Randy Vock ist Kopf des Monats
07.05.2019 RingenAm Wochenende wurde Randy Vock Schweizer Meister im Freistil-Ringen. Im April feierte der Freiämter aber seinen grössten Erfolg. An der EM in Bukarest holte er Bronze im Freistil-Ringen. Es ist nicht nur der grösste Erfolg in seiner Karriere. Auch die RS Freiamt feiert mit ihm. ...
Am Wochenende wurde Randy Vock Schweizer Meister im Freistil-Ringen. Im April feierte der Freiämter aber seinen grössten Erfolg. An der EM in Bukarest holte er Bronze im Freistil-Ringen. Es ist nicht nur der grösste Erfolg in seiner Karriere. Auch die RS Freiamt feiert mit ihm. Ebenso alle übrigen Mitglieder der Schweizer Ringer-Familie. Die letzte Medaille im Freistil-Ringen für die Schweiz gewann Fritz Stöckli im Jahr 1946. Für diese starke Leistung wurde Vock von der Redaktion zum Kopf des Monats April gewählt.
«Noch lange nicht am Ende»
Ringer Randy Vock holt eine Medaille für die Geschichtsbücher und ist Kopf des Monats April
Randy Vock gewinnt an der EM in Bukarest Bronze im Freistilringen. Ein grosser Erfolg für den 25-Jährigen und die gesamte Ringerschweiz.
Josip Lasic
Jahrelang hat Randy Vock hart trainiert, um auch auf internationaler Ebene erfolgreich zu sein. Mit EM-Bronze in Bukarest hat der Freiämter einen historischen Erfolg gefeiert. Die letzte EM-Medaille für die Schweiz im Freistil-Ringen datiert aus dem Jahr 1946, als Fritz Stöckli Silber geholt hat. Für diesen Erfolg wurde Vock von der Redaktion dieser Zeitung zum Kopf des Monats April gewählt.
Als Randy Vock in Bukarest EM-Bronze holt, gilt einer seiner ersten Gedanken seinem Ringer-Kollegen Reto Gisler. Gisler hat Vock mental fit für die EM gemacht und stand ihm auch während dem Turnier telefonisch mit Rat zur Seite. Gisler sagt über seinen «Schützling»: «Er war ein Quereinsteiger. Ursprünglich kommt Randy Vock vom Kunstturnen. Das merkt man bei seinem guten Körpergefühl.» Gisler beschreibt Vock als sehr akribisch, vorsichtig und diszipliniert. «Seine grösste Stärke ist oft auch seine grösste Schwäche. Er denkt sehr viel. Während er im Training alles sehr überlegt macht, blockiert ihn das oft im Kampf. In Rumänien konnte er das ablegen», erklärt Gisler.
Aus Gislers Sicht lebt Vock für das Ringen. «Er hatte in den vergangenen Jahren zahlreiche Verletzungen und kam immer wieder zurück. Wäre er nicht mit Leib und Seele dabei, wäre ihm das nie gelungen. In Rumänien hat er nicht nur für das Turnier gekämpft, sondern für seine Zukunft als Ringer. Das hat den Unterschied ausgemacht. Sein Weg ist noch lange nicht zu Ende.»
Mit Plan in Sport und Leben
Marcel Leutert ist Chefcoach der RS Freiamt und begleitet den Werdegang von Randy Vock schon sehr lang. «Sein Erfolg in Rumänien war nicht nur für ihn und die RS Freiamt wichtig, sondern für den ganzen Ringersport in der Schweiz», sagt Leutert. «Neben den Olympioniken Reto Bucher und Pascal Strebel haben wir mit Randy Vock ein weiteres Mitglied im Verein, das eine Vorbildfunktion hat. Solche Typen kann man nie genug im Club haben.» Leutert bezieht die Vorbildfunktion von Vock nicht nur auf seine Medaille, sondern auch auf den Lebensstil des EM-Dritten. «Er hat einen Plan. Sowohl im Sport als auch im Leben. Randy weiss, was er will und überlässt auf dem Weg zu seinen Zielen nichts dem Zufall», betont der Trainer der RS Freiamt.
Auch Pascal Strebel, Teamcaptain der RS Freiamt, schätzt Vock sehr. «Er ist sehr engagiert und setzt alles auf den Sport. Randy plant seine Trainings sehr akribisch und überlegt stets, wie er seine Technik verfeinern und verbessern kann.» Strebel ist froh, dass er mit Vock jemanden zur Seite hat, der im Team ebenfalls Verantwortung übernimmt. «Er ist der erste, der vor einem Kampf zu anderen Ringern in unserem Team geht und fragt, ob sie noch etwas brauchen. Auf Randy ist Verlass. Das zeichnet ihn aus.»
Glückliche Beziehung trotz Zeitmangel
Vocks Freundin Simone Meier geht mit dem Ringer durch dick und dünn. Wenn er in der Ukraine im Trainingslager ist oder an einem Turnier im Ausland startet, sieht sie ihn oft längere Zeit nicht. «Natürlich ist es nicht immer einfach, wenn Randy für längere Zeit im Ausland trainiert und somit für längere Zeit nicht zu Hause ist. Man lernt jedoch, damit umzugehen, und stellt sich somit auch anders auf diese Zeiten ein.» Dass das gelingt, beweist die Tatsache, dass sie seit rund acht Jahren zusammen sind. «Dass unsere Beziehung so gut funktioniert, ist dem grossen Vertrauen zueinander zurückzuführen. Ich stehe zu 100 Prozent hinter Randy und seinen Entscheidungen und probiere ihm so gut wie möglich den Rücken zu stärken.» Seine Freundin bewundert, trotz der grossen Opfer, die sie bringen muss, die Disziplin des Bronzemedaillengewinners. «Er unterstellt alles dem Sport und muss somit auf vieles verzichten, sei es bei der Ernährung, der Familie oder bei Freunden. Seine Leidenschaft für das Ringen ist unglaublich gross und darum bewundere ich ihn sehr.» Simone Meier betont, was sich seit dem Medaillengewinn verändert hat. «Nach seinem Erfolg an der Europameisterschaft wird er in der Öffentlichkeit erkannt. Dies ist sehr speziell, aber auch sehr schön. Ich bin unglaublich stolz auf Randy.
Die bisher Gekürten
Zum «Kopf des Monats Januar» wählte die Redaktion Stefan Staubli, Präsident von Muri Energie Forum. Als eine von vielen Aktionen sammelte das Forum im Januar nicht mehr gebrauchte und korrigierte Brillen. Diese kommen in Drittweltländern wieder zum Einsatz. «Kopf des Monats Februar» war Philipp Hübscher. Mit grossem Engagement ermöglichte er dem halbseitig gelähmten Marcel Brumann die Teilnahme an der Aargauer Meisterschaft im Luftgewehrschiessen. Im Monat März wurde Myriam Rufer-Staubli, Präsidentin des Vereins Operettenbühne, zum Kopf des Monats gewählt. --red


