Das Geldspielgesetz wurde angenommen, die Vollgeld-Initiative abgelehnt
Einen flauen Abstimmungskampf erlebte die Schweiz im Vorfeld des vergangenen Abstimmungswochenendes. Das Volk folgte den Empfehlungen des Bundesrates und des eidgenössischen ...
Das Geldspielgesetz wurde angenommen, die Vollgeld-Initiative abgelehnt
Einen flauen Abstimmungskampf erlebte die Schweiz im Vorfeld des vergangenen Abstimmungswochenendes. Das Volk folgte den Empfehlungen des Bundesrates und des eidgenössischen Parlaments.
Roger Wetli
Nur wenige Plakate und kaum Leserbriefe – die Themen Geldspielgesetz und Vollgeld-Initiative trafen bei den Stimmbürgern keinen Nerv. Im Aargau nahmen gerade 30,7 Prozent an der Abstimmung teil. Der gesamtschweizerische Durchschnitt lag bei 33,7 Prozent. Wobei Basel-Stadt mit 42,5 Prozent und das Wallis mit 60,1 Prozent die grössten Ausreisser gegen oben darstellten. Im Südwest-Kanton darf davon ausgegangen werden, dass die hohe Beteiligung vor allem an der gleichzeitig stattfindenden Abstimmung über den Olympia-Kredit Sion 2026 lag.
Geldspielgesetz unbestritten
Im Rest der Schweiz herrschte eher Flaute. Von den beiden eidgenössischen Entscheidungen fielen im Vorfeld am ehesten die grossen Plakate auf, die für ein Nein zum Geldspielgesetz warben. Diese verfehlten aber ihre Wirkung. 72,9 Prozent stimmten schweizweit zu. Im Aargau waren es mit 67,4 Prozent etwas weniger. Dem schlossen sich auch sämtliche Freiämter Gemeinden an. Im Bezirk Bremgarten legten 10 204 ein Ja, 4829 ein Nein an der Urne ein. Im Bezirk Muri sieht die Situation mit 4600 zu 1959 sehr ähnlich aus. 2012 hatte das Stimmvolk einen Verfassungsartikel zu Geldspielen deutlich angenommen. Das neue Gesetz lässt nun neue Spiele im Internet zu.
Vollgeld-Initiative unerwünscht
Einen radikalen Wechsel in der Schweizer Geldpolitik forderte die Vollgeldinitiative. Bargeld und Buchgeld sollten künftig nur noch durch die Schweizerische Nationalbank geschaffen werden. Bei einem Ja hätten die Banken durch Kreditvergabe kein Geld mehr schaffen dürfen. Damit hätte die Schweiz ein System umgesetzt, das es bisher noch in keinem anderen Land gibt. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger hatten auf dieses Experiment keine Lust. Gesamtschweizerisch lehnten 75,7 Prozent dieses Anliegen ab. Hier folgte der Aargau mit 78,4 Prozent sogar noch stärker dem nationalen Trend als beim Geldspielgesetz. Die beiden Freiämter Bezirke machten da keine Ausnahmen. Bremgarten lehnte die Vollgeldinitiative mit 11 858 zu 3255 Stimmen ab. Muri tat das das Gleiche mit 5238 zu 1352 Stimmen.