Bericht der Architektinnen und Architekten
Die Entwurfsaufgabe zum Erweiterungsbau «Oase» des Hauses Morgenstern beinhaltete zwei Herausforderungen.
In Bezug auf den Ort galt es ein beträchtliches Neubauvolumen in einen ...
Bericht der Architektinnen und Architekten
Die Entwurfsaufgabe zum Erweiterungsbau «Oase» des Hauses Morgenstern beinhaltete zwei Herausforderungen.
In Bezug auf den Ort galt es ein beträchtliches Neubauvolumen in einen ländlichen, sensiblen Kontext einzugliedern. Und bezüglich der Grundrissorganisation war es uns ein Anliegen, dass sich trotz der betrieblichen Anforderungen an intensiv betreute Wohngruppen die Atmosphäre einer möglichst «normalen» Wohnung einstellen kann. Dabei sollten alle Gruppen in gleichem Masse von der grandiosen Aussichtslage an diesem Standort profitieren dürfen. Die in der Folge entwickelte spezifische Ausformulierung des Gebäudevolumens ermöglicht es, beide Ansprüche zu erfüllen.
Aussenräumlich gliedern die mehrfachen Rückstaffelungen des Baukörpers die Fassaden in überschaubare Abschnitte, welche der Massstäblichkeit der umgebenden Bauten gut entsprechen. Im Innern ermöglicht es die gestaffelte Grundform, lange, durchlaufende Korridore in den Wohngruppen zu vermeiden und im Zentrum sogar einen schmalen Lichthof auszusparen.
Herzstück liefert viel Tageslicht
Dieser Hof wird zum Herzstück des Gebäudes. Er versorgt die Eingangshalle im Erdgeschoss mit überraschend viel Tageslicht und erlaubt es, auch innen liegende Räume natürlich zu belichten. Von der Stockwerkankunft der Obergeschosse aus bietet sich dank einer verglasten Sitznische jeweils die Möglichkeit, einen Blick zurück in diesen Lichtraum zu werfen.
Eine in der talseitigen Gebäudefront eingezogene Ecke schafft zwischen Hauptgebäude und Erweiterungsbau einen neuen Ort, der gleichzeitig Ankunft und Bindeglied zur bestehenden Anlage ist. Sowohl vom Hauptgebäude als auch vom Parkplatz hinter dem Neubau kann diese Ankunftsterrasse rollstuhlgängig erreicht werden. Ein weiterer markanter Rücksprung in der Strassenfassade markiert die Einfahrt zur Tiefgarage mit dem Nebeneingang zum «Service»-Treppenhaus, welches die Teambüros auf den Wohngeschossen direkt mit den hier angeordneten Garderoben der Mitarbeitenden verbindet.
Auffällige Fassade und belebte Räume
Die äussere Erscheinung des Neubaus ist geprägt von den auffällig hellgelb hinterlegten, etwas vertieften Fugen zwischen Fassadenplatten aus Faserzement. In gleichem Gelb gehaltene Fensterleibungen unterstützen die so erzeugte leichte, fast papierne Wirkung der ansonsten konventionell konstruierten Fassadenverkleidung. Vor den Öffnungsflügeln der grossformatigen Fenster schweben fest montierte, mit einem Lochmuster versehene Fassadenplatten. Sie dienen als Absturzsicherung und beleben bei Sonnenschein die Räume mit die Sinne anregendem Schattenspiel. Zwei umlaufende Simsgurte aus verzinktem Stahlblech halten die bewegte Umrissfigur optisch zusammen und gliedern das Gebäude in der Vertikalen.