Rockbeben am Hallwilersee
25.09.2018 MusikTennwil: An der 11. Rocknacht lärmten zehn Bands
Über tausend Personen pilgerten am Freitag- und Samstagabend nach Tennwil. Sie erlebten hochklassigen nationalen und internationalen Hard Rock und Heavy Metal. Wobei die Hauptband sämtliche anderen Gruppen in die ...
Tennwil: An der 11. Rocknacht lärmten zehn Bands
Über tausend Personen pilgerten am Freitag- und Samstagabend nach Tennwil. Sie erlebten hochklassigen nationalen und internationalen Hard Rock und Heavy Metal. Wobei die Hauptband sämtliche anderen Gruppen in die zweite Reihe deklassierte.
Roger Wetli
Eine Wiese oberhalb der Hauptstrasse in Tennwil bei der Ausfahrt in Richtung Seengen wird seit elf Jahren zum kurzzeitigen kleinen Heavy-Metal-Mekka. War die Rocknacht Tennwil früher ein Open Air, findet sie seit drei Jahren in einem grossen Festzelt statt. «Dieser zusätzliche Aufwand hat sich bewährt», blickt Thomas Leutwiler, OK-Präsident des Vereins «Junge Tennwiler», zurück. Er zieht ein äusserst positives Fazit: «Wir sind sehr zufrieden und haben von den Besuchern sehr gute Rückmeldungen erhalten. Die Band ‹Core-Leoni› war mit Abstand die beliebteste und auch mein Favorit.»
Ein wenig Nostalgie
Die Hauptband des Samstagabends wurde ihrem Status mehr als gerecht. Waren alle anderen Gruppen des Wochenendes bereits alles andere als schlecht, überzeugten «CoreLeoni» mit hervorragenden Liedern, einer eingespielten Gruppe, einem hervorragenden Sänger und mit ein wenig Nostalgie. «CoreLeoni» ist ein Projekt des «Gotthard»-Gitarristen und -Gründungsmitglieds Leo Leoni. Unter dem zweiten Banner spielt er Lieder der ersten drei «Gotthard»-Alben, die noch deutlich härter als die späteren Werke waren. Das Mikrofon des verstorbenen Ursängers Steve Lee übernimmt der Chilene Ronnie Romero. Mit Schlagzeuger Hena Habegger ist noch ein weiteres Ur-«Gotthard»-Mitglied dabei. Zusammen spielen sie alte Klassiker, welche bei der Originalband mit heute zwölf Alben und einem neuen Sänger nicht mehr zum Zug kommen. Die Spielfreude war dem Quintett deutlich anzusehen.
Neben diesem Rocknacht-Höhepunkt fanden auch alle anderen Bands ihr Publikum. «Tri State Corner» aus Griechenland, Polen und Deutschland integrierten in ihren Heavy Metal die griechische Laute Bouzouki und erzeugten dadurch eine spezielle Stimmung. Aus Schweden stammen «Coldspell». «Deren Verpflichtung wurde von vielen Besuchern im Vorfeld gewünscht», so Leutwiler. Groovigen Hard Rock spielten die Schweizer «Souls Revival». Während die ebenfalls einheimischen «Rock Out» australischem Hard Rock huldigten.
Längere Spielzeiten
Umstritten war die Hauptband am Freitagabend, die unterschiedliche Reaktionen auslöste. Für «The Poodles» aus Schweden war die Rocknacht Tennwil der Abschluss einer Tournee, auf der viel gefeiert wurde. Sehr gute Reaktionen lösten bei den Anwesenden «Crystal Ball» aus. Die Schweizer verfügen mit Steven Mageney über einen tollen deutschen Sänger. Die besten Lieder des Freitagabends stammten aber von den einheimischen «Gods of Silence». Die kurzfristige Absage von «Souldrinker» wurde mit längeren Spielzeiten der Bands kompensiert. «Für mich gehören neben ‹CoreLeoni› auch ‹Rock Out› zu den Höhepunkten», war der OK-Präsident begeistert. «Und auch die Schweden ‹Degreed›, welche den Freitagabend mit akustischem Rock eröffneten, waren sehr cool.» Thomas Leutwiler verspricht, dass es auch 2019 eine Rocknacht Tennwil geben wird. Dies auch dank den vielen Helfern. «Wir hatten zum Glück nie Probleme, Leute zu finden.» Auch das Zelt werde sicher wieder stehen.




