Mittelaltermarkt: Das jüngste Marktkind entwickelt sich prächtig
Eine Erlebniswelt ohne Kriegsverherrlichung soll der reussstädtische Mittelaltermarkt sein. Vergangene Zeiten soll er nachempfinden lassen. Er soll überraschen und auch ...
Mittelaltermarkt: Das jüngste Marktkind entwickelt sich prächtig
Eine Erlebniswelt ohne Kriegsverherrlichung soll der reussstädtische Mittelaltermarkt sein. Vergangene Zeiten soll er nachempfinden lassen. Er soll überraschen und auch Publikum unterhalten, das nicht zur eingefleischten Szene gehört.
Lis Glavas
Ihr Bier schmeckte lecker, war aber nicht eben frisch gebraut worden. Der samstägliche Dauerregen liess Barbara und Marco Gaggia auf den Versuch verzichten, das Feuer mühsam zu hegen und ihr Bier über Gebühr mit Nass von oben zu verdünnen. «Frauen waren es, die das erste Bier brauten», erzählte die Brauerin. «Auf einfachste Art natürlich. Sie lösten den Zucker aus dem Malz und gaben alles Mögliche dazu, was stärkehaltig war, wie Erbsen, Gerste und Hafer. Es ging darum, ein nahrhaftes und günstiges Lebensmittel zu produzieren. Mit dem Rest des Sudes setzten sie eine neue Hefekultur an.» Heute gibt sie grosszügig unterschiedlichste Kräuter dazu. Sie rühmte den Bremgarter Mittelaltermarkt. «Wir sind zum zweiten Mal hier und freuen uns über den guten Zusammenhalt. Alle helfen einander, jeder mag sich was gönnen. Sie suchen das Authentische und wählen gut aus. Als OK-Mitglieder des Ostschweizer Marktes Allartia können wir das sehr gut beurteilen.» Nach einer kalten Nacht im Zelt kam das Paar dann doch noch zum Brauen.
An Ideen fehlt es nicht
Dieses Lob gebührt Präsident Urs Gamper und seinem OK- und Helferteam. Er erzählte von anstehenden Plänen, die den Markt weiterbringen sollen. Den Chilbibetrieb will der Verein ausbauen. Dieses Jahr wurde ein Film mit einer Familie gedreht, die den Markt genoss. «Mit diesem Image-Film wollen wir ab nächstem Jahr die Werbung intensivieren. «Dann möchten wir weitere Besucher abholen, indem wir den Markt am Freitag von 16 bis 20 Uhr öffnen.» Er stellte Sonja Wyser vor, die im 9-Quadratmeter-Zelt für Verpflegung der Helfer und Gaukler sorgt. «Ihr Einsatz ist Gold wert.» Bei Sonja Wyser war Beni Gammenthaler aus dem solothurnischen Stüsslingen anzutreffen. Nach dem nächsten Markt wird er von Urs Gamper das Präsidium übernehmen. «Es ist mir nicht verleidet, und Ideen habe ich auch noch, erklärte Gamper. «Ich werde im Vorstand bleiben. Aber er ist gut, wenn neue Kräfte andere Ideen bringen.» «Wir sind wetterfest», tat der Präsident die Anspielung auf das miese Samstagswetter und den bescheidenen Betrieb auf dem Casinoparkplatz ab. «Wer da ist, geniesst es auf jeden Fall.» Und was tut das den Finanzen an? «Ein Defizit werden wir einfahren, das ist klar. Aber wir haben in den ersten vier Jahren gut gearbeitet. Wir können das verkraften.» Ein dank des trockeneren Wetters deutlich lebendigeres Markttreiben sorgte am Sonntag schliesslich für allerbeste Laune.