An Überraschung geschnuppert
08.10.2019 RingenNLA: RC Willisau – RS Freiamt 21:14 (6:11)
Wie vor Wochenfrist schickte Freiamt-Trainer Marcel Leutert gezwungenermassen auch in Willisau eine stark ersatzgeschwächte Mannschaft auf die Matte. Diese horchte aber mit einem Achtungserfolg auf. Allen voran Nino ...
NLA: RC Willisau – RS Freiamt 21:14 (6:11)
Wie vor Wochenfrist schickte Freiamt-Trainer Marcel Leutert gezwungenermassen auch in Willisau eine stark ersatzgeschwächte Mannschaft auf die Matte. Diese horchte aber mit einem Achtungserfolg auf. Allen voran Nino Leutert, der Dimitar Sandov in die Schranken wies.
Freiamt-Trainer Marcel Leutert ist keiner, der gerne verliert. Schon gar nicht gegen den Erzrivalen Willisau. Umso erstaunlicher war seine gute Laune kurz nach der Niederlage: «Ich kann nicht jammern. Die jungen wie Sascha Rüttimann wurden ins kalte Wasser geworfen, haben ihre Sache aber gut gemacht. Was mich positiv stimmt, ist, dass unsere Stammringer fit sind.» Betrachtet man das Geschehen auf der Matte, gab es für den Ottenbacher tatsächlich keinen Grund, Trübsal zu blasen. Im Gegenteil, was seine Jungs, zumindest vor der Pause, ablieferten, konnte in dieser Deutlichkeit nicht erwartet werden. Freiamt führte mit 6:11.
Leutert sorgt für Knaller
Möglich machten dies sein Sprössling Nino Leutert, Flurin Meier und Roman Zurfluh mit Siegen gegen Dimitar Sandov, Florian Meier und Dominik Bossert. Zurfluh liess sich auch nicht von einer (beim Aufwärmen eingehandelten) Fussverletzung davon abbringen, Bossert in einem engen, attraktiven Duell zu bezwingen. Stilsicher präsentierte sich Flurin Meier bei seinem zweiten Sieg im sechsten NLA-Kampf. Für einen Knaller sorgte Nino Leutert gegen Dimitar Sandov, den Überflieger der Leichtgewichtler der vergangenen Saison. Im taktisch geprägten Duell agierte der Freiämter geschickt. Nach einer 0:5-Pausenführung liess er nicht mehr viel zu und brachte den Sieg gegen den Westschweizer verdienter über die Runden. Für den vierten und letzten Einzelsieg zeigte sich der EM-Dritte Randy Vock zuständig. Unspektakulär, aber immer auf der Höhe des Geschehens gewann er gegen Mansur Mavlaev.
Schlüsselkämpfe gehen an Willisau
Mit der 6:11-Pausenführung brachten sich die Aargauer in eine gute Ausgangslage. Vorausgesetzt Reto Gisler und Marc Weber würden die Schlüsselkämpfe gegen Andreas Reichmuth und Jonas Bossert, den ehemaligen Spitzenringer, gewinnen. Davon war aber nur in den Anfangssekunden etwas zu sehen. Mit einer 6:0-Führung überraschte Bossert den Freiämter Weber. Danach sah man ihn nur noch im Rückwärtsgang. Weber auf der anderen Seite drückte dem Kampf den Stempel auf. Mehr als auf 5:6 kam er aber nicht heran. Auch Reto Gisler musste sich seinem Kontrahenten hauchdünn beugen. Den Unterschied machten schliesslich einige Prozent mehr Puste, die der weit jüngere Reichmuth in der Endphase anzapfen konnte, aus.
Wenig überraschend hatten Sascha Rüttimann gegen Roger Heiniger, Ainodin Ahmadi gegen Samuel Scherrer, Nico Küng gegen Tobias Portmann und Joel Meier gegen Michael Portmann wenig bis nichts zu bestellen. Nennenswert ist aber der Kampfgeist von Joel Meier. Beim Stand von 14:0 für Portmann zauberte er noch vor der Pause eine Viererwertung auf die Matte. Angespornt von dieser Aktion agierte er nach dem Wechsel zwischenzeitlich auf Augenhöhe.
Jetzt gehts um alles
Die RS Freiamt muss sich wenig vorwerfen lassen. Aus den vorhandenen Möglichkeiten hat man annähernd das Maximum herausgeholt. «Von diesem Kampf kann ich für einen eventuellen Halbfinal einiges mitnehmen», so Leutert. Nun gilt es den Fokus auf Hergiswil und Schattdorf zu richten. In diesen beiden Duellen geht es um alles, sprich um die vier begehrten Halbfinalplätze. --ws

