Der Freiämter Goran Karanovic wechselt nach Rumänien zu Sepsi Osk
Nach dem verpassten Aufstieg mit dem FC Aarau in die Super League suchte sich Goran Karanovic einen neuen Club. In Rumänien findet er eine neue Herausforderung. «Es soll auch ein Abenteuer ...
Der Freiämter Goran Karanovic wechselt nach Rumänien zu Sepsi Osk
Nach dem verpassten Aufstieg mit dem FC Aarau in die Super League suchte sich Goran Karanovic einen neuen Club. In Rumänien findet er eine neue Herausforderung. «Es soll auch ein Abenteuer für mich und meine Familie sein», so der 31-Jährige.
Stefan Sprenger
Mitten in der Altstadt von Brashov hat Goran Karanovic eine Wohnung. «Ich bin erst seit zwei Tagen hier», sagt er. Doch sein erster Eindruck ist prima. «Es ist eine schöne Altstadt, die Leute sitzen draussen und sind in den vielen Parks der Stadt. Es ist etwas los.» Brashov ist umgeben von den Karpaten. Über 250 000 Einwohner hat die Grossstadt. Brashov – zu Deutsch Kronstadt – ist für ihre aus dem Mittelalter stammenden sächsischen Stadtmauern und Bollwerke und die imposante gotische Schwarze Kirche und belebte Cafés bekannt.
«Ich hatte keinen Stress»
Dies ist die neue Heimat von Goran Karanovic. Er ist in Dottikon aufgewachsen, dort in die Primarschule und später in Wohlen an die Kantonsschule gegangen. Fussballerisch wurde er beim FC Wohlen gross, spielte später bei Luzern, Servette, St. Gallen und in Frankreich. Sein Leben als Profifussballer führte ihn nach zwei Kreuzbandrissen zurück in die Schweiz. Beim FC Aarau schoss er acht Tore in 22 Spielen, doch der Aufstieg in die Super League wurde auf dramatische Art und Weise in der Barrage verpasst. «Das ist verdaut. Es bringt nichts, sich über verpasste Chancen den Kopf zu zerbrechen», meint der «Freiämter Sportler des Jahres 2013».
Karanovic wollte etwas Neues. Mit drei Clubs habe er verhandelt. «Ich hatte keinen Stress, wollte aber doch Klarheit, wohin es mich zieht.» Er reist nach Rumänien, fragt bei früheren Mannschaftskollegen nach. Ivan Martic und Moutinho, mit denen er in St. Gallen respektive Servette zusammen spielte, sind heute ebenfalls in Rumänien. «Sie redeten sehr positiv. Und mir hat es auch auf Anhieb gefallen hier.»
Und nun hat Karanovic einen Zweijahresvertrag bei Sepsi Osk unterschrieben. In der vergangenen Saison schaffte es das Team auf den 6. Rang in der höchsten Liga des Landes. Karanovic sagt: «Das Gesamtpaket hat gepasst. Die Leute, der Verein, die Stadt – und im nächsten Jahr wird ein neues Stadion eröffnet, das Platz bietet für über 10 000 Fans. Der Verein will wachsen und vorwärtskommen. Ich will meinen Teil dazu beitragen.» In der nächsten Saison will es Sepsi Osk zudem in die Europa League schaffen.
Der Freiämter hat bereits die ersten Trainings mit dem Team absolviert. Es sei technisch starker Fussball, der gespielt wird. Der Trainer spricht Deutsch, die meisten Fussballer reden Englisch. Dies hilft ihm ebenfalls bei der Integration.
«Wer weiss, wie lange ich das noch kann»
Seine neue Herausforderung soll aber auch als Abenteuer für die ganze Familie dienen. Ehefrau Jovana und der bald dreijährige Sohn Danilo sind momentan noch in Dottikon, kommen aber in wenigen Wochen nach. «Wir wollten nochmals ins Ausland. Wer weiss, wie lange ich das noch kann», meint Karanovic. Er sieht sein Leben als Profifussballer, der im Ausland leben und spielen kann, auch als grosses Privileg. Denn der Lebensmittelpunkt der Karanovics wird – ob früher oder später – in ihrer Heimat im Freiamt liegen. «Nun freue ich mich aber auf eine neue und aufregende Zeit in Rumänien.»