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05.07.2019Die Sportschule «United school of sports» des Wohlers Tobias Rohner ist auf Optimierungskurs
Er hat seine Sportschule etabliert. Zuerst in Zürich, dann in St. Gallen. Die angehenden Sportgrössen kommen zu ihm in die Ausbildung. Tobias Rohner, der Wohler, ...
Die Sportschule «United school of sports» des Wohlers Tobias Rohner ist auf Optimierungskurs
Er hat seine Sportschule etabliert. Zuerst in Zürich, dann in St. Gallen. Die angehenden Sportgrössen kommen zu ihm in die Ausbildung. Tobias Rohner, der Wohler, und seine «United school of sports» sind nicht nur beliebt, sie werden in der Schweizer Sportwelt respektiert. Bald auch in Winterthur.
Daniel Marti
Es herrscht Hochbetrieb rund um die Sportschule. Der Abschluss des Schuljahres ist auch ein weiteres Kapitel eines Erfolges. Aber eine flaue Sommerferienzeit kann sich derzeit Tobias Rohner nicht leisten. Der Direktor und Mitbesitzer der «United school of sports» hat erneut Grosses vor. Denn Anfang August muss der dritte Standort seiner Schule bereit sein. Nach Zürich und St. Gallen hält Rohners Crew nun auch in Winterthur Einzug. Dies sei keine Expansion, sondern eine Optimierung, hält er fest. Nicht die pure Grösse der Sportschule ist für ihn entscheidend. Sondern das Wohl der jungen Sporttalente. Diese – mittlerweile über 300 – müssen am Institut des Wohlers beste Bedingungen vorfinden. Der Chef will es so.
Ausgeprägte Werte
Die Rohner-Sportschule hat sich mittlerweile ein Image erarbeitet, das in der Schweiz nach Vergleichen sucht. Erst kürzlich zertifizierte Swiss Olympic die Sportschulen der Schweiz. Es sind über 50, auf der Stufe von «United school of sports» sind es keine 20. Und bei Rohners Schule sind auch die meisten Sportarten gut aufgehoben. Gegenwärtig rund 40. «Wir sind einzig nicht perfekt aufgestellt für Wintersportler, aber bessere Lösungen hat unsere Konkurrenz im Unterland eigentlich nicht», räumt er ein. Und nennt gleich einen wesentlichen Vorteil: «United school of sports» kann seit zwei Jahren auch die Berufsmatur anbieten.
Bei der «United school of sports» kommen zudem Werte zum Tragen, die an «normalen» Schulen nie dermassen ausgeprägt sind. Die Sozialkompetenz beispielsweise, das Verständnis für einen anderen Spitzensportler, die Balance zwischen Verdienst und Zukunftsplanung. «Wenn ein Kanufahrer in einer Schulbank neben einem Fussballer sitzt, kann das zu einem spannenden Austausch führen», so Rohner. Oder der angehende Fussballprofi sieht, welchen Aufwand ein Kunstturner auf sich nimmt – und praktisch nichts verdient. Diese Erfahrungen beobachtet der Direktor gerne. Denn sie sind bereichernd für die Schule.
Mit Konsequenz in der Erfolgsspur
«United school of sports»: Die Sportschule des Wohlers Tobias Rohner eröffnet in Winterthur den dritten Standort
Klein angefangen und gross herausgekommen. Tobias Rohner ist Mitbegründer der Sportschule «United school of sports». Mittlerweile zählt sie über 300 Lernende. Und die besten Talente der Schweiz wollen beim Wohler ausgebildet werden.
Daniel Marti
«Wir haben das beste Ausbildungsmodell für Sporttalente.» Dies sagt Tobias Rohner, Direktor der «United school of sports». Dies klingt fast schon unschweizerisch, selbstbewusst und von sich und seiner Arbeit überzeugt. Die «United school of sports» setzt eben voll und ganz auf den Sport. Die Ausbildung mag eminent wichtig sein, aber sie hat sich hinter der Sportkarriere anzustellen. Eben unschweizerisch. Diese Strategie führte zum Erfolg. Der tägliche Weg von Tobias Rohner von Wohlen nach Zürich hat sich gelohnt – für ihn, aber auch für die Absolventinnen und Absolventen seiner Sportschule.
Von 4 auf über 300 Lernende
Der Aufstieg war nicht nur rasant, sondern auch stetig und zielgerichtet. Gründung im Jahr 2001, die ersten vier Absolventen der KV-Ausbildung zwei Jahre später. Die aktuellen Zahlen sind dagegen eindrücklich. Zwei Standorte – in Zürich und St. Gallen, ab August kommt der dritte Standort in Winterthur dazu. Derzeit zählt die «United school of sports» 320 Lernende, 42 Lehr- und Verwaltungspersonen sowie Trainer.
