Der Skilift ist Kult
13.12.2019 Beinwil/FreiamtHorben – das kleine, aber feine Skigebiet im Freiamt
Alois und Margot Waser betreiben auf dem Horben in Beinwil den Skilift. Sie sagen: «Wir hoffen auf einen guten Winter.»
Auf dem Horben befindet sich der einzige Skilift der Region. Wenn ...
Horben – das kleine, aber feine Skigebiet im Freiamt
Alois und Margot Waser betreiben auf dem Horben in Beinwil den Skilift. Sie sagen: «Wir hoffen auf einen guten Winter.»
Auf dem Horben befindet sich der einzige Skilift der Region. Wenn genügend Schnee liegt, betreibt die Familie Waser den kleinen, aber feinen Skilift. Die Piste wird professionell präpariert und ist ideal, um erste Fahrten zu machen. «Wir haben hier ganz klar einen Anfängerhügel», sagt Alois Waser. Viele stehen auf dem Horben zum ersten Mal auf ihren Wintersportgeräten. Deshalb scheut Alois Waser auch keinen Zusatzaufwand und bügelt jeden am Lift. Hier kann man Einzelfahrtenbillette kaufen. Im Gegensatz zu den Tages-Skipässen, behalten diese ihre Gültigkeit, auch wenn die Saison vorüber ist. In Betrieb genommen haben den Skilift Wasers Eltern vor 50 Jahren. «Damals hatte es noch Winter mit deutlich mehr Schnee», erinnert sich Alois Waser, der als Kind die Piste mit den Ski präparierte. Es gab schon Winter, an denen er und seine Frau den Lift keinen einzigen Tag laufen lassen konnten. «Es ist nicht immer leicht», geben sie zu. Trotzdem betreiben sie den Lift mit viel Enthusiasmus und Stolz. Und hoffen im Jubiläumsjahr nun auf einen guten Winter mit viel Schnee. --sab
« An Menschen mangelt es nicht»
«Wintersport im Freiamt»: Auf dem Horben ist der Skilift seit 50 Jahren in Betrieb
Skifahren lernen direkt vor der Haustür. Auf dem Freiämter Hausberg Horben ist das möglich. Wenn es denn Schnee hat. Den 300 Meter langen Skilift gibt es seit einem halben Jahrhundert und noch immer wird er von der Familie Waser betreut.
Sabrina Salm
Oft müssen sich Alois und Margot Waser Sprüche über ihren kleinen Skilift anhören. «Lasst es doch sein.» – «Der Aufwand ist doch viel zu gross für den Lohn.» Ja, es ist nicht zu leugnen, die Wasers haben schon einige Winter erlebt, an denen sie ihren Skilift nie öffnen konnten. Letztes Jahr hat der Schnee gerade mal für 12 Tage gereicht, um den Lift in Betrieb zu nehmen. Ausgaben hatten sie trotzdem, und davon nicht zu wenig. Und auch die hohe Präsenzzeit, die dieses Hobby verlangt, ist enorm.
«Sprüche sind wir uns gewohnt», sagt Margot Waser. «Natürlich haben wir schon oft gedacht, jetzt ist genug, wir geben auf», gesteht sie. «Doch kaum wurde es wieder Winter, hat uns die Freude erneut gepackt.» Sie seien eben Idealisten. «Die Kinder geben uns so viel. Wenn sie freudestrahlend den Berg hinunterfahren, erfüllt uns das mit Freude und Stolz», sagt Alois Waser, der 100 Prozent arbeitet, zusammen mit seiner Frau den Hof betreibt und im Winter den Skilift. «An Menschen mangelt es nicht, die auf den Horben kommen und die Piste mit ihren Ski heruntersausen», sagt Alois Waser. «Es mangelt an Schnee.» Deshalb nutzen sie jede noch so kleine Gelegenheit. «Gibt es nur 10 cm Schnee und bleibt es genügend kalt, sodass der Boden gefroren ist, dann öffnen wir», lacht das Ehepaar.
Ein Herz für den Skilift
Einmal haben sie sogar versucht den Hang zu beschneien. «Sogar ein Fernsehteam kam, um darüber zu berichten.» Allerdings ging die Aktion eher in die Hose. «Der gemachte Schnee hielt nicht auf der Piste. Ich bin am Morgen früh in den Wald gefahren und habe den wenigen Schnee auf mein Schneemobil gepackt und ihn auf der Piste verteilt», erzählt er lachend. Den Leuten gefiel es trotzdem.
«Ich bin mit dem Skilift aufgewachsen», sagt Alois Waser. Vor genau 50 Jahren haben damals sein Vater und seine Mutter mit dem Betrieb des Liftes angefangen. Mit den Ski haben er und seine Geschwister die Piste präpariert. «Wir hatten im Winter praktisch jeden Tag den Skilift in Betrieb.» Vier Monate lang. Seit Mitte der 80er-Jahre betreibt er mit seiner Frau den Skilift und den Hof. «Ich habe mir einen Schneetöff zugelegt und damit die Pisten für die Skifahrer auf Vordermann gebracht.»
Das Familiäre macht das Skifahren auf dem Horben eben zum grossen Teil aus. Hier kann man eine Knippkarte kaufen, die nicht abläuft. Hier kann man mit seinen Kindern Skioder Snowboardfahren lernen. Man spürt als Gast den Enthusiasmus und das Herzblut der Betreiberfamilie. Freiwillige Helfer greifen dem Ehepaar unter die Arme und auch der Skiclub Sins hilft finanziell mit. Ausserdem seien sie froh, dürfen sie an ihrem kleinen Imbissstand Getränke und Essen servieren. «Das hilft uns sehr, über die Runden zu kommen.» 5000 Billette sind gedruckt. Kostenpunkt 15 000 Franken. Dank Sponsorengeldern ist dies möglich.
Piggi ist der Pistenchef
Auf dem Horben wird man gut betreut. Alois Waser hilft den Kindern, den Bügel sicher zu packen. «Hat es genügend Schnee, dann ist der Horben ein beliebtes Ziel», weiss Waser. Der Pistenchef ist der Familienhund Piggi. «Was den Kindern natürlich sehr gefällt», lächelt Margot Waser. Das Ehepaar ist eben total Feuer und Flamme für den einzigen Skilift im Freiamt.
Und so ist die Familie Waser auch in dieser Wintersaison bereit für die Skibegeisterten. Jetzt fehlt nur noch der Schnee.
Auf www.skilift-horben.ch kann man sehen, ob der Lift geöffnet hat. Wenn genügend Schnee vorhanden ist, gelten folgende Öffnungszeiten: Mittwoch von 13.15 bis 16.15 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 16.15 Uhr. Allgemeine Feiertage von 10 bis 16.15 Uhr, Sportferien von 13.15 bis 16.15 Uhr jeden Tag.



