Punkte bleiben in Wohlen
13.11.2018 SportHC Mutschellen verliert im Derby
Im Freiämter Handballderby zwischen Wohlen und Mutschellen sprach im Vorfeld vieles für die Aufsteiger vom Berg. Das Resultat am Ende nicht.
Handball Wohlen ging mit einem einzigen Sieg in der ...
HC Mutschellen verliert im Derby
Im Freiämter Handballderby zwischen Wohlen und Mutschellen sprach im Vorfeld vieles für die Aufsteiger vom Berg. Das Resultat am Ende nicht.
Handball Wohlen ging mit einem einzigen Sieg in der Meisterschaft ins Rückspiel gegen Mutschellen. Die erste Partie konnte der Aufsteiger, der nach wie vor um einen Einzug in die Finalrunde kämpft, für sich entscheiden. Trotz der vermeintlichen Favoritenrolle gab es für Mutschellen in der Hofmattenhalle nichts zu holen. Wohlen gewinnt das Derby mit 35:28. --jl
Wohlen verklopft den Gegner
Handball, 1. Liga: Handball Wohlen – HC Mutschellen 35:28 (14:10)
Handball Wohlen zeigt im Freiämter Derby, welches Potenzial in der Mannschaft stecken würde. Die Handballer vom Mutschellen hingegen gehen auf dem Zahnfleisch. Das Ergebnis ist ein deutlicher Sieg für die Gastgeber.
Josip Lasic
«Am Ende haben wir es ein wenig schleifen lassen», sagt Wohlens Topscorer Adrian Studerus. Seine Aussage klingt sarkastisch angesichts des Ergebnisses. Wohlen bezwingt im Derby die Mutscheller mit 35:28. Tatsächlich führen die Gastgeber zwischenzeitlich mit zehn Toren Vorsprung. Trainer Daniel Lehmann wechselt viele junge Spieler ein. Mutschellen kann den Schaden so minimieren.
Mission: «Suppe versalzen»
«Heute haben wir das Offensivpotenzial gezeigt, das wir eigentlich hätten», sagt Wohlen-Trainer Daniel Lehmann. «Mit Christoph Schraner, Florio Büchler und Roman Schibli hatten wir erneut einige Ausfälle. Auch Flavio Galliker fiel während dem Spiel aus. Der Rest der Mannschaft hat die Sache aber super gemacht.» Lehmann hebt einige Dinge positiv hervor. Die Treffsicherheit aller Akteure, die Leistung von Spielmacher Andreas Stierli – «es war sein bestes Spiel in dieser Saison» – und die jüngeren Spieler, die die Ausfälle gut kompensieren konnten. «Mit Studerus in gewohnt starker Form und Robert Konecnik als zusätzlichem Linkshänder hatten wir weitere Vorteile. Schade konnten wir in den Spielen vorher nicht zeigen, was wirklich in uns steckt.»
Durch den Wohler Sieg und den Überraschungssieg von Schlusslicht Pilatus gegen Leader Olten ist die Tabelle enger zusammengerückt. Hofft noch auf die Finalrunde? Lehmann: «Es wird nach wie vor enorm schwer. Wir planen mit der Abstiegsrunde. Sollte es für die Finalrunde reichen, nehmen wir das gern.» Der Trainer hat andere Prioritäten. «Wir konzentrieren uns auf den nächsten Gegner. Wegen nur einem Sieg zu glauben, es laufe alles wieder rund, ist ein Irrtum. Das ist alles hart erarbeitet und so arbeiten wir weiter.»
Wegen diesem Sieg sieht man sich in Wohlen nicht näher an der Finalrunde. Dass man dem Regionalrivalen den Weg dorthin erschwert hat, weiss der Trainer der «Hofmatten-Jungs». «Das ist so. Wir wollen keine Punkte verschenken und auch für andere Mannschaften den Spielverderber spielen.»
Ein Walber zu wenig
Mutschellen-Trainer Stefan Konkol gratuliert dem Gegner: «Die Wohler waren das bessere Team. Offensiv konnten wir halbwegs mithalten. Defensiv kann ich nicht zufrieden sein. Mit topmotivierten Wohlern und einem schwierigen Spiel mussten wir rechnen.»
Konkol plagten vor der Partie Personalsorgen. Pascal Baur wird die restliche Saison verletzt verpassen. Die Leistungsträger Gal Adamcic und Walber Miranda gingen angeschlagen in die Partie. Während Adamcic kein Faktor im Spiel der Gäste war, bekamen die Wohler Walber kaum in den Griff. Mitte der zweiten Halbzeit geht der Brasilianer vor Schmerzen schreiend zu Boden. «Ich kann nicht genau sagen, wo es ihn erwischt hat. Er hat einige heftige Schläge abbekommen», sagt Konkol. Kurz darauf kann Walber wieder spielen, nimmt sich aber selbst wieder aus der Partie. «Laut Reglement muss ein verletzter Spieler drei Angriffe warten, bis er wieder rein kann. Walber ging nach zwei Angriffen wieder rein, erhielt eine Zwei-Minuten-Strafe, beschwerte sich und sah darauf die Rote Karte», erklärt Konkol nüchtern. Ohne den Südamerikaner fehlte auch die letzte Waffe gegen die Wohler.
«Nicht zu viel nachdenken»
«Wir sind keine Mannschaft, die den Kopf in den Sand steckt», sagt Konkol. «Wir haken das Spiel ab und konzentrieren uns auf das nächste Duell gegen Horgen/Wädenswil. Das ist genauso wichtig.» Trotz Niederlage kämpfen die Mutscheller weiter um einen Finalrundenplatz. Und Wohlen? Studerus: «Für uns war es wichtig, aus der Negativspirale rauszukommen. Wir dürfen nicht zu viel nachdenken, sondern müssen Spiel für Spiel nehmen. Im Training geben wir weiterhin Gas und wissen jetzt, dass wir uns auch dafür belohnen können.» Die Wohler werden es mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht mehr in die Finalrunde schaffen – Mutschellen hat intakte Chancen.




