folgt Sarmenstorf mit einem Sieg und zwei Unentschieden. Mutschellen, der beste Freiämter Vertreter in der Tabelle, konnte nur gegen Niederwil gewinnen. Zur Rückrunde dürfen sich die Freiämter Fussballfans auf sechs weitere packende Derbys freuen.
Ebenso auf die Spiele der restlichen Freiämter Teams. Wohlen überwintert auf Rang 2 in der 1. Liga classic, Muri und Bremgarten auf dem gleichen Rang in der 2. Liga inter beziehungsweise in der 3. Liga. Sins ist Leader in der Innerschweizer Drittliga-Gruppe. Sie alle können in ihren Ligen noch um den Aufstieg angreifen. In der 4. Liga sind Bünz-Maiengrün und Tägerig in die Aufstiegsrunde spaziert, während Villmergen die Qualifikation hauchdünn geschafft hat. In der Rückrunde geht es für das 4.-Liga-Trio von vorne los. Sie wollen attackieren und aufsteigen. Langweilig wird es im Freiämter Fussball im Jahr 2020 nicht.




