Zweiter Bünzpark-Schritt
09.11.2018 Baugewerbe4,79 Millionen Franken für die zweite Etappe des Bünzparks. Ein Mehrfamilien- und Geschäftshaus ist geplant, mit sieben Wohnungen, einer Gemeinschaftspraxis und einem Mehrweckraum. Ohne Gegenstimme sagten die Mitglieder Ja. --ake
Aus den Fehlern ...
4,79 Millionen Franken für die zweite Etappe des Bünzparks. Ein Mehrfamilien- und Geschäftshaus ist geplant, mit sieben Wohnungen, einer Gemeinschaftspraxis und einem Mehrweckraum. Ohne Gegenstimme sagten die Mitglieder Ja. --ake
Aus den Fehlern gelernt
Ohne Gegenstimme sagen die Mitglieder des Trägervereins Bünzpark Ja zur zweiten Bauetappe
Sieben 2,5-Zimmer-Wohnungen, ein Mehrzweckraum und eine Gemeinschaftspraxis – Kosten in der Höhe von fast 4,8 Millionen Franken. Einstimmig wurde dieses Projekt an der ausserordentlichen Mitgliederversammlung angenommen. Auch, weil Baubegleiter Heinrich Uster das Projekt bis ins Detail erläuterte.
Annemarie Keusch
Eine Diskussion gab es nicht, kritische Fragen blieben auch aus. Klar und deutlich sprachen sich die Mitglieder des Trägervereins Bünzpark für den Baukredit für den Bau eines Geschäfts- und Mehrfamilienhauses am Grottenweg 12 aus. «Es ist ein zukunftsweisendes Projekt für den Verein», betonte Präsident Josef Füglistaler. Zum Bünzpark gehören bereits zwei Mehrfamilienhäuser und die Pflegewohngruppe. Die Finanzen des Vereins sind stark von der Vermietungslage der Wohnungen abhängig.
Und dabei stellte sich in den letzten Monaten heraus, dass 4,5-Zimmer-Wohnungen schwierig zu vermieten, 2,5-Zimmer-Wohnungen hingegen gesucht sind. «Wir müssen uns der Nachfrage anpassen», betonte Füglistaler. Gleichzeitig sei es wichtig, dass ein ausgewogener Wohnungsmix angeboten werden kann. Ein Ziel, das der Verein mit dem Neubau erreicht. Mit den sieben neuen, grosszügigen 2,5-Zimmer-Wohnungen hat der Trägerverein künftig elf 2,5-Zimmer-Wohnungen, zehn 3,5-Zimmer-Wohnungen und sechs 4,5-Zimmer-Wohnungen auf dem Markt. «So sind wir für alle Entwicklungen gewappnet», ist Baubegleiter Heinrich Uster positiv. Dass es auch mit dem Neubau kein Selbstläufer wird, betonte Josef Füglistaler vor der Abstimmung. «Auch diese Wohnungen müssen zuerst vermietet werden. Auch die Amortisation ist nicht einfach.»
Für soziales Zusammenleben im Dorf
Mit der Genehmigung durch die Mitgliederversammlung geht es nun an die Unterzeichnung des Werkvertrages. Unter drei Totalunternehmen überzeugte die Bucher & Joho AG aus Boswil mit Architekt Peter Oswald und deren Tochter am meisten. Uster und Füglistaler betonen jedoch, dass auch die Projekte der beiden anderen Unternehmen sehr gut und ausgereift waren.
Im Juli nächsten Jahres soll der Baubeginn erfolgen, der Einzug ist auf Herbst 2020 geplant. «Wir sind überzeugt, dass dieses Projekt ein wichtiger, zielgerichteter Schritt ist für unseren Verein», sprach Füglistaler im Namen des Vorstandes, «zugunsten der Altersvorsorge, der älteren Menschen in Waltenschwil, des ganzen Dorfes und dem sozialen Zusammenleben, ob krank oder gesund.» Aber auch für die medizinische Versorgung, die mit der Gemeinschaftspraxis weitgehend gesichert ist. Ein wichtiger Teil ist dabei auch der Mehrzweckraum, der zwischen dem neuen und einem bestehenden Gebäude geplant ist. «Dort kann man sich treffen, Feste feiern und vieles mehr», weiss Füglistaler.
Leerstände miteingerechnet
4,79 Millionen Franken betrug der Kredit für die zweite Bauetappe. Eine Menge Geld, vor allem für einen nicht Gewinn orientierten Verein. Baubegleiter Kuster präsentierte genau, woher das Geld für den Bau kommt – und vor allem wie viel Geld der Bau nachher jährlich einbringen soll. Eine Million Franken bringt der Verein als Eigenkapital mit, die Hälfte mit dem bereits gekauften Bauland, die andere Hälfte in bar. Der Rest, 4,29 Millionen Franken, wird als Kredit aufgenommen.
Unterstützung des Gemeinderates
Und dieser muss natürlich zurückbezahlt werden. Mit einem Quadratmeterpreis von 220 Franken im Jahr rechnet Uster mit gut 60 000 Franken Ertrag jährlich. Darin eingerechnet sind die Abzüge für Amortisation und die Abschreibungen. «Das funktioniert. Das ist ein ganz normales Immobiliengeschäft», betonte er. Eingerechnet ist gar ein allfälliger Leerstand von drei Prozent. Das neue Gebäude kommt den bestehenden optisch sehr nahe. Veränderungen gibts, beispielsweise im Dachgeschoss. Bei der ersten Etappe sind die Dachschrägen jeweils so tief, dass die Möblierung schwierig wurde. «Das haben wir jetzt anders geplant», versichert Füglistaler. Überhaupt sei er froh, dass das Ganze in zwei und nicht in einer Etappe geplant und gebaut wurde. «Wir konnten aus Fehlern lernen. Was natürlich nicht heisst, dass es bei der zweiten Etappe keine Fehler geben wird. Aber wir setzen uns dafür ein, dass es möglichst wenige bis keine sein werden.»
Das Vertrauen der Vereinsmitglieder ist mit dem einstimmigen Resultat auf jeden Fall da. Und das des Gemeinderates auch. Dieser steht laut Ammann Michel Christen zu hundert Prozent hinter dem Projekt.



