In Staffeln bietet ein leer stehendes Haus Freiraum für Jugendkultur. Ausnahmsweise öffneten Lukas Rupp und sein Kollegenkreis es für eine Ausstellung im Zusammenhang mit der Maturaarbeit von Tim Gerber und Jan Stäuble. --gla
Junge und Erfahrene ...
In Staffeln bietet ein leer stehendes Haus Freiraum für Jugendkultur. Ausnahmsweise öffneten Lukas Rupp und sein Kollegenkreis es für eine Ausstellung im Zusammenhang mit der Maturaarbeit von Tim Gerber und Jan Stäuble. --gla
Junge und Erfahrene vernetzen
«Stampf-Bude Staffeln»: Ausstellung im privaten Treffpunkt von Jugendlichen
Ausnahmsweise öffneten die Jugendlichen ihr kleines Paradies «Stabusta» für Gäste. Grund dafür war eine Maturaarbeit, die sich mit junger Kunst und deren Vermarktung befasst. Es ist ein Generationenprojekt.
Lis Glavas
Das Jugendparadies an der Stafflerstrasse 21 gehört der Familie Rupp. Lukas und Michelle Rupp durften und dürfen die drei Stockwerke mit ihren Freunden aus der Region nach Belieben gestalten, dürfen sich frei treffen und Party machen, wenn der Gruppe danach ist. Jetzt lud der harte Kern um Lukas Rupp Interessierte zur Besichtigung der Ausstellung ein, die Tim Gerber und Jan Stäuble für ihre Maturaarbeit schufen.
Anspruchsvolle Ziele gesteckt
Zu den Werken junger Malenden gesellten sich Arbeiten zweier Künstler, die der älteren Generation angehören. Lynn Hug hatte ihre Mutter Petra Hochstrasser zur Teilnahme bewegen können. «Ich zögerte», erzählte die Skulpteurin aus Zufikon. «Doch jetzt freue ich mich, an dieser spannenden Veranstaltung beteiligt zu sein.»
Mit einer Installation ist Tim Gerbers Vater Urs Gerber beteiligt. «Er hat mich in Kontakt mit der Kunst gebracht», erzählte der Sohn. Urs Gerbers Gemälde entstand nach einem Handybild seines Sohnes, einer Szenerie vom Open-Air-Festival in Frauenfeld. Das Bild und der Müll auf dem Boden davor thematisieren die Wegwerfgesellschaft und das Littering. Vater und Sohn begegnen sich auch auf der Online-Plattform www.parado.ch. Jan Stäuble und Tim Gerber, Maturanden an der Kantonsschule Baden, entwickeln diese für ihre Abschlussarbeit. «Parado ist eine Plattform, mit der junge, aufstrebende Künstler die Möglichkeit erhalten sollen, mit erfahrenen Künstlern zusammenzuarbeiten, von ihrem Mentoring zu profitieren. Der Markt ist hart umkämpft. Daher ist es sehr schwer, sich als Newcomer zu behaupten», erklären sie. Im entstehenden Netzwerk sollen Treffen organisiert und gemeinsame Ausstellungen realisiert werden. «Unsere Resultate werden wir in einer Analyse objektiv auswerten und präsentieren.» Seine ersten Erfahrungen in der Vermarktung von Kunst und Künstlern darf Tim Gerber mit der Arbeit und der Persönlichkeit seines Vaters sammeln. Parallel dazu will sich Jan Stäuble künstlerisch entwickeln und versuchen, einen Stil zu finden, der ihm entspricht. Eine wirtschaftliche Strategie will Tim Greber auch für ihn entwickeln.
Anzutreffen war in der Ausstellung auch Tim Dufner aus Staffeln. Er will eine Skate-Marke lancieren, für die er selbst designt.
Haus selbst ist Kunstwerk
«Unsere Ausstellung zeigt, was die Jugend heute bewegt», sagte Tim Gerber. «Unser Leben wird immer mehr reguliert. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an unsere Generation.» Das Haus der Familie Rupp ist ein Glücksfall für den jugendlichen Freundeskreis. «In einer positiven Dynamik erlebte es die Veränderung Schritt für Schritt. Es entspricht der Jugendkultur in unserem Umfeld.» Jan Stäuble ergänzte: «Das Haus selbst ist ein Kunstwerk, indem es viel Geschichte und junge Kultur verbindet.»
Rund 100 Besucherinnen und Besucher besichtigten die Ausstellung am Samstag, eingeladen mittels Flyer und über die sozialen Medien. Jetzt steht das Haus, die «Stampf-Bude Staffeln», wieder ausschliesslich dem Kollegenkreis der Rupp-Kinder zur Verfügung. Interessierte dürfen die Entwicklung der Maturaarbeit auf parado.ch verfolgen.