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25.06.2019 KunstKunst und Musik in der Bleichi: Vernissage mit Werken von Cora Knoll
Bilder von Cora Knoll (1949– 2009), musikalisch umrahmt von «frank powers» unplugged, am Sommerfest der Kunstkommission Wohlen und ein Blick in das Leben von Cora Knoll. Diese Vielfalt hat ...
Kunst und Musik in der Bleichi: Vernissage mit Werken von Cora Knoll
Bilder von Cora Knoll (1949– 2009), musikalisch umrahmt von «frank powers» unplugged, am Sommerfest der Kunstkommission Wohlen und ein Blick in das Leben von Cora Knoll. Diese Vielfalt hat die Vernissage in der Bleichi geboten.
Menschen für die Kunst zu begeistern ist nicht immer einfach. Doch genau dies hat sich die Kunstkommission Wohlen zum Ziel gesetzt. Diverse Kunstausstellungen werden so einem breiten Publikum zugänglich gemacht und bieten zeitgleich den schaffenden aus der Region eine Plattform, um sich zu präsentieren. Dabei muss es sich nicht zwingend um einen Künstler handeln, wie die Vernissage von Cora Knoll am vergangenen Freitag zeigte.
Emotionen pur
Die Werke von Cora Knoll inspirieren die Betrachter auf ihre ganz eigene Art und Weise. Feministisch, politisch, Liebe und Körper, verspielt, ungenau oder sehr präzise, Ton in Ton oder bunt. Einige erklären sich mit wenigen Strichen, andere könnte man stundenlang anschauen. Genau dies fasziniert auch Hans Furter von der kommission. Gemeinsam mit den Geschwistern Thomas Meyer und Vally Stäger suchte er aus den rund 300 Bildern 74 für diese Ausstellung aus. Dies ist ein «Querschnitt durch ihr Schaffen», meinte Kunstkommissionspräsident Furter und nannte die Bilder «extrem aussagekräftig».
Knoll verfolgte nicht wie viele andere Künstler einen besonderen Stil, bei ihr sind die Bilder, je nach Gefühlswelt, sehr unterschiedlich entstanden. Cora Knoll ist in Wohlen aufgewachsen und hat über 30 Jahre im Tessin gelebt. Wie die Welt von Cora Knoll aussah, erzählte ihre Weggefährtin und beste Freundin Ruth Ramstein.
Die erste Begegnung hatten Ruth Ramstein und Cora Knoll, damals noch Meyer, im Kindergarten. Sie waren nicht die lieben, herzigen Mädchen mit Rüschenrock und Schlaufe im Haar. Die zwei Freundinnen bevorzugten die Pfadi. «Wir träumten, wir wären wie die rote Zora», lachte Ruth Ramstein. Ihnen wurde es nie langweilig und ihr Leben glich einem grossen Abenteuer. Anfangs zogen sie noch mit dem Töffli um die Häuser, später wurde ein alter «Döschwo» ihr Wegbegleiter. Sei es über den Gotthard ins Tessin oder einfach mit Ach und Krach den Mutschellen hinauf. Die Vorliebe für Ausstellungen teilten die zwei jungen Frauen, und vor allem Helen Dahm, eine Schweizer Künstlerin des Expressionismus, war ein grosses Vorbild für Knoll. Die erzählten Ausschnitte aus dem Leben der Künstlerin widerspiegelten sich in den ausgestellten Werken und man entdeckt beim mehrmaligen Betrachten immer wieder etwas Neues.
Kurz vor dem Tod von Cora Knoll trafen sich die beiden Freundinnen nochmals. In einem ernsten Gespräch über den Tod kamen sie zu der Erkenntnis, dass «man erst tot ist, wenn sich niemand mehr an einen erinnert».
Cora ist wieder da
Die Kunst im Hause Meyer ist allgegenwärtig und so kam es, dass der Neffe Dominik Meyer, Musiker in der Band «frank powers», einfach das Bild «Uomini» von seiner Tante Cora Knoll als Vorlage für das Cover des neusten Albums «Juheminee» verwendete. «Wir haben als Band viel gesehen und erlebt», erzählte Dominik Meyer, «und können uns mit den Bildern identifizieren.»
Für Hans Furter war dies ein Grund mehr, die Vernissage mit der Musik von «frank powers» zu umrahmen. Mit dem anschliessenden Risotto kamen Kunst, Musik und Kulinarik an einem Ort zusammen und verband die zahlreichen Besucher mit einem unsichtbaren Band. --mo
Die Ausstellung ist bis 13. Juli geöffnet. Montag bis Freitag, 17 bis 19 Uhr. Samstag und Sonntag, 13.30 bis 17 Uhr.



