Ringen, Nationalliga A, 6. Runde: Hergiswil – Freiamt 11:26 (7:12)
Die Verunsicherung der Freiämter Ringer nach drei Niederlagen in Serie führte zu einer starken Reaktion in Hergiswil. Mit einem aufgerüsteten Team setzte die Ringerhochburg ein Zeichen. ...
Ringen, Nationalliga A, 6. Runde: Hergiswil – Freiamt 11:26 (7:12)
Die Verunsicherung der Freiämter Ringer nach drei Niederlagen in Serie führte zu einer starken Reaktion in Hergiswil. Mit einem aufgerüsteten Team setzte die Ringerhochburg ein Zeichen. Doch die Napf-Ringer waren kein Gradmesser, wie der 26:11-Sieg erkennen lässt.
«Roman Zurfluh und Andrey Malzew hatten etwas Pech, ansonsten waren wir souverän», analysierte Pascal Strebel nach der einseitigen Begegnung im Luzerner Hinterland. Der verletzte Olympionike vertrat den abwesenden und gleichzeitig gesperrten Cheftrainer Marcel Leutert als Coach. Entscheidender waren die Wechsel im Team. Nils Leutert kehrte nach auskurierter Schulterverletzung als 57-kg-Ringer auf die Matte zurück, und als Notlösung stopfte Greco-Trainer Malzew die Lücke bis 74 kg Greco. «Wir mussten auf Nummer sicher gehen», erklärte Strebel dazu.
Hergiswiler Absenzen
Nach dem überraschenden Hergiswiler Sieg über Einsiedeln herrschte Verunsicherung im Freiämter Lager. Doch die Napf-Ringer waren zum Auftakt der Rückrunde nicht in der Lage, ein gleichwertiges Team entgegenzusetzen. Weil sich Siegringer Manuel Jakob verletzt hat und auch der ukrainische Oldie Alexander Golin fehlte, war schon nach dem Abwägen klar, dass Freiamt die Steinacherhalle als Sieger verlassen würde.
«Diese Aufstellung verstehe ich nicht», wunderte sich Pascal Strebel. Auf dem Papier durfte das Heimteam nur mit einem einzigen sicheren Erfolg auf der Matte rechnen. Diesen realisierte Thomas Suppiger mit einem schnellen Schultersieg gegen Ainnoddin Ahmadi. Weil dazu Roman Zur fluh trotz einer 7:0-Führung gegen Christian Zemp noch knapp verlor, verlief zumindest die erste Matchhälfte halbwegs ausgeglichen.
Für die 12:7-Pausenführung waren die Leichtgewichter Nils und Nino Leutert sowie Randy Vock verantwortlich, die allesamt klar gewannen. Ärgerlich war einzig Nino Leuterts verschenkter Punkt. Angesichts der erwarteten Dominanz in der zweiten Hälfte war dieser verkraftbar.
Zuverlässige Teamstützen
Nach der überlangen Pause lieferten Marc Weber und Michael Bucher die erwartet souveränen Punktesiege ab. Weber kontrollierte und konterte Routinier Raphael Kaufmann, Bucher benötigte nur eine Runde, um Sven Bammert auszupunkten. In einem harzigen Kampf hielt Nico Küng trotz konfuser Kampfrichterleistung Patrick Kunz mit 8:3 auf Distanz.
Weniger Glück war Andrey Malzew beschieden. Der 46-jährige Ukrainer in Freiämter Diensten führte bis zwölf Sekunden vor Schluss 5:1. Aber nach einer Verwarnung verlor er die Übersicht. Die Konfusion nützte Martin Grüter zu einem Wurf aus der Matte, die ihm eine Viererwertung und damit den 7:5-Sieg eintrug. «Das muss ich nochmals auf dem Video anschauen», zweifelte Coach Pascal Strebel, ob da alles mit rechten Dingen zu und her gegangen ist.
Einen geglückten Saisoneinstand gab zum Abschluss Husein Kadimagomaew. Bis 74 kg Freistil liess er sich auch durch einen weiteren umstrittenen Kampfrichterentscheid nicht verunsichern. Seine vorsichtige Kampfweise zahlte sich am Schluss mit einem 7:1-Punktesieg aus.
«Der Sieg war Pflicht. Diese haben wir klar erfüllt», resümierte Strebel. «Die Gesamtleistung stimmt, aber wir müssen an Details schleifen.» Gerne überlasse er aber den Coachingplatz wieder Marcel Leutert. Der Olympionike befindet sich im Aufbautraining und ist zuversichtlich, in der Meisterschaftsentscheidung wieder aktiv eingreifen zu können. --wr