Grandioses Turnfest
25.06.2019 SportAarau war zehn Tage lang im Ausnahmezustand. Mittendrin waren die Freiämter Vereine, die mit starken Leistungen überzeugten. Während das erste Wochenende im Zeichen der Jugend stand, gingen am vergangenen Wochenende die Vereinswettkämpfe über die ...
Aarau war zehn Tage lang im Ausnahmezustand. Mittendrin waren die Freiämter Vereine, die mit starken Leistungen überzeugten. Während das erste Wochenende im Zeichen der Jugend stand, gingen am vergangenen Wochenende die Vereinswettkämpfe über die Turnbühne.
200 000 Besucher
Das Organisationskomitee des Eidgenössischen Turnfests geht von insgesamt 200 000 Besuchern aus (erwartet waren 150 000). Es kam zu keinerlei schweren Verletzungen oder Vorfällen. Insgesamt gab es 1200 Sportverletzungen und 34 Hospitalisierungen. 68 000 aktive Turner von 2300 Vereinen aus der ganzen Schweiz haben an der grandiosen Turnparty teilgenommen. --red
Beinwil krönt starke Freiämter Bilanz
Vereinswettkampf zum Abschluss des Eidgenössischen Turnfestes Aarau – Freiämter Vereine mit ansehnlichen Leistungen
An einem Eidgenössischen Turnfest steht der dreiteilige Vereinswettkampf im Mittelpunkt des sportlichen Programmes. In Aarau sorgte der STV Beinwil für das Glanzlicht. Nach Rang 2 vor 6 Jahren in Biel reichte es diesmal für den 3. Platz in der 2. Stärkeklasse. Der TV Wohlen enttäuschte und musste sich in der 1. Stärkeklasse mit Rang 17 begnügen.
Wolfgang Rytz
Die ambitionierten «Beueler» wiederholten den Triumph vom Kantonalturnfest 2017 in Muri über Wohlen und gewannen das Fernduell mit 28,94 zu 28,61 Punkten. Das zweithöchste Notentotal für den Kreisturnverband Freiamt realisierte Mühlau mit 28,64. Kreisoberturner Fredy Klausner zeigte sich in einer ersten Bilanz «sehr zufrieden» und sprach von «ein paar sehr guten Leistungen».
In Muri war Beinwil besser
«Wir waren vor zwei Jahren für Muri besser bereit», erklärt Beinwils Oberturner Dominik Brun das um 0,23 Punkte tiefere Ergebnis gegenüber dem Kantonalturnfest. «Wir hatten ab Anfang Saison verletzungsbedingte Ausfälle und kamen nicht wie gewohnt in einen Lauf. Das spürte man auch in Aarau.» In der Paradedisziplin, der 80-m-Pendelstafette schaute trotzdem die Maximalnote 10,00 heraus. Die tiefste Note gabs bei strenger Bewertung am ersten Wettkampftag in der Kleinfeldgymnastik mit 8,68. «Da müssen wir über die Bücher und ein neues Programm zusammenstellen», sagt Brun dazu. Ansonsten war das Leistungsniveau hoch. Mit 28,94 Punkten übertrafen die Oberfreiämter das von Brun gesetzte Minimalziel von 28,50 deutlich.
Wohlen patzte mehrfach
Erstmals an einem «Eidgenössischen» in der 1. Stärkeklasse eingeschrieben, hatte Wohlen einen Top- Ten-Platz ins Visier genommen. Davon blieb das Team des Leiterduos Nadine Lüscher/Danilo Huonder weit entfernt. «Wir sind auch mit 28,61 zufrieden, aber bei den Gerätevorführungen haben wir eher enttäuscht», kommentiert Huonder den 17. Platz unter 113 Vereinen. Die Gerätekombination Barren/Boden ergab nur die Note 8,42, und am Reck verhinderten zwei Übungsabbrüche mehr als 8,85 Punkte. Schwach war auch das 800-m-Quintett, das 8,57 Zähler herauslief. Dagegen gabs mit dem Schleuderball, mit dem Speer und im Weitsprung je 10,00 Punkte, in der Pendelstafette 9,99. «Wir konnten unsere Leistungen vom Vorjahr beim Turnfestsieg in Dintikon nicht abrufen», gesteht Huonder, verspricht aber, dass der TV Wohlen seine «Hausaufgaben» für künftige Turnfeste anpacken werde.