Die «United school of sports» auf Expansionskurs. «Nicht unbedingt», sagt Rohner. «Vor zehn Jahren haben wir festgelegt, dass wir nur bei einer guten Gelegenheit wachsen wollen.» So ist der Standort St. Gallen vor gut acht Jahren entstanden – als gute Ergänzung. Und nun zeigt eine Bedarfsanalyse, dass ein zweiter Standort im Kanton Zürich Sinn macht. Neben dem Hauptsitz in Zürich wird im August Winterthur dazu kommen. «Weil viele Sportler, die zu uns in die Schule kommen, aus dieser Region stammen.» So geniessen viele Talente einen kürzeren Weg und damit bessere Bedingungen. «Der dritte Standort ist also eine klare Optimierung und nicht mehr.»
Mittlerweile hat die «United school of sports» die ideale Grösse erreicht. 240 Lernende in Zürich und künftig je 80 in St. Gallen und Winterthur. Dies ist auch das Zukunftsmodell. «Die KV-Ausbildung bietet für alle eine ideale Ausgangslage. Trotzdem wäre ein zweiter Beruf interessant», denkt der Direktor über die einzige plausible Ausbauvariante nach.
Auf den Sport ausgerichtet – keine Zeit für Flausen
Die «United school of sports» kennt keinen Druck. Wachstum muss nicht sein. Qualität ist das wichtigste Argument. Deshalb wollen die besten Nachwuchssportlerinnen und -sportler zu Tobias Rohner und seinem Team. «Wir sind komplett auf den Sport ausgerichtet», nennt er das Erfolgsgeheimnis. «Wir sind eine Schule – aber der Unterricht kommt tatsächlich erst an zweiter Stelle. Wir verfolgen das mit aller Konsequenz.» Die Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau wird auch so gemeistert, denn die meisten jungen Menschen haben erkannt, dass auch für talentierte Sportler die Ausbildung nun mal wichtig ist.
Dann gibt es noch die andere Seite im Schulzimmer: die Lehrer, auch diese Plätze sind bei der Sportschule des Wohlers rasch besetzt. «Lehrermangel?», fragt Rohner, «erstaunlicherweise kennen wir das kaum.» Auch hier eilt dem Institut der gute Ruf voraus. «Wir haben ein gutes Arbeitsklima.» Das spricht sich herum – nicht nur in Zürich. «Die jungen Leute sind fokussiert sowie durch Training und Ausbildung ausgelastet. Die haben keine Zeit, keinen Raum für Flausen im Kopf.»
Die Sportschule besteht nicht «nur» aus Sporttalenten, Lehrpersonen und Trainern. Ebenso wichtig sind die Partner. Angefangen bei den Grossclubs – ob Fussball, Handball oder Eishockey – bis zu den Kantonen Zürich und St. Gallen.
Partner sind auch unzählige Firmen. Rund 100 Betriebe betreuen die Lernenden der «United school of sports». Dort können sie wertvolle Erfahrungen im Berufsleben sammeln. Je zwei Jahre Schule und berufspraktische Ausbildung in einem Betrieb bilden das Grundpaket. «Wir haben mit allen eine Vereinbarung», so Rohner. «Sport und Ausbildung auf allen Ebenen unter einen Hut zu bringen, ist wahrlich ein Kunststück.»
Quote fürs Rampenlicht: zehn Prozent sind gut
Mit grossen Vereinen wird beispielsweise alle sieben Wochen eine Zusammenkunft abgehalten. Dann ist auch Direktor Rohner gefragt. Für ihn sind 50-Stunden-Wochen eine Selbstverständlichkeit. Unterricht erteilt er nur noch in Notfällen. Ansonsten ist er für die Buchhaltung, fürs Marketing und die Konzeption zuständig. Der Ruhepol liegt jedoch zu Hause in Wohlen. Dort kann der ehemalige Handballtrainer (Muri, Wohlen) abschalten. Das Ehepaar Antonia und Tobias Rohner ist zudem Mitbesitzer der «United school of sports». Sie halten eine Mehrheit der Aktien.
Zurück zu den Sporttalenten der «United school of sports». Wie viele davon schaffen es überhaupt ins Rampenlicht, wie viele können nach der Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau von ihrem Sport leben? Hier gibt es laut Rohner einen anerkannten Wert, «wenn diese Quote bei rund zehn Prozent liegt, dann ist das gut. Wir haben jedoch einen höheren Anspruch. Dieser liegt bei 20 Prozent.» In den vergangenen Jahren sei man schon höher gelegen, «das ist dann aber eher Zufall».
