Niederlage, die wenig schmerzt
19.11.2019 RingenRingen, Nationalliga A, 10. Runde: Freiamt – Willisau 16:23 (7:11) – Halbfinal gegen Kriessern (Sa.)
Nach vier Siegen in Serie hat die Ringerstaffel Freiamt zum Abschluss der Qualifikation gegen den Meisterschaftsfavoriten Willisau zu Hause mit 16:23 verloren. ...
Ringen, Nationalliga A, 10. Runde: Freiamt – Willisau 16:23 (7:11) – Halbfinal gegen Kriessern (Sa.)
Nach vier Siegen in Serie hat die Ringerstaffel Freiamt zum Abschluss der Qualifikation gegen den Meisterschaftsfavoriten Willisau zu Hause mit 16:23 verloren. In einem bedeutungslosen Duell der Erzrivalen verfügten die Luzerner über mehr Substanz im Team.
Im Vorfeld hatte Marcel Leutert gehofft, dass er mit einer Mischung aus Stammringern und Nachwuchsathleten dem Saisondominator Willisau Paroli bieten könnte. Dabei war abzusehen, dass auch der Meisterschaftsfavorit in dieser unbedeutenden Schlussrunde der Qualifikation mit einem B-Team antreten würde. Die Spekulation ging nicht auf, weil verschiedene Faktoren an diesem Abend gegen Freiamt sprachen. Einerseits lieferten nicht alle Leistungsträger die erhoffte Leistung, andererseits erwies sich der Innerschweizer Unparteiische als alles andere als Heimkampfrichter. Cheftrainer Marcel Leutert vermied nach der klaren Niederlage jegliche Polemik und gestand: «Willisau hat in seinem Kader viel Substanz und für jede Gewichtsklasse den nötigen Spezialisten.»
Zu wenig Breite im Kader
Im Gegensatz zu Willisau verfügt die Ringerstaffel Freiamt aktuell über zu wenig Substanz im Kader, um ein halbes Dutzend Nationalliga-A-Stammringer ohne Leistungsabfall zu ersetzen. Weil für die beiden Erzrivalen im letzten Qualifikationskampf nichts mehr zu gewinnen war, setzten beide mehrere Ersatz- und Nachwuchsathleten ein. Dennoch war ersichtlich, dass die Willisau Lions mit einem halben Dutzend Spitzenringern in der Aufstellung nur schwerlich zu schlagen waren.
Trotz harter Trainingswoche mit dem Nationalkader erfüllte Nino Leutert die Erwartungen und hielt den starken Willisauer Timon Zeder mit einer abgeklärten Leistung 5:0 auf Distanz. Ausgelaugt und lustlos wirkte Randy Vock. Die Strapazen von Magglingen waren ihm anzusehen. Der Freistilringer fand bis 65 kg Greco kein Mittel, den stilstarken Brunner in Willisauer Diensten, Rasul Israpilov, in Bedrängnis zu bringen. Weil der Kampfrichter der Ringerriege Brunnen Vock zuerst in die Unterlage beorderte, war die Punkteniederlage frühzeitig besiegelt. «Da mag ich mich gar nicht erst aufregen», sah Marcel Leutert über die umstrittene Kampfleitung hinweg.
Lehrstunde für Nachwuchs
Die jungen Ersatzringer beider Teams erhielten in der Nationalliga A eine Lehrstunde erteilt. Auch die Freiämter Marc Weber und Nico Küng nützten die Gunst der Stunde und siegten überlegen. Die Ausnahme bildete der 15-jährige Colin Brunner. Trotz Schrecksekunden nach einem Hüfter gewann der Auwer seine NLA-Premiere 7:4. «Ein starker Einstand, obwohl er nach einer heiklen Situation vorsichtig wurde», kommentierte Trainer Leutert.
Ebenfalls eine Lektion «genoss» Greco-Spezialist Roman Zurfluh bei seinem Versuch bis 130 kg Freistil. WM-Bronzegewinner Stefan Reichmuth zerzauste ihn innert vier Minuten 18:0. Gute Ansätze erkennen liess Freiamts Kuba-Schweizer Wilbert Machin Barroso bis 97 kg Greco. Gegen Samuel Scherrer führte er trotz körperlichem Nachteil nach zwei Minuten 2:0. Dann wirbelte ihn der Willisauer Freistilinternationale spektakulär durch die Luft, bis der Kampf bei 2:20 nach vier Minuten zu Ende war.
Marcel Leutert verzichtete nebst seiner Freude über Colin Brunner auf Lob und Tadel. «Dass die Jungen Lehrgeld zahlen werden, habe ich erwartet. Das war die letzte Chance für solche Einsätze in dieser Saison.»
Fokus auf dem Halbfinal
Freiamts Cheftrainer wusste trotz grossem Publikumsaufmarsch um den Kehraus-Charakter der Begegnung. Schon vor dieser Begegnung galt das Augenmerk und die Vorbereitung dem Halbfinal gegen Kriessern. Nach der letztjährigen Halbfinalschlappe will sich die Aargauer Ringerhochburg am Meister der letzten Jahre revanchieren. Im Hintergrund tut sich einiges, um ein schlagkräftiges Team gegenüberzustellen. Der grosse Showdown beginnt am nächsten Samstag um 20 Uhr in der prall gefüllten Bachmattenhalle in Muri. --wr
Die Halbfinal-Hinkämpfe (23. November, je 20 Uhr): Einsiedeln – Willisau und Freiamt – Kriessern.

