Die Naturfreunde der ganzen Schweiz trafen sich zur Delegiertenversammlung in Muri
Alle zwei Jahre treffen sich die Delegierten der rund 120 Schweizer Naturfreundesektionen. Vor 14 Jahren wurde die Sektion Oberfreiamt gegründet und deshalb war Muri erstmals ...
Die Naturfreunde der ganzen Schweiz trafen sich zur Delegiertenversammlung in Muri
Alle zwei Jahre treffen sich die Delegierten der rund 120 Schweizer Naturfreundesektionen. Vor 14 Jahren wurde die Sektion Oberfreiamt gegründet und deshalb war Muri erstmals Tagungsort.
Die Tourismusorganisation, die vor über 100 Jahren mit dem Zweck gegründet wurde, einfachen Arbeiterfamilien Ferien und eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu ermöglichen, sucht einen neuen Weg und Sinn, sich dem heutigen Freizeitverhalten anzupassen.
Waren früher die spartanisch eingerichteten Naturfreundehäuser als einzig bezahlbare Übernachtungsmöglichkeiten denkbar, muss man sich den heutigen Standards, dem Tagestourismus und dem schnelleren Mobilitätsverhalten anpassen. Wie viele andere traditionelle Vereine, leiden auch die Naturfreunde unter Personalmangel und an Überalterung. Der Mitgliederrückgang, nicht so hier im Oberfreiamt, ist teilweise dramatisch und viele Häuser standen plötzlich ohne funktionierenden Verein da. Rund die Hälfte wurde verkauft, die verbleibenden sind oft renovationsbedürftig und passen nicht mehr zur überalterten Mitgliederstruktur.
Eine AG als Rettung der Naturfreunde-Häuser
Als Auffanggefäss von verwaisten Häusern wurde eine Aktiengesellschaft gegründet. Dieser Gedanke ist nicht neu. Es brauchte aber Jahre, bis die Idee in den eher skeptischen Ortsgruppen nun eine Mehrheit fand. Damit kann die Vermietung für Einzelreisende, Lager und Familienanlässe besser koordiniert, beworben und vereinheitlicht werden. Die meisten Naturfreundehäuser werden ausserhalb dieser AG weiterhin mit viel Enthusiasmus ehrenamtlich geführt. Zu hoffen ist, dass der Beschluss von Muri die Rettung der noch verbliebenen Häuser ist. Dadurch wurden einige Statutenanpassungen unumgänglich. Die Aktien aber bleiben zu 100 Prozent bei den Naturfreunden.
Mit zwei Alt-Regierungsräten optimistisch in die Zukunft
Gemeindeammann Hans-Peter Budmiger hiess die Delegierten in einer interessant vorgetragenen Ansprache in Muri willkommen. Er wies darauf hin, dass Muri wegen dem Siedlungsdruck aus der Region Zürich einer starken Zuwanderung ausgesetzt sei. Man halte aber ein wachsames Auge darauf, dass die Natur nicht leide. Die Bünz ist renaturiert worden und auch die verbleibenden Abschnitte werden demnächst in Angriff genommen werden. Mit einem Besuch in der Klosterkirche unter der Führung von Peter Hägler konnten die trockenen Traktanden für eine wohltuende halbe Stunde ausgesetzt werden. Für viele Delegierte war es der erste Besuch der wertvollen Gebäulichkeiten. Vorstandsmitglieder zu finden, die über die nötige Kompetenz und das wichtige Netzwerk verfügen, ist bekanntlich eine schwierige Sache. Mit Martin Jäger aus Chur und Präsident Urs Wüthrich aus Sissach sitzen nun zwei ehemalige Regierungsräte im neunköpfigen Landesverbands-Vorstand.
So ist man für die Zukunft wieder gut aufgestellt. Die Jahresverluste der beiden Vorjahre konnten im letzten Jahr aufgefangen werden. Deshalb schaut man wieder optimistisch in die Zukunft. Doch ohne neue Mitglieder geht es nicht, war der dringliche Aufruf des Präsidenten an die Sektionen. --hka