«Liessen uns nicht einschüchtern»
12.11.2019 RingenRingen, Nationalliga A: Einsiedeln – Freiamt 13:19 (7:9)
Die Sicherung des Halbfinals gegen Kriessern war für die Ringerstaffel Freiamt kein Spaziergang. Das Team von Trainer Marcel Leutert hatte in Einsiedeln harten Widerstand zu durchbrechen. Dank einer ...
Ringen, Nationalliga A: Einsiedeln – Freiamt 13:19 (7:9)
Die Sicherung des Halbfinals gegen Kriessern war für die Ringerstaffel Freiamt kein Spaziergang. Das Team von Trainer Marcel Leutert hatte in Einsiedeln harten Widerstand zu durchbrechen. Dank einer geschlossenen Leistung gelang dies mit 19:13 überraschend deutlich.
Wer geglaubt hatte, Einsiedeln würde sich in der vorletzten Runde ins Schicksal fügen und sich auf den wichtigeren Kampf in einer Woche gegen Hergiswil konzentrieren, sah sich getäuscht. Von Beginn kämpften die Athleten unter der Regie von Trainerfuchs Urs Bürgler mit grossem Einsatz. Marcel Leutert konstatierte am Schluss: «Einsiedeln war aggressiv, aber wir liessen uns nicht einschüchtern.»
Saya Brunners Entwicklung
Wichtig war schon der Auftakt. Freiamts Saisonentdeckung, der 14-jährige Saya Brunner, ging nach seiner starken Leistung gegen Kriessern mit neuem Selbstvertrauen auf die Matte. Sechs Wochen zuvor hatte er gegen Kay Neyer bis 57 kg Freistil noch 0:14 verloren. Im griechisch-römischen Stil zeigte er sich wie verwandelt. Nach einer Standschleuder zur 4:0-Führung liess er den Gegner lange vergeblich anrennen. Erst beim Stande von 7:1 gelang Neyer ein Hüfter, der den jungen Freiämter in Bedrängnis brachte. Aber er wand sich aus der gefährlichen Lage und gewann schliesslich 8:5.
Damit war der Weg zur Revanche für die klare Heimniederlage des Leutert-Teams vorgespurt. Nino Leutert spürte gegen Lars Neyer den gegnerischen Willen, an diesem Abend mit allen Mitteln zum Sieg zu kommen. Der Freiämter Kaderringer hatte mehr zu kämpfen, als der 17:4-Erfolg erkennen lässt. Randy Vock bewahrte gegen den bekannt hartnäckigen Michel Schönbächler Ruhe und siegte bis 65 kg Greco abgeklärt 7:0.
Damit führten die Aargauer Gäste zur Halbzeit 9:7, obwohl Naveen Suhag erneut ohne Zählbares blieb und Roman Zurfluh den Schaden gegen Sven Neyer nur auf 4:7 begrenzen konnte.
Unerfüllte Erwartungen
Urs Bürgler hatte zu Beginn von einem möglichen engen Match gesprochen, weil diverse Mattenduelle offen seien. Freiamt setzte aber seine Überlegenheit in den unteren Gewichtsklassen fort. Weil Michael Bucher und der erneut reaktivierte «Senior» Andrey Malzew den Schwyzern keinen Punktgewinn zugestanden, sanken Spannung und Stimmung in der Brüel-Halle schnell. Malzew punktete den überforderten Lukas Schönbächler aus, Bucher hielt seinen Angstgegner Jan Neyer nach starken ersten Minuten und einer 5:0-Führung auf Distanz.
Freiamts Krönung war der 9:0-Punktesieg von Yves Müllhaupt. Die Weinfelder Verstärkung bei den Aargauern beherrschte überraschend Isa Usupov. Mit einem Hüfterangriff in der ersten Runde brachte er das Momentum auf seine Seite. Danach kontrollierte er den Walliser-Russen bei Einsiedeln, ohne je in Gefahr zu geraten.
Einsiedelns Rehabilitation
Gegen bestens eingestellte Widersacher blieben Marc Weber und Nico Küng chancenlos. An der Schweizer Einzelmeisterschaft hatte Weber Andreas Burkhard im Final bis 86 kg Freistil überraschend geschlagen. Inzwischen hat sich Weber aber zum Greco-Spezialisten entwickelt. So stellte Burkard die nationale Freistilhierarchie mit einem 8:0-Sieg wieder her.
Die Klasse des aktuellen Schweizer Meisters bis 75 kg bekam Nico Küng zu spüren. Einmal mehr fehlte dem Althäuserer die Überzeugung, um gegen einen starken Gegner bestehen zu können. Adrian Mazan bestimmte den Zweikampf und siegte 7:0.
Kriessern wartet im Halbfinal
«Unser Plan ging auf. Das war von A bis Z eine solide Leistung», lobte Marcel Leutert den konzentrierten Auftritt im Schwyzer Klosterdorf. Nun folgt zum Abschluss der Qualifikation der Rückkampf gegen Meisterfavorit Willisau. Mit welchem Engagement die Freiämter zur Sache gehen werden, bleibt abzuwarten. Das «ewige Duell» gegen den Erzrivalen hat keinen Einfluss mehr auf den Halbfinal.
Die Freiämter Konzentration gilt ab sofort Kriessern. Gegen den Meister hat Freiamt nach der letztjährigen Halbfinalschlappe eine Rechnung offen. --wr
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