Das Jahrhundertfest
28.05.2019 BoswilRaiffeisenbank Boswil-Bünzen feierte ihr 100-Jahr-Jubiläum
Drei Tage lang wurde an der Grenzstrasse zwischen Boswil und Bünzen Geburtstag gefeiert. Ein Höhepunkt war der Gala-Abend am Samstag. Kunterbunt, melodienummantelt und ...
Raiffeisenbank Boswil-Bünzen feierte ihr 100-Jahr-Jubiläum
Drei Tage lang wurde an der Grenzstrasse zwischen Boswil und Bünzen Geburtstag gefeiert. Ein Höhepunkt war der Gala-Abend am Samstag. Kunterbunt, melodienummantelt und gaumenexplosiv.
Susanne Schild
«Ein Riesenfest», meinte Erich Thalmann, Verwaltungsratspräsident zur Begrüssung. 100 Tonnen Material wurden herangeschafft, 3000 Schrauben verschraubt, 1000 Arbeitsstunden investiert, insgesamt 2600 Gäste bewirtet (Boswil hat 2800 Einwohner). Auf die Frage «Wie viel hat der Event gekostet?», schwieg Thalmann mit der Begründung, dass die Schweiz das beste Bankgeheimnis der Welt habe. Eines könne er mit Sicherheit sagen: «Es ist uns jeden Franken wert und Wohlen zahlt. Eine positive Begleiterscheinung der Fusion mit Wohlen.» An Thalmanns Seite führte die charmante Nita Fernandes durch den Gala-Abend am Samstag. Ein äusserst sympathisches und unterhaltsames Moderatoren-Team. Am Freitag gaben «Heimweh» und «Brässkalation» ihre Künste in einem Konzert zum Besten.
«Mister Raiffeisen Boswil-Bünzen»
Für die geladenen Genossenschafter hatte man sich als Dankeschön für ihre Treue zur Bank ein ganz besonderes Rahmenprogramm zum delikaten Dreigangmenü, welches von A bis Z auf dem Grill von 40 Helfern zubereitet wurde, ausgedacht. Zum Hauptgang wurden 300 Kilogramm Fleisch und 146 Kilogramm Kartoffeln serviert. Die Gruppe Vox 3, drei Sänger, drei Stimmen, Samia Afra, Nita Fernandes und Matt Stöckl, präsentierten alte Hits neu. Das Trio überzeugte mit seinen Stimmen. In einem bildlichen Rückblick über die letzten 100 Jahre wurden viele Anekdoten erzählt. Auch die artistische Bühnenshow von Coloro begeisterte das Publikum. Jonglierkunst vom Feinsten wurde gezeigt. Hier wurde in den Farbtopf gegriffen und alle Sinne der Zuschauer wurden berührt und durch verblüffende Lichteffekte in eine andere Welt entführt.
«Jeder Anfang hat auch ein Ende», kündigte Thalmann die baldige Verabschiedung von Daniel Emch, Vorsitzender der Bankleitung, an. Seit 1993 arbeite Emch bei der Bank. Mit vier Angestellten war er gestartet, mittlerweile sind es zehn. Das Vermögen der Bank von 60 auf 300 Millionen habe sich unter ihm fast verfünffacht, lobte Thalmann. «Inzwischen nennt ihn jeder schon ‹Mister Raiffeisen Boswil-Bünzen›». Zum Abschied bekam er ein Bild, das drei seiner Lebensabschnitte darstellt. Emch konnte vor Rührung kaum sprechen und bedankte sich bei den Kunden mit den Worten: «Es war mir eine Ehre, die Bank in Boswil leiten zu dürfen». Eine besondere Ehre war es für Erich Thalmann, den Raiffeisen-Präsidenten Guy Lachappelle begrüssen zu dürfen. Lachappelle stellte heraus, dass, wenn man auf hundert Jahre Erfolg zurückblicken könne, man sehr viel richtig gemacht habe. Ständig passe man sich an Wünsche und Bedürfnisse des Kunden an. Er selbst ist überzeugt davon, dass das Geheimnis des Erfolgs in der Genossenschaftsform liegt. «Die Kunden bestimmen mit. Wir entscheiden, wo investiert wird.» Der Aktionär setze auf Rendite, die Genossenschaft auf Sicherheit und Bodenständigkeit.
Fusion als Chance sehen
Die Fusion der beiden Raiffeisenbanken Boswil-Bünzen und Wohlen verglich er mit der Hochzeit seiner Tochter. «Im vergangenen Jahr heiratete meine Tochter. Ich fragte mich, ob das denn gut kommen würde, denn ich kannte meinen Schwiegersohn noch nicht so gut. Sollte ich meine Tochter wirklich in die Hand eines Fremden geben?» Mittlerweile ist er glücklich mit dem Entscheid und sehr zufrieden mit seinem Schwiegersohn. Vor Kurzem sei er auch noch stolzer Grossvater geworden, lachte Guy Lachappelle. Ob nun Hochzeit oder Fusion, beides kommt gut, davon ist Lachappelle überzeugt.
«Ein Glück, dass die Raiffeisenbank Wohlen erst 24 Jahre später gegründet wurde. So können wir in 24 Jahren noch einmal ein Jubiläum feiern und Wohlen zahlt fusionsbedingt wieder», meinte Erich Thalmann.







