Handball, 1. Liga: Handball Wohlen – TV Muri 18:25 (10:10)
Tolle Tore, 200 Fans und viele hitzige Momente: Das Freiämter Derby hatte es in sich. Und hätte ein Klassiker werden können. Wäre da nicht die 29. Minute gewesen. ...
Handball, 1. Liga: Handball Wohlen – TV Muri 18:25 (10:10)
Tolle Tore, 200 Fans und viele hitzige Momente: Das Freiämter Derby hatte es in sich. Und hätte ein Klassiker werden können. Wäre da nicht die 29. Minute gewesen.
Simon Huwiler
Noch fünf Sekunden bis zur Pause. Wohlen kontert über Manuel Frey. Der hebt ab. Schiesst. Trifft. 10:10. Dann ertönt die Pausensirene. Wohlen ist wieder dran, das Derby völlig offen. Könnte man meinen. Wäre da nur nicht diese 29. Minute gewesen.
Studerus sieht Rot – ein harter Entscheid
Muri greift über links an, Adrian Studerus steht vor der Linie, verteidigt. Und sieht Rot. Ein Entscheid, den niemand so richtig nachvollziehen kann. Wohlen verliert seinen Topskorer bereits vor der Pause. «Ein direkter Gesichtstreffer, absichtlich. Deshalb die Rote Karte», lautete die Erklärung der Schiedsrichter. «Er rennt auf mich zu, ich schütze mich instinktiv», sagt Studerus. «Da haben uns die Schiris einen reingebremst», so ein enttäuschter Manuel Frey nach dem Spiel. Die Murianer zeigten Verständnis: «Die Rote Karte ist hart. Wäre ich Schiedsrichter, ich hätte sie nicht gegeben. Eine Zwei-Minuten-Strafe hätte genügt», sagt Muri-Trainer Claude Bruggmann. Flavio Galliker verletzt und erst gar nicht im Aufgebot, Studerus nicht mehr im Spiel und Andreas Stierli, den die Murianer per Manndeckung komplett aus dem Spiel nehmen:
Das Derby scheint zu Beginn der zweiten Hälfte seinen Lauf zu nehmen, ganz nach dem Geschmack der Murianer. 13:10 gehen sie in Führung. Doch so einfach machten es ihnen die Wohler dann doch nicht. Dank Toren von Captain Manuel Frey, Christoph Schraner und Robert Konecnik kämpften sie sich zum 16:16 heran. Für mehr reichte es dem Gastgeber allerdings nicht. «Muri hat clever gespielt. Bis in die 40. Minute spielten wir gut, erhielten wenige Tore. Doch vorne spielten wir zu kompliziert, das Spiel war zu wenig flüssig», sagt Frey.
Femiano brilliert bei Muri
Ganz anders bei Muri. Während Wohlen meist zu lange brauchte, um den Abschluss zu finden, waren Muris Gegenstösse oft schnell und erfolgreich. Vor allem dank Carlo Femiano. Er zauberte fantastische Tore aus seinem rechten Handgelenk, traf 11 seiner 15 Versuche. Bei den Wohlern war Studerus mit sechs Toren der Erfolgreichste – und der spielte nicht mal eine ganze Halbzeit. Dies zeigt, wie stark die Rote Karte die Wohler Offensive traf. Mit Dennis Horn hätten die Wohler noch eine Option gehabt. «Es wäre mehr Spielzeit für ihn geplant gewesen, aber der Spielverlauf hat das auf den Kopf gestellt», sagt Wohlen-Trainer Daniel Lehmann, «uns fehlte die Breite. Aber auch ohne Studerus haben wir mitgehalten und sind nicht abgefallen.»
Doch das Potenzial, 60 Minuten durchzuhalten, fehlte wie in den letzten Spielen. «Und die Emotionen gingen in die falsche Richtung.» Statt dem Gegner war mehr und mehr der Schiedsrichter im Fokus und «das brach uns das Genick».
Bruggmann: «Es war ein typisches Derby. Wir sind gut ins Spiel gekommen. Dann aber haben wir zu viele technische Fehler gemacht und alles, was wir spielten, war nicht mehr so konsequent. Doch wir waren immer am Drücker. Nach dem Ausfall von Studerus nahmen wir Stierli in die Manndeckung und so konnte Wohlen nichts mehr machen.»