Bald hats sich ausgetanzt
08.02.2019 KulturDas nächste Wohler Zamba Loca ist das letzte
Vom 22. bis 25. August feiert das Zamba Loca Jubiläum. Die zehnte Ausgabe steht vor der Tür. Gleichzeitig ist es die letzte. Für die Organisatoren kein Grund zur Traurigkeit.
Wertschätzung ...
Das nächste Wohler Zamba Loca ist das letzte
Vom 22. bis 25. August feiert das Zamba Loca Jubiläum. Die zehnte Ausgabe steht vor der Tür. Gleichzeitig ist es die letzte. Für die Organisatoren kein Grund zur Traurigkeit.
Wertschätzung seitens der Behörde, der Einwohner, der Festival-Besucher. Das Zamba Loca kommt an, seit der ersten Ausgabe von vor neun Jahren. Jung und Alt feiert jeweils Ende August ein gemeinsames Wochenende – ob bei über 30 Grad oder rund der Hälfte. Nun soll damit Schluss sein. Beim Jubiläum soll das Konzept mit Live- und elektronischer Musik nochmals aufleben. Dann ist Schluss. Etwas Neues steckt hingegen schon in den Startlöchern. --ake
Das zehnte ist das letzte
Das Zamba Loca feiert vom 22. bis 25. August Jubiläum und Abschied
Es hätte im gleichen Stil, mit dem gleichen Groove weitergehen sollen. Nur ohne diejenigen, die seit Anfang dabei sind. Nach zehn Jahren will beispielsweise auch Lukas Renckly aus dem OK zurücktreten. Eine passende Nachfolge konnte nicht gefunden werden. Die Ära Zamba Loca geht zu Ende, eine neue, andere ist aber schon in der Pipeline.
Annemarie Keusch
Ein Schnellschuss war die Entscheidung nicht. Lukas Renckly, Mitorganisator des Open Airs Zamba Loca, spricht von einem rund dreijährigen Prozess. «Wir haben viel diskutiert und debattiert», erklärt er. Renckly ist einer derjenigen, die seit der ersten Durchführung des Wohler Open Airs dabei sind. Einer derjenigen also, der die ganze Geschichte miterlebt hat. Und einer derjenigen, die diese Geschichte nun beendet.
Eine Vollzeitstelle umfasst die gesamte Planungsarbeit für das dreitägige Festival. Klar, die Arbeit wird rund um das Zamba Loca auf verschiedene Schultern verteilt. «Aber den ganzen Aufwand mit Freiwilligenarbeit zu stemmen, ist immer schwieriger», weiss Renckly. Vor allem, wenn die viele Zeit Jahr für Jahr aufgewendet werden soll. Dass die Zeit des Kürzertretens näherrückt, dessen waren sich Renckly und andere langjährige OK-Mitglieder schon vor drei Jahren bewusst. Die Suche nach nachfolgenden Organisatoren gestaltete sich aber schwierig. Nicht, weil niemand bereit wäre, den Aufwand auf sich zu nehmen. Vor allem, weil die Ansprüche der Zamba-Loca-Initianten verständlicherweise hoch sind. «Wir haben das Festival gegründet und aufgebaut. Für uns war klar, dass es gleich weitergeführt werden sollte.»
Der krönende Abschluss folgt
Heisst, die Verbindung von elektronischer und Live-Musik hätte Teil des Konzepts bleiben müssen. Damit Zamba Loca drin ist, wo Zamba Loca drauf steht, wäre eine andere Ausrichtung für die Gründer nicht gegangen.
Dass das zehnte nun das letzte Zamba Loca ist, nehmen sie deshalb in Kauf. Und das ohne negative Emotionen. «Es gibt einen krönenden Abschluss», verspricht Renckly, Details zum Jubiläumsprogramm werden aber noch keine bekannt gegeben. Nur das Datum: 22. bis 25. August. Und der Ort: in der Waldschneise neben dem Vitaparcours.
