Freunde fürs Leben
12.11.2019 BoswilMusic-Night im «Chillout» Boswil
Mitte der 70er-Jahre formierten sich die Schüler Peter Meyer, Paul Fischer, Hanspeter Huber und Roger Rey zur Rockband «NH3». Mehr als 40 Jahre später spielen die vier Freunde noch immer gemeinsam, wenn sich eine ...
Music-Night im «Chillout» Boswil
Mitte der 70er-Jahre formierten sich die Schüler Peter Meyer, Paul Fischer, Hanspeter Huber und Roger Rey zur Rockband «NH3». Mehr als 40 Jahre später spielen die vier Freunde noch immer gemeinsam, wenn sich eine Gelegenheit ergibt. Mehr noch: «NH3» haben nach dem Aus Anfang der 80er diverse andere Bands mitgegründet und mitgeprägt. So spielt Paul Fischer noch bei «Westwood». Ist Peter Meyer der Showstar bei «The Hardy’s Bubbles». Und Roger Rey trommelt gleich bei allen drei Formationen. In Boswil gab es ein Wiederhören mit allen drei Bands.--chh
Fast wie ein Klassentreffen
Freiämter Musik-Night im Boswiler «Chillout» war ein voller Erfolg
Über 100 Jahre Bandgeschichte stand an diesem Abend auf der Bühne. Doch wer meint, dass die Musiker mit dem Alter ruhiger werden, der sah sich getäuscht. Party war angesagt – bei den Akteuren auf der Bühne wie auch im Publikum.
Chregi Hansen
Am Anfang war «NH3». Vier junge Freiämter Schüler, welche die Welt erobern wollten und Ende der 70er-Jahre immerhin einen kleinen Schweizer Hit landen konnten.
Nach dem Aus Anfang der 80er-Jahre machten die vier Jungs in diversen anderen Bands weiter. Da gab es längst vergessene Bands wie «Tönder» (wer weiss noch, wie sie sich schrieben?), «Sidney», aber auch noch immer aktive wie «Westwood». Und natürlich die «Hardy’s Bubbles», die immer noch existierende Musikformation des legendären Begorra-Theaters. Falls ein Kantischüler mal nach einem Thema für eine Maturarbeit sucht – hier wäre eines, das sicher spannenden Stoff bietet.
Der Schlagzeuger war besonders gefordert
Bei all den Überschneidungen ist es nicht verwunderlich, dass die Bands untereinander befreundet sind. Dies umso mehr, als Schlagzeuger Roger Rey bei allen drei den Takt angibt. Er war an diesem Abend denn auch am meisten gefordert – dreimal eine Stunde trommelte er, was die Sticks hergaben. «Konditionell ist es gar nicht so anstrengend, auch wenn ich es morgen sicher spüre», sagt er zwischen zwei Gigs lachend. «Schwieriger ist es mit der Konzentration, da die drei Bands doch einen sehr unterschiedlichen Stil pflegen.»
Unterschiedlich ist auch die Arbeit der drei Formationen. Während «Westwood» regelmässig probt und auftritt, ist das bei den «Bubbles» etwas schwieriger, weil eines ihrer Mitglieder inzwischen in Teneriffa lebt. Rolf Wernli ist erst zwei Tage vor dem Konzert in die Schweiz geflogen und ist inzwischen bereits wieder zurück auf der Insel. «Aber wir haben diesen Sommer auf unserer Couch-Tour viel zusammen gespielt, da mussten wir nicht mehr viel üben», erklärt Rey.
Wiedersehen macht Freude
Anders sieht es bei «NH3» aus. Die Urväter der Freiämter Rockszene geben alle paar Jahre wieder ein kurzes Comeback – und laden zu einem letzten und allerletzten Konzert ein. Genau so, wie es die ganz grossen Rockbands vormachen. In diesem Sommer stand ein Auftritt am Zamba Loca an. «Aber der ganze Aufwand des Probens nur für ein Konzert, das lohnt sich nicht», erklärt Rey. «Darum kamen wir auf die Idee dieser Music-Night.» Ein Konzertabend mit allen Bands der vier Freunde. «Es ist toll, dass es geklappt hat. Und es ist schön, im Publikum so viele bekannte Gesichter zu sehen», strahlt der Schlagzeuger.
Tatsächlich war es fast wie ein Klassentreffen. Sowohl auf der Bühne wie auch im Publikum, bei dem das Durchschnittsalter wohl doch über 50 Jahren lag. Gekommen waren viele Freunde und Weggefährten der Musiker, die einfach gemeinsam einen tollen Abend geniessen wollten. Und dies auch taten. «Dieser Anlass steht unter dem Motto Freundschaft», sagte denn auch Moderator Rolf Wernli. Freundschaft, die teilweise weit über 40 Jahre hält wie bei «NH3», 36 Jahre bei den «Bubbles» und auch schon 25 bei «Westwood».
Letztere eröffneten den Abend mit ihrem gefälligen Country-Rock. Danach war die Bühne frei für «NH3», die nach anfänglichem Einspielen zu alter Spielfreude zurückfanden und je länger, je mehr die Bühne rockten und dabei alle alten Hits spielten wie «The Spider», «Still In Love With My Lady» und natürlich «Rock in CH». Für den krönenden Abschluss des Abends sorgten dann «The Hardy’s Bubbles», die mit ihrer Spielfreude und den vielen bekannten Coverversionen für beste Stimmung sorgten. Und natürlich begab sich Peter Meyer, der nach dem Gig mit «NH3» seine obligate Schmalzlocke montierte, erneut auf seinen Rundgang durchs Publikum, und beim Evergreen «Monja» sang das Publikum so laut und begeistert mit, dass es die Band gar nicht mehr brauchte.
Wiederholung gewünscht
Die Stimmung war denn auch den ganzen Abend bestens. Das Wiedersehen und Wiederhören machte allen Spass. «Es ist einfach schön, diese drei Bands an einem Abend zu hören», waren sich die Besucher einig. «Eigentlich sollte man das alle paar Wochen wiederholen», soll Peach Weber gesagt haben. Er sprach damit sicher vielen aus der Seele. Und ganz fest strahlte auch Gastgeber Pitsch Wyrsch, der Wirt des «Chillout». Er ist zu jung, um «NH3» damals erlebt zu haben. «Aber dieser Sound ist heute noch genial», sagte er.
Feiern bis in den Morgen
Auch die Musiker genossen ihre Auftritte bei diesem Heimspiel. Auch wenn sie alle ein gewisses Alter erreicht haben – an diesem Event fühlten sie sich vermutlich wieder wie 20. Kein Wunder, wurde nach den drei Konzerten und einem gemeinsamen Song aller beteiligten Musiker noch bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Und vermutlich bereits neue Pläne für neue Events geschmiedet. Auf die sich das Publikum jetzt schon freut.







