Planung bewährt sich
27.07.2018 BaugewerbeBau Bahnhof West und Streckensanierung
Dreimal Sommerferien, dreimal eine Sanierungsetappe der rund sechs Kilometer langen Strecke. Dazu der Neubau des Bahnhofs Bremgarten West und der Haltestelle Obertor in Wohlen. Auch die dritte Etappe erforderte minutiöse Planung ...
Bau Bahnhof West und Streckensanierung
Dreimal Sommerferien, dreimal eine Sanierungsetappe der rund sechs Kilometer langen Strecke. Dazu der Neubau des Bahnhofs Bremgarten West und der Haltestelle Obertor in Wohlen. Auch die dritte Etappe erforderte minutiöse Planung und Koordination. Das Zeitfenster ist mit der Dauer der Sommerferien taggenau begrenzt. Am 13. August sollen die Züge tagsüber wieder auf der ganzen Strecke zwischen Dietikon und Wohlen verkehren. Auf nächtlichen Busbetrieb zwischen Bremgarten West und Wohlen wird dann ab 21 Uhr noch umgestellt, bis Kabelkanäle verlegt und Fahrleitungsarbeiten abgeschlossen sind. --gla
Bald wieder ganz freie Fahrt
Ab 13. August soll die Bahnstrecke Bremgarten West–Wohlen planmässig befahrbar sein
Wie die ersten zwei Etappen der rund sechs Kilometer langen Strecke wird nun auch die letzte in der publikumsschwächeren Ferienzeit saniert. Gleichzeitig findet der Ausbau des Bahnhofs West statt. Im engen Programm spielt Wetterglück mit.
Lis Glavas
Pünktlich zur Umstellung auf Busbetrieb am 6. Juli war die Unterführung beim Bahnhof West sicher begehbar. Es war ein altes, wenig benütztes Bauwerk, das verstärkt und verschönert wurde und nebst der Treppe nun auch über eine Rampe passierbar ist. Verschönert heisst unter anderem in helles, frisches Lindengrün getaucht.
Ausbau von zwei auf sechs Gleise
Bis 9. Juli wurde das neue Gleis 1 mit Fahrleitung und Weichen eingebaut, sodass die Fahrgäste beim Bahnhof West statt bei der Station Isenlauf auf die Busse nach Wohlen umsteigen konnten. «Während gut drei Wochen waren dann jeweils 12 bis 13 Leute mit der Vorbereitung der weiteren Trassees beschäftigt», erklärt Herbert Brunner, Bauführer bei der Marti Tiefbau AG und Chef der Arbeitsgemeinschaft Bahnhof West. Ende dieser Woche soll der Belag eingebracht sein. Nächste Woche beginnt der Gleisbau. Dann folgen Fahrleitungsarbeiten. Wenn der Bahnhof nach den Sommerferien für den durchgehenden Verkehr wieder geöffnet ist, kommen noch zwei Abstellgleise hinzu. Es ist insgesamt ein Ausbau von zwei auf fünf Gleise. Im Frühling stehen dann noch finale Arbeiten und die dritte Stopfung der Gleise an.
Das Wetterglück verhinderte bisher Sonntagsschichten, was Walter Oettli im Interesse der Anwohner sehr begrüsste. Er war Leiter Infrastruktur bei der BDWM, bis er diese Funktion altershalber abgab. Über das Pensionsalter hinaus blieb er zuständig für die Streckensanierung Bremgarten West–Wohlen und den Neubau des Bahnhofs West. «Wir spüren gutes Verständnis unter den Anwohnern im West, die Reklamationen halten sich in kleinem Rahmen», anerkennt er.
Einfacher, wenn man sich kennt
Von der Besichtigung des Bahnhofsareals gehts zur Haltestelle Obertor in Wohlen. Walter Oettli erklärt sich glücklich, mit Michelle Badertscher seine letzte Baustelle beenden zu dürfen. Bei der CES Bauingenieur AG ist sie zuständig für Bauleitung und Planung. Sie kennen sich seit der Sanierung der Haltestellen Heinrüti und Belvédère. Im Submissionsverfahren für diese Streckensanierung hatte die CES wieder die Nase vorne. «Das vereinfacht die Planung und Koordination. Wenn sich die Kontaktpersonen kennen, beginnt die Zusammenarbeit nicht bei null.» Wie der CES konnten auch der Baufirma Implenia alle drei Streckenetappen zur Ausführung übergeben werden.
Die dritte Etappe ist gut 1,1 Kilometer lang, reicht bis 300 Meter vor den Bahnhof Wohlen und beinhaltet den Neubau der Haltestelle Oberdorf. Hier sind der von Implenia zuständige Baustellenchef und sein Stellvertreter anzutreffen, Alain Giger und Eric Gubser. Auch sie unterstreichen die Unverzichtbarkeit einer präzisen Arbeitsvorbereitung für die zwei miteinander verzahnten und unter Zeitdruck zu bewerkstelligenden Projekte. «Am 7. Juli war die Strecke für Aushub und Gleisbau freigegeben», erzählt Eric Gubser. «Vom 9. bis 14. Juli waren wir mit 94 Personen in zwei Schichten vor Ort.» Auch in diesem Projekt läuft alles planmässig.
Die Haltestelle wird von der Strasse wegverschoben, die zum Bahntrassee führt. Während der Streckensperrung werden die Glaswände und das Dach des Perrongebäudes gebaut. Der Ausbau der Wartenische soll bis 27. August fertig sein.
Baggerführer verletzt
Am letzten Montag ereignete sich der einzige Unfall mit Personenschaden, der über alle drei Sanierungsetappen gesehen zu beklagen ist. Der Führer des umgekippten Baggers erlitt leichte bis mittelschwere Verletzungen. Am Mittwoch konnte er aus dem Spital entlassen werden. Die Bergung habe schnell und vorbildlich funktioniert, rühmt Walter Oettli. Der Unfallhergang ist noch Gegenstand von Ermittlungen.





