Ringen, NLA: Willisau steht im zweiten Finalkampf zu Hause gegen die Freiämter gehörig unter Druck
Willisau ist trotz Pleite im ersten Finalkampf der Favorit geblieben. Während die Ringerstaffel Freiamt locker an die Sache herangehen kann, sind die Luzerner ...
Ringen, NLA: Willisau steht im zweiten Finalkampf zu Hause gegen die Freiämter gehörig unter Druck
Willisau ist trotz Pleite im ersten Finalkampf der Favorit geblieben. Während die Ringerstaffel Freiamt locker an die Sache herangehen kann, sind die Luzerner gefordert.
Stefan Sprenger
Thomas Bucheli ist ein ruhiger Typ. Doch die Woche nach der überraschenden 17:18-Niederlage gegen Freiamt war für den Willisau-Trainer doch eher turbulent. «Viele Gespräche mussten geführt werden. Wir haben viel diskutiert und die Möglichkeiten besprochen», so Bucheli. Die Quintessenz: «Wir sind topmotiviert vor dem zweiten Kampf.»
Leutert: «Wir haben etwas bewegt»
Motiviert, aber mit dem Rücken zur Wand. Gewinnen die Freiämter, ist der Favorit Willisau endgültig gefallen und der Jubel bricht bei der Ringerstaffel aus dem Freiamt aus. Bucheli sagt: «Wir waren die ganze Saison praktisch nie richtig gefordert. Die Ernstkämpfe fehlten.» Selbst im Halbfinal gegen Einsiedeln marschierten die Luzerner durch. Im Final habe man die Freiämter nicht unterschätzt, aber der Fakt, dass man plötzlich Leistung auf die Matte bringen musste, setzte den Ringern zu. «Und dann hat es eben nicht gereicht», meint Bucheli.
Bucheli: «Jeder Punkt zählt»
Ganz anders bei der RS Freiamt. Das Team von Trainer Marcel Leutert «durfte» im Final antreten. Mit einer gewissen Lockerheit wurde der Gegner zermürbt. Der Sieg vor über 1500 Menschen in der Murianer Bachmattenhalle am vergangenen Samstag war «einfach grandios», wie Leutert sagt. Eine riesige Euphorie wurde ausgelöst. Es gab viele Reaktionen und das Medieninteresse war für Ringerverhältnisse gigantisch. «Wir haben etwas bewegt», meint Leutert und fügt an: «Im zweiten Kampf auswärts in Willisau sind wir wiederum motiviert, aber nicht übermotiviert.» Das Schöne an der Sache: «Wir dürfen, sie müssen.» Es ist aber auch logisch, dass die RS Freiamt nach dem Sieg im ersten Finalkampf jetzt den Titel will. «Wir haben Willisau ein Bein gestellt, trotzdem sind wir weiterhin der Aussenseiter.»
Die euphorischen Freiämter erwarten eine heftige Reaktion der Willisauer. «Nach der Enttäuschung sind wir wieder superheiss», meint Willisau-Trainer Bucheli. Er erwartet erneut einen knappen Kampf, der auf beide Seiten kippen kann. «Jeder Punkt zählt», meint Bucheli. In seinem Kopf rotierte es in dieser Woche. Wie stellt er auf in diesem zweiten Fight der NLA-Meisterschaft? Die Willisauer haben in dieser Saison bereits 25 Ringer eingesetzt. Nur zehn kann er auf die Matte schicken. «Wir haben viele Möglichkeiten, das erhöht auch den Konkurrenzkampf und steigert die Möglichkeiten», so Bucheli. Er wird die «stärkste Mannschaft, die möglich ist», ins Rennen schicken. Und die Freiämter natürlich auch. «Never change a winning team», sagt Leutert dazu.
Hexenkessel garantiert
Dass er trotzdem Anpassungen macht, ist anzunehmen. «Wir dürfen nicht zu viel studieren. Der Druck liegt bei Willisau. Ruhig an die Sache ran, nicht versteifen, sondern geniessen», so Freiamt-Coach Leutert.
Es werden in der BBZ-Halle in Willisau 1500 Menschen oder noch mehr erwartet. Die RS Freiamt kommt mit mindestens zwei Fan-Cars, viele Freiämter werden privat anreisen. Ein Hexenkessel ist wiederum garantiert. «Das gibt wieder ein Ringerfest», ist Bucheli überzeugt. Seine Mannschaft will den dritten Kampf erzwingen. Die Freiämter Ringer wollen den Meistertitel holen. Eine brisante Ausgangslage.