Bauernhof hautnah erleben
04.06.2019 BettwilAm Tag der offenen Hoftüren zu Gast auf dem Tannenhof in Bettwil
Am Sonntag führte der Schweizer Bauernverband (SBV) einen Tag der offenen Hoftüren durch. Rund 150 Bauernfamilien haben Tür und Tor geöffnet. 60 000 Besucher konnten sich über die ...
Am Tag der offenen Hoftüren zu Gast auf dem Tannenhof in Bettwil
Am Sonntag führte der Schweizer Bauernverband (SBV) einen Tag der offenen Hoftüren durch. Rund 150 Bauernfamilien haben Tür und Tor geöffnet. 60 000 Besucher konnten sich über die Schweizer Landwirtschaft informieren.
Susanne Schild
Idyllisch liegt der Tannenhof der Familie Huber mitten im Grünen. Er bietet bei schönem Wetter einen herrlichen Ausblick auf das Freiamt. «Den Bauernhof mit allen Sinnen erleben, das war der Grund, weshalb wir am Tag der offenen Hoftüren dabei sind», erklärten Josef und Edith Huber, Besitzer des Tannenhofs in Bettwil. Ihr Hof gehört zu den rund 150 Betrieben, die Gross und Klein einluden, den Bauernhof hautnah zu erleben. Auf dem Tannenhof wurde mit Spiel, Spass und Tombola ein abwechslungsreiches Programm zum Verweilen geboten. Eine Festwirtschaft sorgte für das leibliche Wohl. Auf einem Rundgang durch den Hof konnten Einblicke in den Alltag gewonnen werden.
Ein Kälbchen pünktlich zum Hoftag
Auf einer Wiese neben den Stallungen im Schatten eines Baumes war eine besondere Attraktion zu sehen. Josef Hubers Sohn Roger, der den elterlichen Hof einmal übernehmen wird, hat sich auf «Dahomey-Rinder» spezialisiert. Sie sind unter den Rindern das, was Ponys unter den Pferden: die kleinsten ihrer Art. Dahomey ist die kleinste Rinderrasse der Welt. «Dahomey» steht für ihre Herkunftsregion, das westafrikanische Dahomey, das heutige Benin. Die Kühe werden rund 90 Zentimer gross und bis 230 Kilogramm schwer, Stiere etwa 100 Zentimeter gross und maximal 300 Kilogramm schwer. Kälber sind bei Geburt etwa zehn Kilogramm leicht und etwas über 40 Zentimeter, also kaum bis zum Knie, hoch. Und genau so eines kam vor knapp einer Woche auf dem Tannenhof zur Welt und wurde von den zahlreichen Besuchern bestaunt. Die Bauernfamilie hat sich daneben ausserdem auf den Anbau von Urdinkel spezialisiert. Daraus produzieren sie Zopf, Brot und Teigwaren, die Edith Huber auf dem Markt in Cham und Baar anbietet. Ausserdem können die Produkte in ihrem Onlineshop oder im Hofladen Brandholz bezogen werden. Den Sonntagszopf liefert Edith Huber zusammen mit Familie Marti in Buttwil, Bettwil und Weissenbach sogar persönlich aus.
Edith und Josef Huber produzieren daneben weitere Produkte aus eigenem Anbau. Liköre, Konfitüren, Geschenk- und Dekoartikel und noch vieles mehr. Einen eigenen Hofladen gibt es jedoch nicht. Hier nutzt man die Synergien mit dem Hofladen Brandholz, in welchem sie ihre Produkte anbieten.
Sehr positive Resonanz von den Besuchern
«Ich bin überrascht, dass so viele Leute den Weg zu uns gefunden haben», freute sich Bauer Huber. «Dieser Anlass rückt die Schweizer Landwirtschaft mit ihren besonderen Qualitäten ins Bewusstsein der Bevölkerung. Wir wollen etwas für unser Image tun», strich er heraus. Rund 75 Prozent der Schweizer Bevölkerung leben in Städten oder Agglomerationen, sie hätten nur noch wenig oder gar keine Berührungspunkte mit der Urproduktion, wie es in einer Mitteilung des Verbandes über den Tag der offenen Hoftüren heisst. Über diese Kluft zwischen Stadt und Land wollte man Brücken schlagen. Der Tannenhof hat an diesem Tag das Motto «Von hier, von Herzen» voll erfüllt und den Gästen einen herzlichen und informativen Aufenthalt geboten.