Solide Grossvereine
Der TV Mühlau unter der Leitung von Dominik Leu überzeugte vor allem mit seinen zwei Gymnastikvorführungen (Kleinfeld: 9,52 / Grossfeld: 9,46) sowie im Fachtest «Allround» mit 9,97. Dagegen drückte ein Wechselfehler in der Pendelstafette die Note unter 9 Punkte (8,84). Das Total von 28,64 reichte in der 3. Stärkeklasse trotzdem für Rang 13 unter 293 Vereinen. «Wir haben nebst der Gymnastik mit den Jungen eine gute Leichtathletikabteilung aufgebaut», nennt Leu den Grund für die stetige Steigerung in den letzten Jahren.
Stolze Hägglinger Turner
Merenschwand, Sins und Villmergen traten wie Wohlen in der obersten Grössenklasse an und behaupteten sich klar in der ersten Ranglistenhälfte. Merenschwand gefiel mit einer grossen Disziplinenvielfalt und ausgeglichenen Einzelresultaten. Einzig im Steinheben gabs eine Note unter 9. Das Barrenprogramm zum Auftakt gelang zwar nicht wunschgemäss, trug aber dennoch 9,58 Zähler ein. Sins zeigte saubere Gymnastikprogramme (Bühne: 9,37 / Kleinfeld: 9,31) und hochstehende Gerätevorführungen (Gerätekombination: 9:55 / Schulstufenbarren: 9,56). Die Sprünge (8,51) und das Kugelstossen (8,70) verhinderten jedoch eine Klassierung vor Merenschwand. Dank der Leichtathletik befindet sich Villmergen im Aufwind, hingegen fiel die Barrengruppe mit 7,37 ab. Dennoch reichte es mit dem Total von 27,22 für einen Notendurchschnitt über 9,00. «Das war unser Ziel», erklärte Präsidentin Fabienne Bütler.
Einen stimmungsvollen sportlichen Abschluss erlebten die Hägglinger Turner unter der Leitung von Christian Stulz. Sie begeisterten mit ihrer dynamischen Kleinfeldgymnastik das Aarauer Publikum wie auch die Wertungsrichter, die 9,39 Punkte gutschrieben. So erreichte die reine Turnertruppe in der 2. Stärkeklasse ein Total von 27,31, was sogleich mit hopfiger Tranksame auf Platz gefeiert wurde. «Wir hatten einen guten Wettkampf», strahlte Stulz. Dämpfer in der Pendelstafette und über 400 m (je 7,97) drückten Boswil in der gleichen Kategorie unter die 27er-Marke. In der 3. Stärkeklasse trumpfte Niederwil vor allem am Barren (9,42) auf. Die Turnerinnen gefielen mit einer Bühnengymnastik (9,57). Das Notentotal von 28,04 ergab den 35. Platz unter 293 Vereinen. Die Turnerinnen von Oberrüti kamen mit Geräteturnen und ebenfalls Bühnengymnastik auf 27,78 Punkte.
Bei den kleinen Riegen in der 4. Stärkeklasse gelang den Hägglinger Turnerinnen mit 27,28 Punkten und Rang 54 unter 441 Vereinen das beste Freiämter Resultat. Basis dazu bildete die glatte Zehn im Fachtest Allround. Der TV Aristau sicherte sich genau 27 Punkte und damit einen Platz im ersten Ranglistensechstel. Die Bestnote gabs im Steinheben mit einer 9,50.
Medaille für Boswil und Oberrüti
Freiämter an Nebenschauplätzen erfolgreich
Ein Nebenschauplatz im Vereinsturnen sind die einteiligen Wettkämpfe. Trotzdem verdienen drei Freiämter Auftritte hier eine Erwähnung. Die Boswiler Teamaerobic-Spezialistinnen erreichten mit der Note 9,62 Rang 3 unter 29 Vereinen.
Rang 4 für Beinwil Ü35
Der Waltenschwiler Trampolinverein flog zu 9,26 Punkten, was den 8. Platz unter 42 Gerätevorführungen ergab. Nur sieben Hundertstel fehlten den zehn Ü35-Gymnastinnen von Oberrüti zu Gold im Gymnastikwettkampf. Der Sieg ging an Locarno. Weniger präsent war der Kreisverband Freiamt im dreiteiligen Vereinswettkampf der älteren Turnerinnen und Turner. Ein Topresultat gelang der Beinwiler Ü35-Gruppe in der 2. Stärkeklasse. Hinter drei Fit+Fun-Vereinen erreichte das ambitionierte Team von Herbert Lang mit Nationalturner- und leichtathletischen Disziplinen 29,49 Punkte. Ohne verletzungsbedingte Ausfälle wäre Bronze in Reichweite gelegen. Die Turnhochburg Beinwil will dieses Projekt fortsetzen. --wr
Die grösste aller Turn-Partys
Impressionen der Freiämter Vereine am zweiten Wochenende des Eidgenössischen Turnfests in Aarau










