Mobiler Skatepark entsteht
18.04.2019 OberlunkhofenJugendarbeit baut zusammen mit Jugendlichen
Sechs Tage dauerte ein Workshop der Jugendarbeit Kelleramt in diesen Frühlingsferien. An fünf davon basteln die jungen Leute zusammen mit zwei Schreinern fünf Elemente für einen mobilen ...
Jugendarbeit baut zusammen mit Jugendlichen
Sechs Tage dauerte ein Workshop der Jugendarbeit Kelleramt in diesen Frühlingsferien. An fünf davon basteln die jungen Leute zusammen mit zwei Schreinern fünf Elemente für einen mobilen Skatepark. Die Idee stammt von einem Rottenschwiler.
Roger Wetli
«Initiant bin eigentlich nicht ich, sondern Dario Spannagel aus Rottenschwil», gibt Jugendarbeiter Benedikt Schumacher den Ball weiter. Dem 14-jährigen Rottenschwiler ist aufgefallen, dass es bisher noch keinen Skatepark im Kelleramt gibt. Mit der Jugendarbeit besuchte er deshalb immer wieder solche Orte ausserhalb. «Wieso bauen wir nicht selber einen?», fragte er Schumacher. Dieser nahm die Idee auf und erstellte zusammen mit dem Jugendlichen ein erstes Skatepark-Element.
Ineinander verschachtelt
Der Jugendarbeiter setzte für den aktuellen Workshop die Hebel in Bewegung. Er fragte Stiftungen und seinen Arbeitgeber für die Finanzierung an. Das Budget beträgt rund 10 000 Franken inklusive der Vorbereitung. Benedikt Schumacher liess sich von den beiden Schreinern David Meier und Raphael Kull Vorschläge für mögliche Park-Elemente machen. Die beiden führen die Spectrum Event GmbH mit Sitz in Villmergen. «Wir klärten bei einem Skatepark in Aarau ab, welche Dinge von den Jugendlichen am meisten benutzt wurden», so David Meier.
Schnell wurde klar, dass ein fest installierter Skatepark schwierig umzusetzen ist. «Deshalb haben wir uns auf eine mobile Variante geeinigt», so Schumacher. «Wichtig ist, dass die Elemente gut zu transportieren und nicht zu schwer sind. Dafür haben wir innerhalb des Budgets jetzt einen Anhänger gekauft.» Die Elemente sind maximal zwei Meter lang und 52 Zentimeter hoch. Zudem können sie ineinander verschachtelt werden. «Gerade die Höhe klingt nach wenig, ist aber mehr, wenn man das Element vor sich hat», so Raphael Kull.
Schreiner arbeiten ehrenamtlich
Die beiden Schreiner liessen die zwei Rampen und die Würfel vorschneiden. «Die Jugendlichen helfen uns, diese zusammenzuleimen und zu schrauben», so Meier. Damit der Skatepark möglichst langlebig ist, wird über den Holzgrundelementen eine Deckplatte angeschraubt. Ist diese abgenützt, wird sie einfach ersetzt. «Damit die Jugendlichen auf den Kanten schlittern können, also sliden, bringen wir dort Metallelemente an», so David Meier.
Für Raphael Kull ist es ein besonderes Gefühl, mit den Jugendlichen die Elemente herzustellen. «Als Heranwachsender habe ich in der Jugendkommission Villmergen für einen Skatepark gekämpft. Als er schliesslich kam, war ich bereits zu gross dafür.» Meier und Kull haben in diesen sechs Tagen extra keine Aufträge angenommen. Für ihre Stunden verrechnen sie der Jugendarbeit nichts. «Wir wollen damit den Jugendlichen etwas zurückgeben.»
Nur betreut aufgebaut
Für den Workshop mussten sich die Teilnehmenden anmelden. «Es sind jeweils acht bis 15, eventuell sogar 20 Jugendliche, die kommen», ist Benedikt Schumacher ob des Zuspruchs begeistert. «Darunter sind auch solche, die ich bisher nicht gekannt hatte.» Heute Donnerstag wird allerdings nicht in Oberlunkhofen gearbeitet. Die Jugendarbeit besucht eine Schreinerei in Meisterschwanden. Hier stellen die Teilnehmenden ein Spiel her. «Sie können damit in den Beruf des Schreiners reinsehen», erklärt der Jugendarbeiter.
Ende nächste Woche sollten alle Elemente gebaut sein. «Ziel ist, in Absprache mit den Gemeinden den Skatepark im Rahmen der Mobilen Jugendarbeit einzusetzen», so Schumacher. «Er wird jeweils aufgebaut, von uns betreut und wieder abgebaut. Zudem werden die Elemente nicht dem Wetter ausgesetzt.» Der Wagen samt Inhalt kommt in den «Regio-Pool» des Vereins für Jugend und Freizeit Wohlen, zu dem die Jugendarbeit Kelleramt zählt. «Damit können auch andere Jugendarbeiten den Skatepark ausleihen.»
Jüngeren den Vortritt lassen
Am Workshop haben sich viele Knaben im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren angemeldet. Einige haben bereits Erfahrung mit Bohren und Leimen, andere machen es zum ersten Mal. Alle sind mit grossem Eifer dabei. Der 14-jährige Dario Spannagel bastelt oft mit Holz. Deshalb gibt er gerne den Jüngeren den Vortritt. «Ich finde es toll, was hier entsteht. Ich fahre selber Scooter. Und es geht auch mit den hier gebastelten Höhen super», freut er sich.



