Nachmittag der Begegnungen
18.09.2018 MuriFreestyle-Contest in der Muri Skate Arena
An diesem Anlass gab es nur Gewinner. Der Freestyle-Contest in Muri war in allen Belangen ein voller Erfolg mit Potenzial für Wiederholungsbedarf.
«Wir sind spontan hierher gekommen», ...
Freestyle-Contest in der Muri Skate Arena
An diesem Anlass gab es nur Gewinner. Der Freestyle-Contest in Muri war in allen Belangen ein voller Erfolg mit Potenzial für Wiederholungsbedarf.
«Wir sind spontan hierher gekommen», erzählt Besucherin Heidi Fürling, die mit ihrem Sohn aus Hitzkirch angereist ist, «wir sind gespannt, was hier los ist.» Der Freestyle-Contest in der Muri Skate Arena war am Samstagnachmittag nicht zu übersehen. «Viele verschiedene Menschen hatten miteinander eine gute Zeit», erklärt Beni Schumacher, Mitarbeiter der Jugendarbeit Kelleramt. Der Freestyle-Contest fand zum ersten Mal in diesem Rahmen statt. Jung und Alt aus der Freestyleszene konnten ihr Können unter Beweis stellen und die Tricks von anderen Freestyle-Sportlerinnen und Sportlern bewundern und nachmachen. «Toll war die Altersspanne des Teilnehmerfeldes. Wenn sich zwischen 28-Jährigen und Achtjährigen alle gegenseitig anfeuern und einander Tipps geben, dann ist ein Anlass für uns als Jugendarbeitende gelungen», freut sich Schumacher.
Helm und Scooter gestaltet
Die 40 teilnehmenden Talente aus völlig verschiedenen Altersklassen hatten ein enorm grosses Publikum zusammengetrommelt – zum Erstaunen der Organisatoren. Viele Familienmitglieder unterstützen ihre Kinder mit Herzblut, so auch Jitka Karisch aus Althäusern. Ihre Kinder Lukas und Michaela beschäftigen sich seit vier Jahren mit dem Skaten, erzählt sie. Für den Freestyle-Contest haben sich die Geschwister etwas überlegt. Der achtjährige Lukas hat auf Youtube Videos gefunden, wie er seinen Helm und Scooter neu gestalten kann. Mama Jitka Karisch war von der Begeisterung ihres Sohnes gepackt und unterstützte die spontane Bastelaktion. Wenige Tage vor dem Anlass verwandelte sich der Garten der Familie Karisch in eine bunte Werkstatt, damit Lukas und Michaela Karisch mit einzigartiger Ausrüstung an den Contest können. Die zwölfjährige Michaela war das einzige Mädchen, das am Contest teilnahm. Obwohl sie die Tricks der anderen Teilnehmer faszinierten, liess sie sich nicht entmutigen und erhielt für ihr vorbildliches Engagement einen grossen Applaus.
«Besser als erwartet»
Das positive Feedback der Besucher ruft nach einer Neuauflage im nächsten Jahr. Das freut vor allem Dario Spannnagel, Initiant des Freestyle-Contests. Der 14-Jährige hat seine Idee Beni Schumacher verraten, der sie mit der Jugendarbeit Kelleramt, Jugendarbeit Muri und jungen Skatern aus dem Skaterverein Muska umgesetzt hat. Am Anlass selber haben sich auch einige Jugendliche und junge Erwachsene für einen reibungslosen Ablauf eingesetzt. Die Einsatzbereitschaft von Dario Spannnagel geht jedoch darüber hinaus. Er bringt regelmässig kreative Ideen für Anlässe, setzt sich bei der Verwirklichung ein und geht verantwortungsbewusst mit seinen Aufgaben um: «Ich helfe ziemlich gerne in der Jugendarbeit. Wenn mir etwas Spass macht, helfe ich lieber mit», sagt er.
Umso glücklicher ist der 14-Jährige, dass seine kleine Idee solch grossen Anklang bei den Teilnehmenden und Besuchern gefunden hat. «Der Contest war ziemlich gut, besser als erwartet. Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Leute kommen und schon gar nicht, dass so viele gute Skater und Scooterfahrer mitmachen», freut sich Dario. Unerwartet ist auch das Resultat, welches er am Contest erzielt hat. Denn er durfte den 3. Platz mit einem seiner besten Freunde teilen.
Überregionale Vernetzung
Der Anlass war auch für Beni Schumacher eine Herzensangelegenheit. Auch er ist früher viel geskatet und fühlt sich in der Freestyleszene zu Hause. Den Wandel in der regionalen Skater-Community hat er selbst erlebt: «Mich freut natürlich, dass es noch immer junge Skater gibt. Allerdings waren am Contest alle beteiligten Skater junge Erwachsene, währenddem alle Scooter-Fahrerinnen und -Fahrer minderjährig waren», sagt er und erzählt weiter. «Sicherlich ist die Szene geschrumpft im Vergleich zu den frühen 2000er-Jahren. Doch gestorben ist sie nicht, und mit dem Scooter-Boom kommt ein neuer Schwung in die Freestyleszene.»
Der 14-jährige Dario Spannnagel ist ein leidenschaftlicher und geübter Scooter-Fahrer. Auch er stelle in seinem Umfeld ein geringes Interesse am Scooterfahren und Skaten fest. Die meisten seiner «Gspänli» beschäftigen sich eher mit dem Gamen. «Für mich ist es viel schöner, wenn man draussen ist und viele Kollegen mit dem gleichen Hobby im Skatepark sieht», so der Schüler. In der Region ist die Vernetzung für die Freestyleszene entscheidend, so Schumacher: «Dass sich alle Disziplinen aus verschiedenen Kantonen heute in Muri trafen, ist genial anzusehen. Es war ein Nachmittag der Begegnungen. Die einzelnen kommunalen Szenen mögen zwar kleiner sein als früher, dafür ist die Vernetzung heute stärker. Für Jugendliche sind solche Szenen und Vernetzungsmöglichkeiten etwas Wichtiges.» --mnj



