Mehr als ein Spielplatz
16.10.2018 EggenwilDer Sportverein organisiert Bewegungslandschaften für Kleinkinder
Am letzten Sonntagmorgen wurde zum ersten Mal in dieser kalten Jahreszeit in Eggenwil die Turnhalle für Familien mit Kleinkindern geöffnet. Der Sportverein verfolgt damit mehrere ...
Der Sportverein organisiert Bewegungslandschaften für Kleinkinder
Am letzten Sonntagmorgen wurde zum ersten Mal in dieser kalten Jahreszeit in Eggenwil die Turnhalle für Familien mit Kleinkindern geöffnet. Der Sportverein verfolgt damit mehrere Ziele.
Roger Wetli
Die Eggenwiler Turnhalle glich am Sonntagmorgen einem spannenden Spielplatz. Die Sprossenwand war herausgeklappt und mit Matten unterlegt. Lange Bänke wurden an Ringen befestigt, damit darüberbalanciert werden konnte. Dem selben Zweck diente der Barren. In einer Ecke waren Keulen aufgestellt, die mit Tennisbällen umgekippt werden konnten.
Sich einen Traum erfüllt
Mittendrin tummelten sich entspannt verschiedene Kleinkinder mit ihren Eltern. Erstere balancierten geschickt über «tiefe» Abgründe, kletterten in die Höhe oder tollten einfach einmal über eine der grossen dicken Matten. Die Bewegungslandschaften für Kleinkinder wurden vor einem Jahr durch den Sportverein ins Leben gerufen. Sechsmal im Winterhalbjahr, jeweils an Sonntagmorgen, werden in der Turnhalle Gerätschaften aufgestellt, mit welchen Kinder ihre Geschicklichkeit üben und verbessern können.
Die Verantwortliche Romana Studer hat sich damit einen Traum erfüllt. «Ich besuchte in Eggenwil die Primarschule. Damals hätte ich es immer toll gefunden, sämtliche Geräte zur Verfügung zu haben und damit zu spielen.» Als Studer vor vier Jahren zurück ins Dorf zog, übernahm sie ein Amt im Vorstand des Sportvereins. Irgendwann hatte sie die Idee für die Bewegungslandschaften. Der Verein sprach ihr das Vertrauen aus. «Dafür bin ich sehr dankbar», strahlt sie. Als Mutter von zwei heute sechs- und neunjährigen Söhnen ahnte sie, dass bei jungen Familien ein Bedürfnis für einen Ort vorhanden ist, an dem sie sich in der kalten Jahreszeit mit kleinen Kindern im Trockenen und warmen bewegen können. «Das erste Jahr war ein Experiment», blickt Studer zurück. «Die teilnehmenden Eltern äusserten sich aber sehr positiv.»
Ungezwungenes Treffen
Den Vorbereitungsaufwand bezeichnet Sandra Studer als vertretbar. «Ich wohne in der Nähe der Turnhalle. Zudem helfen mir meine Söhne beim Aufstellen. Sie testen natürlich die Aufbauten gleich selber.» Dabei beachtet Studer, dass die Matten, Barren und Bänke so aufgestellt werden, dass sie auf verschiedene Arten genutzt werden können und für verschiedene Altersstufen spannend sind. «Jedes Kind soll mit seiner aktuellen Beweglichkeit auf seine Kosten kommen. Und natürlich gibt es immer genügend Sitz- und Liegemöglichkeiten für die Eltern.»
Vorgängig anmelden muss man sich für diese Sonntagmorgen nicht. «Ziel ist ein ungezwungenes Kommen und Gehen. Ein Programm mit einer durchgeplanten Animation gibt es nicht.» Gleichzeitig könne sie aber auf die Angebote des Sportvereins wie Muki- oder Vaki-Turnen oder auf die Frauenriege aufmerksam machen. «Die Bewegungslandschaften sind eine Möglichkeit zur Integration von jungen Eltern in die Dorfgemeinschaft», so Studer. «Viele Familien sind heute Neuzuzüger.» Diese sollen sich hier gegenseitig kennenlernen können.
Konzipiert sind die Bewegungslandschaften für Kinder bis vier Jahre. «Als Mindestanforderung sollten sie mehr oder weniger laufen können», ergänzt Studer. Sie hofft, dass es weiterhin keine Unfälle gibt und dass die Fortschritte der Kinder gemeinsam erlebbar werden. Um das zu gewährleisten, muss pro Kleinkind eine Betreuungsperson dabei sein. «Schlussendlich soll es aber ein sonntägliches Treffen unter Freunden werden.»
Die nächsten Bewegungslandschaften für Kleinkinder finden an folgenden Sonntagen von 9.30 bis 11.30 statt: 18. November, 2. Dezember, 20. Januar, 17. Februar und 3. März.



