«Abu Dhabi wir kommen»
12.10.2018 SportFreiämter bei den World Summer Games 2019
Im März werden in Abu Dhabi die World Summer Games von Special Olympics eröffnet. Mit dabei sind Freiämter Athleten und Coaches.
«Wir freuen uns riesig, dass mehrere unserer Athleten für ...
Freiämter bei den World Summer Games 2019
Im März werden in Abu Dhabi die World Summer Games von Special Olympics eröffnet. Mit dabei sind Freiämter Athleten und Coaches.
«Wir freuen uns riesig, dass mehrere unserer Athleten für die Special Olympics World Games in Abu Dhabi vom 7. bis 21. März 2019 selektioniert wurden», sagt Guido Hufschmid aus Nesselnbach. Er coacht die Schwimmerinnen. Karl Schmidt aus Bremgarten trainiert die Radfahrer. Die Sportler kommen unter anderem aus Bremgarten, Dottikon und Sarmenstorf. «Für das Leiter- und Betreuerteam ist es eine Ehre, die Athleten am weltweit grössten Sportanlass für Menschen mit Beeinträchtigung zu begleiten.» Für die Spiele trainieren die Sportler fleissig. --sab
Das Herz im Mittelpunkt
Special Olympics 2019 in Abu Dhabi mit Freiämter Beteiligung
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die Schwimmerinnen Elke Lindig aus Sarmenstorf, Lhome Elshami aus Dottikon und Sophia Hütter aus Niederrohrdorf vertreten im März die Schweiz an den World Summer Games. Trainiert und begleitet werden sie vom Nesselnbacher Guido Hufschmid.
Sabrina Salm
«Der grösste und emotionalste Sportevent im Jahr 2019», wirbt Special Olympic Switzerland für den Anlass. Sich mit 7000 Sportlern aus aller Welt zu messen, neue Kulturen kennenzulernen, in riesigen Stadien vor einem begeisterten Publikum zu zeigen, was in ihnen steckt – das alles lässt die Athleten mit geistiger Beeinträchtigung jeweils über sich hinauswachsen.
Anerkennung, die sie verdienen
Über sich hinauswachsen – das wollen auch die Schwimmerinnen Lhome Elshami, Sophia Hütter und Elke Lindig. Sie haben sich für die «World Summer Games» in Abu Dhabi qualifiziert. Alleine diese Tatsache lässt sie lächeln. Dank ihrer Leistung vertreten sie nun vom 14. bis 21. März die Schweiz an den Special Olympics. Sie gehören zum 94-köpfigen Delegationsteam. Bereits die Vorbereitungen auf das eigentliche Highlight, die Spiele, sind eine prägende Erfahrung. Ein Fotoshooting folgt dem anderen. Sie werden von Journalisten interviewt und nach ihrer Meinung gefragt. Auf einmal erhalten sie viel Aufmerksamkeit «und hoffentlich auch Anerkennung», sagt ihr Trainer Guido Hufschmid. Denn die hätten sie verdient.
Eine Medaille soll es sein
«Den 1. oder 2. Platz will ich erreichen», sagt Elke Lindig selbstbewusst. Die 41-Jährige wohnt in Sarmenstorf und schwimmt schon seit 15 Jahren. Für sie bedeutet die Teilnahme an den Special Olympics viel. «Ich freue mich auch auf das Kennenlernen neuer Leute», sagt sie. Seit 2009 schwimmt Lhome Elshami, 25. Die Dottikerin findet es lässig, nach Abu Dhabi reisen zu dürfen. Sie möchte mindestens den 3. Platz erreichen. «Ich bin noch nie so weit geflogen und freue mich sehr auf den Anlass.» Auch für die Dritte im Bunde, Sophia Hütter aus Niederrohrdorf, ist eine Medaille das Ziel. Für alle drei Frauen ist die Reise in die Vereinigten Arabischen Emirate etwas Besonderes. Alle drei schwimmen leidenschaftlich gerne. Und die drei sind auch ehrgeizig. «Wir geben alles», sagen sie einstimmig.
Damit sie ihr Ziel erreichen, trainieren sie fleissig. Zweimal die Woche schwimmen sie im Hallenbad Mellingen. Guido Hufschmid schaut beim Training individuell auf seine Schützlinge. «Denk an deinen linken Arm Sophia. Zieh ihn mit», ruft er beim Einschwimmen seiner Athletin zu. Langsam, mit viel Geduld, bringt er ihnen eins nach dem anderen bei. «Gibt man ihnen zu viele Anweisungen auf einmal, bekommen sie ein Durcheinander», erklärt der Trainer. Inzwischen weiss er, wie er seinen Athletinnen etwas beibringen muss, damit sie es verstehen. Im Alltag sei er weniger der geduldige Mensch. Hier im Training mit seinen Schützlingen fällt ihm das Geduldigsein nicht schwer.
Emotionen pur
Seit zehn Jahren ist Guido Hufschmid Coach der Schwimmer des Behinderten-Sportclubs Wohlen-Lenzburg. Dank einem Anschlag am Schwarzen Brett wurde er auf den Posten als Trainer aufmerksam. «So hat es mir den Ärmel reingezogen.» Hufschmid absolvierte diverse Ausbildungen, damit er Menschen mit einer Beeinträchtigung trainieren kann. Für ihn sei es eine Abwechslung zum Alltag. «Im Alltagsbusiness geht es mehr um Geld. Bei der Begleitung von Menschen, die eine Beeinträchtigung haben, ist das Herz im Mittelpunkt. Sie geben einem mehr, als du ihnen geben kannst.»
Die Emotionen seien gewaltig. Die World Games in Abu Dhabi sind für ihn besonders. «Ein wahrscheinlich einmaliges Erlebnis», wie er findet. «Ich hoffe, dass meine Sportlerinnen mit der gleichen Freude heimkehren, wie sie gehen, und nicht mit einer Enttäuschung zurückkehren.» Vorauszusagen, ob sie eine Medaille erreichen, sei wie Kaffeesatzlesen, denn in ihrer Kategorie starten 200 Sportler. Gute Chancen hätten sie allemal. «Sie sollen einfach das Beste geben und all die schönen Momente aufsaugen.»
Weitere Freiämter in Abu Dhabi
Neben den Schwimmerinnen und ihrem Coach nehmen auch andere Athleten aus dem Freiamt an den World Summer Games teil.
So etwa Kari Schmidt aus Bremgarten. Er trainiert im Winter die Langlauf-Mannschaft und im Sommer die Radfahrer. Seine Tochter Claudia gehört ebenfalls zu diesem Team. Weiter ist der Judoka Markus Schaarschmidt aus Waltenschwil Mitglied im Schweizer Team. --sab