Von 100 bis zu 250 benötigte Helfer
Lukas Renckly erinnert sich noch gut an die Anfänge, als im Atelier «Art & Bar» und in der Kulturbeiz immer wieder Projekte angerissen wurden und der Traum eines Festivals im Raum stand. Netzwerke vereinen, zusammenspannen und gemeinsam mehr bieten – das steckten sich die Wohler Kulturveranstaltenden zum Ziel. Und das funktionierte. Akzeptiert von der Wohler Bevölkerung war das Zamba Loca schnell. Entwickelt hat sich die Festivalpflanze in den ersten Jahren in grossen Schritten. Von anfänglich 1600 Besuchern stieg die Zahl in den letzten Jahren auf bis zu 4000. Die Bauten auf dem Gelände wurden immer mehr.
Verein bleibt bestehen
Natürlich zog das mehr Aufwand mit sich. Mussten anfangs noch rund hundert Helferinnen und Helfer gesucht werden, sind es jetzt 250. Auch der finanzielle Aufwand hat zugenommen, speziell, was die Gagen für auftretende Live-Bands oder DJs betrifft. Mehr Know-how, gestraffte Abläufe. «Anfangs waren wir grün hinter den Ohren», sagt Lukas Renckly. Mit den neun Zamba Locas kam viel Wissen dazu, das dem Open Air, aber auch jedem einzelnen Mitorganisator viel brachte. «Es war eine wunderschöne Zeit», blickt Renckly zurück, noch bevor die Zeit zu Ende ist.
Das bunte Publikum, die bunte Dekoration und der bunte Musik-Mix. Bunt hoch drei präsentierte sich das Zamba Loca während den letzten neun Jahren. Dass es im Sommer vorbei sein wird, stimmt Lukas Renckly nicht sentimental – «vielleicht noch nicht». Er spricht von einem schönen Abschluss, von einer prägenden Ära, die zu Ende geht. Alle Zelte werden zwar sinnbildlich abgebrochen am 25. August, aber nicht sprichwörtlich. Der Verein Zamba Loca bleibt bestehen. «Noch ist nichts konkret, aber vielleicht bleiben wir veranstaltend tätig», sagt Renckly.
Vorerst sind er und die anderen OK-Mitglieder aber mit der Organisation des Jubiläums-Zamba-Loca beschäftigt – und das mit ungebrochenem Elan. Das Booking der Bands und der DJs läuft auf Hochtouren. «Es wird ein fulminantes Programm geben», verspricht Renckly. So wie es sich für ein letztes Zamba Loca gehört, das die Wohler Kulturwelt in den letzten zehn Jahren ganz viel bunter gemacht hat.
Die jüngere Garde rückt nach
Viel zu sagen gibt es noch nicht. Das Wichtigste kann aber verkündet werden: Mit dem Ende des Zamba Loca endet die Open-Air-Ära in Wohlen nicht. Weil auch das Festival Openeye in diesem Jahr zum letzen Mal stattfindet, tat sich eine 15-köpfige Gruppe aus dem Raum Wohlen (einige waren schon in die Organisation des Zamba Loca involviert) zusammen. Ihr Ziel: ein regionales Festival zu organisieren. Weder eine Kopie des Zamba Loca noch eine des Openeye. Etwas Neues soll es geben. Im Herbst trafen sie sich zum ersten Mal, seither laufen die Vorbereitungen mit dem Ziel, im Sommer 2020 ein Festival zu veranstalten. «Momentan sind wir auf der Suche nach einem geeigneten Gelände und einem Namen», sagt Martina Arnet. Sie ist innerhalb der Gruppe für die Kommunikation verantwortlich. Mehr kann und will sie nicht verraten.
Freude, dass Jüngere etwas Neues auf die Beine stellen, hat auch Lukas Renckly vom Zamba-Loca-OK. «Es ist toll, wenn junge Menschen bereit sind, etwas für die Allgemeinheit zu tun.» Und es ist toll, wenn das Freiamt nicht ohne Open-Air bleibt. --ake