Damit ist Tobias Rohner wieder beim ausgezeichneten Modell der «United school of sports» angelangt. Weil dieses Ausbildungsmodell für Schweizer Verhältnisse top ist, wollen die besten Talente eben auch zur Sportschule von Tobias Rohner. Die «Hall of Fame» ist jedenfalls voll mit bekannten Namen: von den U17-Fussball-Weltmeister über die Eishockey-Vizeweltmeister bis zu den Olympiateilnehmerinnen.
«Es geht uns gut, alle stehen zu uns»
Die «United school of sports» hat sehr viele Sporttalente auf den richtigen Weg gebracht, die für die Schweiz massenhaft Medaillen gesammelt haben. Einen besonderen Draht pflegt Rohner zu den jungen Spielern der aktuellen Schweizer Fussball-Nationalmannschaft (siehe Artikel unten). «Ab und zu schreibt man sich», sagt er nicht ohne Stolz.
Tobias Rohner und das Team der «United school of sports» haben allen Grund, positiv und gelassen in die Zukunft zu blicken. «Uns geht es sehr gut. Das Modell funktioniert. Viele wichtige und grosse Vereine sind unsere Partner. Und alle stehen zu uns.» Das sei eine gute Ausgangslage, aber sicher kein Grund sich auszuruhen, so Tobias Rohner. Eine Ausgangslage, um noch Hunderten von jungen Sportlerinnen und Sportlern zu ihrer Ausbildung zu verhelfen und sie somit auf einen soliden Weg zu führen. Das hingegen ist dann wieder typisch schweizerisch.
Unter Schweizer Fussball-Stars
Tobias Rohner und seine ehemaligen Schützlinge
Manchmal gibt es die Gelegenheit, ein paar ehemalige Lernende auf einen Schlag zu sehen, vor allem wenn die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft sich zusammenfindet. Solche Möglichkeiten will sich Tobias Rohner, Direktor von «United schools of sports», nicht entgehen lassen. Beim Treffen vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Dänemark standen dann etliche ehemalige Schüler praktisch neben dem Hauptsitz der Schule in Zürich. Manuel Akanji, Remo Freuler, Djibril Sow, Admir Mehmedi, Nico Elvedi, Josip Drmic, Haris Severovic gehören zu seinen ehemaligen Schülern. Und so entstand ein wunderbares Erinnerungsbild. Tobias Rohner, der Wohler, mitten unter Weltstars.
Bei einem solchen Wiedersehen weiss man natürlich viele alte Geschichten oder Erinnerungen zu erzählen. Beispielsweise die Haltung von Nico Elvedi und seinem Verein. Als das junge Talent zu Borussia Mönchengladbach in die deutsche Bundesliga wechseln konnte, steckte er noch mitten in der Ausbildung bei der Sportschule. Und was sagten die Chefs in Mönchengladbach? Trotz Bundesliga-Engagement wird die Ausbildung in Zürich unbedingt fertig gemacht. Eine bemerkenswerte Haltung. Und welches ist der Lieblingsspieler von Tobias Rohner? Das ist Admir Mehmedi, zurzeit engagiert in Wolfsburg. «Admir Mehmedi war der erste Fussballer, der bei mir die gesamte Ausbildung absolviert und danach eine grosse Karriere gestartet hat», so Rohner. «Er ist vom Herzen her mein Lieblingsspieler.» --dm
Grosse Vielfalt: Kanu, Fussball, Eishockey
Fünf Freiämter Sporttalente haben zurzeit den Weg über die «United school of sports» eingeschlagen
Jarl Frizlen, Bremgarten
Jarl Frizlen, Jahrgang 2000, Ende 2. Lehrjahr. – Kanu, Kanuclub Baden-Wettingen, Nationalmannschaft C-Elite. – Wohnort: Bremgarten.
Marvin Keller, Berikon
Marvin Keller, Jahrgang 2002, Ende 1. Lehrjahr. – Fussball, GC Zürich U-18, U-17-Nationalmannschaft erweitertes Kader. – Wohnort: Berikon.
Hassan Krayem, Figö
Hassan Krayem, Jahrgang 2000, Ende 3. Lehrjahr. – Eishockey, EHC Kloten, Elite Junioren A. – Wohnort: Fischbach-Göslikon.
Yannick Sägesser, Jonen
Yannick Sägesser, Jahrgang 2002, Ende 1. Lehrjahr. – Eishockey, ZSC Lions, Novizen Elite. – Wohnort: Jonen
Mile Vukelic, Wohlen
Mile Vukelic, Jahrgang 2003, Ende 1. Lehrjahr. – Fussball, GC Zürich U-16, U-16-Nationalmannschaft. – Wohnort: Wohlen.







