«Sternen»: Alles kommt gut
29.10.2019Plötzlich schien rund um das Restaurant Sternen in Wohlen alles kompliziert: Parkplatzsituation, Einfahrt, Gartenwirtschaft, Sitzungszimmer standen in der Kritik. Und das Wirtepaar zweifelte. Schliesslich funktionierte der «Sternen» all die Jahre hervorragend. Es regte sich dann ...
Plötzlich schien rund um das Restaurant Sternen in Wohlen alles kompliziert: Parkplatzsituation, Einfahrt, Gartenwirtschaft, Sitzungszimmer standen in der Kritik. Und das Wirtepaar zweifelte. Schliesslich funktionierte der «Sternen» all die Jahre hervorragend. Es regte sich dann Widerstand in den Reihen der Ortsbürgergemeinde, sie ist Besitzerin der Liegenschaft. Nun präsentiert der Gemeinderat mit einem Baugesuch etliche Lösungen. --dm
Alle Wünsche umgesetzt
Restaurant Sternen: Mit einem Baugesuch wird die verworrene Situation nun entschärft
Es hat alles so zu bleiben, wie es ist. Das forderte die Besitzerin des «Sternen», die Ortsbürgergemeinde. Nun hat der Gemeinderat eine gute Lösung gefunden, die sämtliche Probleme der Parkierung, der Gartenwirtschaft und der Sitzungszimmer löst. Ein Baum muss weichen.
Daniel Marti
Es war bisher eine sehr emotionale Geschichte. An der Gemeindeversammlung der Ortsbürger sorgten die vorgesehenen Veränderungen rund um die Liegenschaft Sternen für hohe Wellen und Unmut. Die künftige Parkplatzsituation und ein neu gepflanzter Baum mitten in der Einfahrt sorgten damals im Juni für heftige Diskussionen. Die Ortsbürgergemeinde ist Besitzerin des Restaurants Sternen – und das bekam der Gemeinderat ziemlich deutlich zu spüren. Man möge die alte, die bestehende Situation so belassen, Hände weg vom «Sternen», so lautete der Fingerzeig der Ortsbürgerinnen und Ortsbürger.
Letztlich wurde sogar ein Antrag in diese Richtung grossmehrheitlich überwiesen. Dieser Antrag sollte die geplante neue Gestaltung rund um den Sternen verhindern, vor allem die Parkplatzsituation sollte so belassen werden, wie sie war.
Baugesuch mit vielen Lösungsansätzen
In diesem Zusammenhang wurden vom Gemeinderat auch gleich noch die Gartenwirtschaft und die Sitzungszimmer im Obergeschoss neu beurteilt. Auch dort waren jetzt Korrekturen nötig. Viele Stammgäste und auch das Wirtepaar verstanden die Welt nicht mehr. Alles, was über Jahre so Gültigkeit hatte, sollte plötzlich anders sein? Sie wehrten sich – und fanden Verbündete bei der Ortsbürgergemeinde.
Nun war der Gemeinderat am Zug. Jetzt, vier Monate nach der «Gmeind» der Ortsbürger, scheint sich die angespannte Lage zu entschärfen. Aktuell liegt ein Baugesuch auf der Bauverwaltung öffentlich auf. Und dort sind praktisch alle Lösungsansätze ersichtlich. Die Anordnung der Parkplätze ist neu geregelt und auch die Einfahrt zu den Parkplätzen. Auf dem jetzigen Vorplatz sind künftig sieben Parkplätze vorgesehen für den «Sternen» und acht weitere auf dem Sternenplatz. So kommt die Liegenschaft auf insgesamt 15 Parkplätze – so, wie vorgeschrieben.
Und das grösste Ärgernis wird ebenfalls entfernt. Ein Baum versperrt seit der Neuausrichtung des Sternenplatzes die Einfahrt zum «Sternen». Dieser Baum ist im Baugesuch als Abbruchobjekt gekennzeichnet. Für die Entfernung des Baumes braucht es wohl nicht mehr viel «Manpower», denn das Gewächs wurde schon öfter bei diversen Parkmanövern in Mitleidenschaft gezogen.
Weiter werden mit dem Baugesuch auch gleich die Zulieferung für das Restaurant und die Platzierung der Veloparkplätze gesichert.
Vorplatz: Gartenwirtschaft mit bis zu 40 Plätzen
Zur Gartenwirtschaft. Die ist in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Serviert wurde bei angenehmen Temperaturen schon draussen. Und zwar auch auf dem Vorplatz Richtung Sternensaal und bis zum Trottoir am Kirchenrain. Deshalb wurde auch eine kleine Glaswand gestellt – mit dem Einverständnis von allen Seiten. Mit dem Baugesuch wurde auch diese «Baustelle» jetzt ganz offiziell geregelt. Im Zwischenraum zwischen Restaurant-Liegenschaft und Sternensaal ist nun offiziell eine Bestuhlung mit bis zu 40 Plätzen vorgesehen – und auch erlaubt.
Und im Obergeschoss des Restaurants wurden zwei Zimmer, die zur Wohnung im Anbau zählen, nun ganz offiziell zu Sitzungszimmern. So, wie es eigentlich schon lange war. Die Umnutzung sieht je ein Sitzungszimmer mit sechs und eines mit 16 Sitzplätzen vor. Der grosse Sitzungssaal im Obergeschoss bleibt so, wie er schon immer war.
Antrag der Ortsbürger setzte altes Projekt ausser Kraft
Auch Gemeindeammann Arsène Perroud ist zufrieden, dass der Fall «Sternen» nun für alle zufriedenstellend abgehakt werden kann. «Mit dem Baugesuch wird eine Situation hergestellt», die rechtlich für alle Seiten okay sei. Zwar hat es aus dem Jahr 2017 ein genehmigtes Projekt gegeben, aber dieses Vorhaben wurde durch den Antrag an der Ortsbürgerversammlung praktisch aufgehoben. «Der Gemeinderat hat den Antrag wie gewünscht umgesetzt», so Perroud weiter. «Deswegen fällt niemandem ein Zacken aus der Krone.» Auch wenn das vormalige Projekt vom Gemeinderat als besser taxiert wurde.
Bericht an der «Gmeind»
Alles sei mit der Wirtin abgesprochen worden, sagt Perroud. Ob Umnutzung, Gartenwirtschaft, Parkierungssituation oder Baum in der Einfahrt – die baurechtliche Situation ist geklärt. Und nach der Baubewilligung wird alles so umgesetzt – auch die Entfernung des Baumes. An der Winter-«Gmeind» der Ortsbürger werde noch ein ausführlicher Bericht erfolgen, verspricht der Gemeindeammann. Alles rund um den «Sternen» ist somit geklärt, alle Emotionen haben sich gelegt und die Stimmung ist endlich wieder entspannt.



