Wie vereint ist United?
21.12.2018 SportUnihockey: Im Jahr 2014 wurde Unihockey Aargau United ins Leben gerufen – eine Bilanz
Die Unihockeyvereine Virtus Wohlen, UHC Bremgarten und UHC Lenzburg riefen im Jahr 2014 Unihockey Aargau United ins Leben. Die Bilanz fällt bei den einzelnen ...
Unihockey: Im Jahr 2014 wurde Unihockey Aargau United ins Leben gerufen – eine Bilanz
Die Unihockeyvereine Virtus Wohlen, UHC Bremgarten und UHC Lenzburg riefen im Jahr 2014 Unihockey Aargau United ins Leben. Die Bilanz fällt bei den einzelnen Vereinen sehr unterschiedlich aus.
Josip Lasic
«Der Aufstieg in die 1. Liga in drei bis fünf Jahren war unser Plan», sagt Adrian Meyer, Präsident von Unihockey Aargau United. «Nach einer Anfangseuphorie sind wir stagniert. Wir müssen uns neu ausrichten.» Unihockey Aargau United bestreitet die fünfte Spielzeit unter diesem Namen. Die Idee hinter dem Konstrukt der drei Vereine aus Lenzburg, Wohlen und Bremgarten war eine gezielte Juniorenförderung und ein konkurrenzfähiges Fanionteam. In der Saison 2015/16 war das Team am nächsten am Aufstieg. Momentan ist die 1. Liga kein Thema. United hat zu viele Baustellen.
Zufriedenheit in Wohlen
Virtus Wohlen ist der kleinste der drei Stammvereine von Aargau United. «Wir haben rund 150 Mitglieder», sagt Wohlen-Präsident Mario Moser. «Dabei ist unsere Aerobic-Abteilung mit eingerechnet.» Die erste Mannschaft von Virtus spielt in der 3. Liga. Insgesamt haben die Wohler fünf Teams.
«Ziel der 1. Mannschaft ist der Klassenerhalt», sagt Moser. «Aufsteigen dürften wir nicht, solange United in der 2. Liga spielt.» Lenzburg, Wohlen und Bremgarten haben vertraglich festgehalten, dass kein Team der Stammvereine den Dachverein konkurrenzieren darf. «Wir würden uns selbst kannibalisieren», so Bremgarten-Präsident Zaugg. Die Wohler agieren als zweite Mannschaft von United, da Bremgarten und Lenzburg nur Teams in der 4. Liga haben. Ein Beispiel dafür ist Goalie Alex Salzmann. Als dritter Torhüter der United hat Salzmann eine Doppellizenz mit Wohlen, um Spielpraxis zu sammeln. Dabei wird ein Problem ersichtlich. Aargau United hat keine eigenen Mitglieder. Alle Spieler sind Mitglied in einem der drei Stammvereine. Im Fall von Salzmann wäre das Bremgarten. «Die Idee ist, dass ein United-Spieler zu seinem Stammverein geht, wenn er Spielpraxis sammeln möchte», sagt Bremgarten-Präsident Zaugg. «Aus sportlicher Sicht macht es Sinn, dass Salzmann in Wohlen spielt.» Um solche Fälle zu vermeiden, wollen die Bremgarter mit ihrer 1. Mannschaft in die 3. Liga aufsteigen.
Grossteil des Vereins «geopfert»
Die Wohler konnten den Grossteil der Vereinsstrukturen aufrechterhalten. Vom Team Aargau trainiert nur die U21 in Wohlen. «Bei Spielen der United-Teams stellen die Stammvereine eine Cafeteria. 40 Prozent der Einnahmen fliessen zu United. Wohlen zahlt so den kleinsten Beitrag», sagt United-Präsident Meyer.
Schwieriger war die Situation in Bremgarten und Lenzburg nach der Gründung von United. «Uns ist quasi der halbe Verein weggebrochen», so Bremgarten-Präsident Zaugg. Bremgarten und Lenzburg stellten beide eine Zweitligamannschaft. Diese wurden zugunsten von Aargau United «geopfert». Ein grosser Teil der Bremgarter Juniorenteams wurde bei United integriert. In den Stammvereinen spielen die Jugendlichen nur noch bis zum C-Junioren-Alter. U16, U18 und U21 sind Teil von Aargau United.
Mangelnde Identität bei United
Zaugg ist seit drei Jahren Präsident der Bremgarter. «Nach der Gründung von United hatten wir in Bremgarten quasi mehrere Vereine in einem», erzählt er. «Jedes Team hat seine eigene Schiene gefahren. Mittlerweile sind wir als Verein wieder zusammengewachsen.» Mit rund 200 Mitgliedern ist Bremgarten der grösste der drei Stammvereine. Die Reussstädter haben neun Teams. Darunter eine starke Frauenmannschaft und zwei Juniorinnenteams. «Bei den Frauen war Bremgarten schon Schweizer Meister. Die Frauen sind unser Aushängeschild und stärken die Marke ‹UHC Bremgarten›», sagt Zaugg. Gleichzeitig kritisiert der Bremgarten-Präsident ein Gartenzaun-Denken in den Stammvereinen. «Ich würde die Frauenmannschaft sofort bei United integrieren, sofern es der Sache diente.» Zaugg kritisiert mangelnde Kommunikation zwischen den Stammvereinen und United. «Unter den Stammvereinen klappt die Kommunikation deutlich besser», erklärt er.
Adrian Meyer von Aargau United ist selbstkritisch. «Wir sind am Anschlag, wodurch vieles auf der Strecke bleibt. Schönreden bringt uns nicht weiter. Zahlreiche Stellen im Vorstand sind vakant. Darunter die Position des Sportchefs. Wir decken diese Stellen in globo ab. Das ist zuviel.» Der letzte Sportchef der United war eher über- als ausgelastet. Dadurch ging die Anmeldung am Cup vergessen. Als potenziellen Grund für diese Probleme sehen Zaugg und Meyer eine mangelnde Identität. «United hat keine Mitglieder, dadurch auch kein Vereinsleben», so Meyer. «Das kann die Identitätsbildung schwächen.»
Ideen sind vorhanden
«Ich sehe viel Potenzial bei United», sagt Zaugg. «Wenn wir an den richtigen Schrauben drehen, können wir in einigen Jahren in der 1. Liga, wenn nicht sogar in der Nationalliga B spielen.» Meyer sieht es ähnlich. «Unsere Juniorenteams spielen alle in der B-Klasse. In der A-Klasse spielt der Nachwuchs der Nationalliga-A-Vereine.» Er ergänzt: «Potenzial ist vorhanden. Wir müssen Lösungen für unsere Baustellen finden.» Eine Taskforce ist dafür in Planung. Ideen ebenfalls. «Eine Zusammenarbeit zwischen den Vereinen auf Juniorenbasis könnte für bessere Identitätsbildung bei United sorgen», sagt Zaugg. Auch die Integration anderer Vereine in das United-Konstrukt ist eine Idee. «Mutschellen wäre zu einer Zusammenarbeit bereit. Mellingen und Waltenschwil wären auch Kandidaten», so Zaugg. Aargau United hat nicht alle Probleme gelöst. Die Verantwortlichen sehen in diesem Konstrukt nach wie vor den richtigen Weg. «Wir haben jetzt ein Ziel, auf das wir hinarbeiten können», sagt Meyer.




